Kann der gegnerische Anwalt in einer Erbstreitigkeit verlangen/"zwingen" sich weiter von einem Anwalt vertreten zu lassen anstatt sich selbst zu vertreten?

3 Antworten

Das mit den Kosten kann ich nachvollziehen, denn Anwälte sind nicht billig. War selbst in einer vergleichbaren Situation, in der ich dann nach einiger Zeit alleine tätig wurde.

Wer Dich in dieser Erbangelegenheit vertritt, ob ein Anwalt, der Pabst, der Dalai Lama oder Angela Merkel, das ist ist alleinig Deine Entscheidung. Wenn Du das selber machst, dann machst Du es eben selber wenn Du die dafür erforderlichen Kenntnisse hast und nicht emotional, sondern sachlich handelst.

Dem "gegenerischen" Anwalt ist es natürlich lieber, von "Anwalt zu Anwalt" zu korrespondieren, da er dann eine andere Sprache verwenden kann. Aber das ist dann sein und nicht Dein Problem. Wenn Du etwas nicht verstehst, dann frage konsequent nach - es sind ja nicht mehr Deine Kosten.

Seine Formulierung im ersten Absatz Deiner Frage ist Unsinn und eine Drohgebärde, die er letztendlich nicht realisieren kann, denn er braucht Dich und nicht Du ihn. Wenn er zu so weitermacht, dann beschwerst Du Dich bei der Anwaltskammer.

Was kannst Du machen?

  • Dein Anwalt bekommt ein Schreiben, dass sein Mandat ab sofort beendet ist und er eine Schlussrechnung erstellen soll. "Ruhen lassen" ist hier zu wenig.
  • Schreib dem gegnerischen Anwalt mit deutlichen Worten, dass Dein bisheriger Anwalt kein Mandat mehr hat und ab sofort sämtliche Korrespondenz an Dich direkt zu richten ist.
  • Die beiden Anwälte können dann trotzdem weiterhin untereinander korrespondieren, aber nicht mehr als gültige Vorgehensweise in dieser Erbangelegenehit, sondern z.B. um ein Treffen in einem Saunaclub zu vereinbaren.
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Super herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort!!! Hat mir sehr geholfen!!

Kurze Frage, warum denkst du,

dass "ruhendes Verhältnis" nicht ausreicht? Ich wollte es ggf. „offenhalten“,

das ich mich ggf. doch weiter beraten lassen kann, falls ich's doch nicht

alleine "schaffe" oder noch was unerwartetes kommt. Denn ich glaube,

dass wenn ich jetzt das Mandat ganz niederlege und später nochmals etwas wäre,

dann wieder der gesamte Preis anfällt (und dies waren schon vorweg 4650€ und nicht

„nur“ die 2000 € die jetzt wg. „Mehraufwand“ angefallen wären, wenn er weiter

für mich tätig geworden wäre.

Der Anwalt selbst hat mir auf jeden vorgeschlagen, dass ich Ihm schreiben soll, das ich das Mandat ruhen lassen will.

Ich denke aber auch, dass er selbst dadurch einen Vorteil hat, oder?!

Da die gezahlte Summe ja nur eine vorläufige Summe darstellt und sich auf den angenommenen Verkaufspreis bezieht. Sollte ein höherer Preis erzielt werden können, was grundsätzlich ja auch angestrebt wird, dann muss ich nämlich noch nachzahlen.

… und ich denke, wenn ich quasi noch bei ihm bin (also nur „ruhend“), dann kann er dies leichter von mir einfordern, als wenn ich das Mandat bereits niedergelegt habe?

Ich vermute, dass er sich diesen Aufschlag, aber auch „holen“ also einfordern kann, wenn ich das Mandat ganz niedergelegt habe, oder darf er es dann nicht mehr?

Lieben Dank bereits im Voraus!!

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@Selbstvertreten

"Ruhen" und "beenden" unterscheidet sich dahingehend, dass im ersteren Fall das Mandat noch besteht und er wieder tätig werden kann, im anderen Fall das Mandat beendet ist und er erst dann wieder tätig werden kann, wenn er es neu bekommt. Ein eindeutiges Beenden ist unmissverständlicher und klarer, auch gegen Dritte.

