Kann die EZB oder die FED

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4 Antworten

Ich vermute mal, dass Du Dir noch nie eine Zentralbankbilanz angesehen hast.

Auf der Passivseite (Kapitalherkunft, Eigenkapital und Schulden) stehen da nämlich erstmal die Bargeldbestände. Dann die Einlagen der Banken und Nichtbanken.Auf der Aktivseite, das Vermögen. Das sind u. A. die Währungsreserven, also die Bestände an fremden Währungen. Das Zentralbankgold, oder eben auch die Bestände an Wertpapieren. Das können und werden zukünftig mehr an Anleihen von Staaten sein, die gekauft wurden.

Also, wenn man deren Bilanz auf null setzt, zahlt Deutschland keinen Cent weniger an Zinsen.

Die Schulden eines Staates auf =,- setzen, haben schon mal Staaten gemacht und hatten danach große Probleme sich zu finanzieren. Bei Argentinien wirkt das noch nach, denn da gibt es Urteile von US-Gerichten, die Argentinien bis heute in große Probleme bringen und auch Leute, die neue Anleihen Argentiniens gekauft haben.

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Dein Vorschlag an die Zentralbanken ist also, einfach die Schulden zu streichen, damit die Zinszahlungen verschwinden und das Land keine Schulden mehr hat.

Genialer Gedanke... man definiert einfach die Schulden weg und schon gibt es sie nicht mehr. Erinnert mich an diese Geschichte:

"Ein Bauer, ein Bauingenieur und ein Mathematiker sollen auf einer Bergalm die Kühe einfangen und davon abhalten, daß sie wieder weglaufen. Der Bauer grenzt mit 100 m Zaun ein Stück der Alm als Weide ab, fängt Stück für Stück die Herde ein und steckt sie auf die Weide. Der Bauingenieur kauft 10 km Zaun und umzäunt die ganze Alm. Die Kühe sind drin. Der Mathematiker braucht allerdings am längsten von den dreien. Er benötigt dann nur 4 m Zaun. Diesen baut er um sich herum und definiert, daß er 'draußen' ist."

Bei Schulden gibt es doch immer Gläubiger und Schuldner. Würde also die Gläubiger- oder Schuldnerseite ihren Teil auf Null setzen, würde das auch auf der anderen Seite passieren. Das bedeutet also, daß alle Anleihen eines Landes plötzlich wertlos würden. China wäre über eine Billion USD ärmer, viele Leute wären ihre Altersvorsorge los und den Investmenthäusern wäre im festverzinslichen Bereich eine Einnahmequelle genommen.

Griechenland hat etwas derartiges in einer abgeschwächten Form durchgezogen, indem sie einen Schuldenschnitt erreicht haben. Argentinien, Deutschland und andere Länder haben diese Erfahrung auch schon hinter sich. Das wirkt nicht gerade vertrauensbildend und Du kannst Dir vorstellen, daß die vormaligen Gläubiger ob der großzügigen Anihilation ihrer Assets nicht begeistert sein werden.

Der sinnvolle Weg wäre der, den Deutschland jetzt sehr langsam beginnt einzuschlagen: Schulden abbauen. Man nimmt also nicht mehr und mehr Schulden auf, um die Zinsen der vorigen Schulden zu zahlen bzw. eine Refinanzierung abgelaufener Schuldenfinanzierungen durchzuführen, sondern reduziert effektiv den Schuldenbetrag. Man zahlt also mehr als Zinsen zurück... oder mit anderen Worten: manche der Anleihen, die auslaufen, werden nicht wieder neu aufgelegt.

Das ist doch wie im richtigen Leben: man kann nicht dauerhaft mehr ausgeben als man hat. Zwar lassen sich Kredite aufnehmen, aber dafür sind auch Grenzen der plausiblen Tilgung gesetzt.

Also muß die Politik dafür sorgen, daß Haushalte ausgeglichen sind und Überschüsse liefern. Staatliche Leistungen müssen eine Balance zwischen Einnahmen und Ausgaben aufweisen.

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nicht einfach ihre Bilanzsumme einfach auf NULL setzen und somit alles Schulden streichen ?

Nein, das geht nicht

Oder wird dann befürchtet, die Regierung leiht sich einfach wieder soviel Geld über die Jahre, bis wieder gestrichen werden muß ?

Ja, aber auch das ist nicht das Problem. Die Schuden des einen sind die Forderungen des anderen und wenn ein Schuldner ausfällt hat das Folgen. In dem Fall den Bankrott einiger Länder, der Sozialsysteme, aller Banken (und im Anschluss daran fast aller Unternehmen und so weiter.

Deine Grundannahme ist einfach keine gute Idee.

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Auf NULL setzen kann man es aus technischer Hinsicht. Aber es ist sehr unrealistisch. Das Problem ist, dass auch Bargeld als Schuld ausgegeben wird, somit hätte theoretisch niemand Bargeld, wenn es keine Schulden gebe :) Auch wenn du keine Schulden hast und NUR 10 Euro in Bar, dann währen diese auch weg. Zwar wird man dir dann die 10 Euro nicht aus der Tasche nehmen, aber dafür gibt es Währungsreform, wenn also Schulden = 0 sein soll, dann wird neue Währung, die i.H.v. 0 Globos exestiert, somit wäre der Umrechnungskurs x Euro = 0 Globo :D Ich weis nicht, ob du mich so verstehst (hab es vereinfacht ausgedrückt) aber es wäre halt sehr unrealistisch. Es sei denn die neue Währungsreform würde ein komplett anderes Geldsystem etablieren.

Und wer sich unser System ausgedacht hat, der wusste was er macht ;) Es geht ja nämlich darum, Machtverhältnisse und Reichtum zu konzertieren. Das ist der einzige Grund, weshalb die Schere zwischen Arm und Reich stets auseinander gehen.

Und die Regierung zahlt keine Zinsen, das zahlt die Privatwirtschaft bzw. der Steuerzahler :)

Regierung sollte nicht mit Politik verwechselt werden, Politiker sind mehr oder weniger unsere "Kundenbetreuer", nicht die "Regierung" :)

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ffsupport 23.01.2015, 08:54

Liebe Mitglieder,

da es hier leider zu unsachlichen Kommentaren kam, wurden diese entsprechend entfernt. Bitte bleibt bei euren Diskussionen sachbezogen.

Freundliche Grüße

Jürgen vom finanzfrage.net Support

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