Kann das Finanzamt das Konto ohne Mahnverfahren pfänden?

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Die haben ihre eigene Vollstreckungsstelle. Wenn nach Mahnungen udn eine Androhung der Vollstreckung nicht gezahlt wird, dann pfänden die.

Die machen sich sozusagen den Titel selbst.

Schön und gut, aber was ist wenn das Finanzamt (FA) falsch liegt?

In meinem Fall hat das FA mein Konton gepfändet, weil ich zu lange für die Steuer gebraucht habe.

Ich konnte des Weiteren die geforderten ca. 3.000€ nicht zahlen.

Kurze Zeit später habe ich die Steuer per Elster hochgeladen.

Das war beides Februar 2019.

Die Bestätigung das meine Steuererklärung richtig ist kam Ende März 2019.

Gestern hat mir das Finanzamt ca. 5.000€ überwiesen (!).

Aus der Not habe ich gestern die Zahlung der 3.000€ eingeleitet, weil meine Konto immer noch gepfändet ist. Jetzt ist mein Konto ausreichend gedeckt.

Anfang nächster Woche sollte ich wieder „handlungsfähig“ sein, da durch meine Zahlung mein Bankkonto wieder aktiv nutzbar ist.

Trotz diverser Einschreiben und Emails meinerseits im März und April 2019 scheint es dem FA München egal zu sein, dass mein Konto seit Februar 2019 zu Unrecht (noch) gepfändet ist.

Mir reicht es. Kann ich dem Finanzamt München einen Mahnbescheid schicken und wen gebe ich da als Person/ Ansprechpartner/ Geschäftsführer an?

Danke im Voraus

Ja das Finanzamt macht oft augenscheinlich was es will. Der zeitliche Abstand bis etwas nach der "Ankündigung der Zwangsvollstreckung" passiert ist auch sher verschieden. Mal vergehen ein paar Tage, mal ein paar Wochen. Einen gerichtlichen Titel brauchen sie nicht, das finazamt kann einfach so eine Kontopfändung erlassen. Glücklicherweise steht diese dann aber erst einmal nicht in der Schufa. Wenn man dann bezahlt, bekommt die Schufa in der Regel von der Finazamtpfändung nichts mit.

Vorsteuer bei der Umsatzsteuererklärung nicht aufgeteilt. Kann man mit dem Finanzamt bzgl. der zu erwartenden Forderung eine Teilzahlungsvereinbarung treffen?

Ich war von 4/1999 bis 1/2016 freier Handelsvertreter und erzielte Umsätze aus Vermittlungstätigkeiten. Das Gewerbe läuft jetzt als Einzelunternehmer weiter.

Primäres Ziel war es Umsätze aus steuerpflichtigen Vermittlungsprovisionen zu erzielen. Daneben wurden auch steuerfreie Vermittlungsprovisionen generiert.

Aufgrund der primären Gewinnerzielungsabsicht, habe ich in der jährlichen Umsatzsteuererklärung regelmäßige die vereinnahmte Umsatzsteuer und mit der gesamte Vorsteuer meiner Betriebsausgaben verrechnet.

Bis August 2016 gab es seitens des Finanzamtes keine Einwände gegen meine Umsatzsteuererklärung.

Im Rahmen einer anberaumten Umsatzsteuer-Sonderprüfung für die Jahre 2014/15 wollte sich das Finanzamtsamt über die Art meiner erzielten Umsätze ein Bild machen.

Bei der Prüfung hat das Finanzamt festgestellt, dass ich die Vorsteuer falsch abgerechnet habe. Meine Betriebsausgaben sind nicht ausschließlich den Umsatzsteuerpflichtigen Einnahmen zuzuordnen.

Ich hätte die Vorsteuer nur im Verhältnis von steuerpflichtigen/steuerfreien Umsätzen (z.B. 30/70) ansetzen dürfen.

Dementsprechend wurde mir eine Rückzahlung der zu hoch ausgewiesenen Vorsteuer angekündigt.

Nachdem jetzt die Sachlage für die Jahre 2014/15 feststand, wurde die Prüfung auf die, noch nicht rechtskräftigen, Umsatzsteuererklärungen zurück bis zum Jahr 2011 ausgedehnt.

Zum 29.9.16 erhalte ich eine Bewertung der Prüferin. Die dann das ermittelte Ergebnis umgehend an Ihre Dienststelle weiter gibt, die dann mir eine Forderung schicken wird.

Ich rechne mit einer Forderung von 11.500 € die ich nicht aufbringen kann. Aufgrund einer Neuausrichtung meines Geschäftes, sind meine Erlöse nicht so hoch, dass ich - zeitnah - die Forderung ausgleichen könnte.

Eine Insolvenz möchte ich vermeiden.

Gibt es Spielraum für ein Arrangement mit dem Finanzamt? oder Ist es günstiger, bevor das Finanzamt eine Zahlungsaufforderung schickt, das Gewerbe abzumelden / Insolvenz anzumelden / ein pfändungssicheres Konto einzurichten?

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