Du zahlst grundsätzlich beim Anwalt keine Grundgebühr + Verbrauch, sondern nur Verbrauch im Sinne von Stundenaufwand, also dem Stundensatz im Verhältnis zu den aufgebrachten Stunden seiner Tätigkeit für dich.

Hat also mit Verkaufs- oder sonstigen Preisen nichts zu tun, ausser, ihr habt hier eine davon abhängige entsprechende Vergütungsregelung vereinbart, die nach beenden und neu beauftragen natürlich auch wieder neu ausgehandelt werden kann.

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Im außergerichtlichen Bereich besteht kein Anwaltszwang.

Das Verlangen des gegnerischen Anwalts ist daher einigermaßen anmaßend.

Ich würde mich dadurch revanchieren, daß ich mich weigern würde, mit ihm zu korrespondieren und alle Briefe nur noch an seine Mandanten schicken würde.

Dann wird es zunächst einen empörten Brief des Anwalts geben, aber danach würde er einknicken, denn er hat es ja nicht in der Hand, an wen Du Deine Briefe schreibst.

Ob Dein Verhalten sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt. In eigener Sache ist man oft so emotional befangen, daß man zu unsachlichen Formulierungen neigt und so die Streiterledigung erschwert. Sogar viele Rechtsanwälte lassen sich in eigenen Angelegenheiten aus diesem Grund lieber durch einen Kollegen vertreten.

Woher ich das weiß:
Berufserfahrung
53

Eine sehr nachvollziehbare Antwort:-)

Sogar viele Rechtsanwälte lassen sich in eigenen Angelegenheiten aus diesem Grund lieber durch einen Kollegen vertreten.

Bekommen die Rechtsanwälte dann vom Kollegen Rabatt oder beruht die Leistung auf kostenlose Gegenseitigkeit?

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58
@LittleArrow

In den mir persönlich bekannten Fällen haben die Anwaltskollegen den regulären Preis bezahlt. Bei Anwälten ist zwar manches vergeblich, aber selten etwas umsonst!

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Zur Konkretisierung:

Ich wollte mein Mandat bei meinem Anwalt ruhen lassen und mich nun wieder selbst vertreten. Das fand mein Anwalt nicht toll, aber er hat zugestimmt.

Ich habe nun den beiden gegnerischen Anwälten (meiner beiden

Geschwister) geschrieben und auf die offenen Fragen geantwortet, als auch um

bestimmte Antworten gebeten. Daraufhin habe ich sofort diese oben gemachte

Antwort von einem der gegnerischen Anwälte erhalten. Er hat sicher davor auch

mit meinem „ehem.“ Anwalt telefoniert, da er dies (so hat es mir mein ehem.

Anwalt immer berichtet, auch sonst so macht) und danach hat er vermutlich diese

neuerliche Bedingung gestellt.

Darf er die direkte

Korrespondenz mit mir verweigern?

… und mich zudem "zwingen" die Mandatierung wieder aufzunehmen mit der Drohung sonst die Erbauseinandersetzung komplett scheitern zu lassen?

Ich bin relativ sicher, dass er als nächstes eine Zwangsversteigerung androhen wird oder sogar gleich durchführen möchte, obwohl wir eigentlich alle einig wären:  „Alles zu 1/3 aufteilen“

Wenn es daraufhin zu einer Zwangsversteigerung käme, wäre es vermutlich für alle 3 Erben mit ggf. großen finanziellen Nachteil verbunden.

Hat der gegnerische Anwalt nicht auch eine Pflicht seiner Mandantin dahingehend zu beraten nicht unser aller Geld zu verschwenden und das es dadurch aller Voraussicht nach aller 3 Miteigentümern kommt?

Ich bin der Meinung, dass ich das Recht habe mich auch selbst zu vertreten und nicht noch weitere zig 1000 € zu bezahlen und auch nochmals für die „Einigung“, obwohl die eh besteht … für mich fühl es sich nach Erpressung an und sehr unseriös.

Hintergrund er wollte das Grundstück um das es geht nur einer persönlich bekannte Maklerin vergeben, ich und eine andere Partei wollen dies an einen neutralen Makler vergeben, dass hatte ihm schon nicht gepasst. … jetzt kommen dauern weitere Bedingungen?!

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