Kann das Arbeitsamt einer schwangeren Alg-I-Empfängerin eine Sperrung von 100 % geben?

3 Antworten

So schlimm die ganze Situation auch für Deine Freundin ist, aber ich möchte Dich trotzdem bitten, die Frage ohne emotionale Schilderungen auf das wesentliche zu beschränken und neu einzustellen.

Die wichtigsten Punkte, die wir zur Antwort zum Thema Arbeitslosengeld brauchen, hat wfwbinder Dir ja schon genannt.

Die Sache mit dem Umgangsrecht und der Unterhaltszahlung ist eine andere Geschichte und kann gerne separat gefragt werden.

Es ist hier so, dass sich auf fast jedem Gebiet Experten finden, die gerne helfen, aber eben jeder auf seinem Gebiet.

Dein Sachverhalt ist ziemlich wortreich, trotzdem fehlen wichtige Angaben.

1. was war nach den 6 Wochen Krankschreibung? Wie lange bekam sie Krankengeld von der Krankenkasse?

2. Die fristlose Kündigung, war in nach welcher Zeit udn mit welcher Begründung? Zu welchem Termin war die ersatzweise fristgemäße Kündigung?

3. Hat sie der fristlosen Kündigung widersprochen?

4. Wenn sie der fristlosen Kündigung nicht widersprochen hat, dann ist die Sperrung des ALG I vermutlich gerechtfertigt, weil das die normale Rechtsfolge einer fristlosen Kündigung ist.

5. Ersatzweise kann sie doch ALG II beantragen. Normaler Weise hätte man sie schon beim ALG I Antrag darauf hinweisen müssen, dass ein ALG II Antrag zu stellen ist, denn bei einer Auszubildenden kann das ALG I kaum ausreichen.

6. Ausserdem schreibst Du sie hätte beim Jobcenter die Arbeitslosigkeit gemeldet, dass wäre doch dann mit dem ALG II Antrag verbunden.

7. Dass sie mit dem Vater der Tochter nicht mehr zusammen ist, hat keinen Einfluss darauf, dass der natürlich Unterhaltsverpflichtungen hat. Kommt der dem nicht nach, gibt es die Unterhaltsvorschusskasse.

Sie hat 4 1/2 Monate Krankengeld bezogen.

Was genau in ihrer Kündigung stand daß weiß ich nicht was ich weiß daß dort drin stand daß sie Fristlos gekündigt ist aufgrund dessen daß sie ausgeschult wurde und daß sie aufgrunddessen wohl die Ausbildung nicht beenden kann.

Hilfsweiße wurde sie zum ende des Monats gekündigt. Irgendwie so stand daß da wohl drin.

Daß man daß widerrufen kann bzw. Sollte daß wusste sie denke ich nicht. Ich wusste es aber auch nicht. Aber sie War psychisch so fertig und am Boden daß sie sich da nirgendwo informiert hat.

Auch weil sie nebenher noch ständig vor Gericht ist weil der Kindsvater möchte umgangsrecht haben von der 1. Tochter und wenn es zu treffen kommen soll dann lässt er sich nicht blicken daß ist so ein ständiges hin u. Her. Was auf dem Rücken von den Kind ausgetragen wird. Daß Kind möchte Garkein Umgang weil der KV sie einmal ganz fest am Arm gepackt hat und sie geschüttelt hat. Aber die Umgangspflegerin der kleinen versucht trotzdem immer noch zu vermitteln und daß arme Kind geht regelmäßig zur ergotherapie weil sie danach anfing zu stottern .

Ich War bei dem Termin dabei wo sie ALG 1 beantragt hat. Da hat keiner was davon gesagt daß sie Hartz4 beantragen soll.

Im Gegenteil sie waren zufrieden mit ihr weil sie alles was sie an Unterlagen hatte schon in Kopie mitgebracht hatte . Sie sagten ihr so wäre der Bewilliungs Bescheid schnell da.

Dann kam erst ein schreiben daß sie sich zur Kündigung äußern sollte. Daß tat sie auch sie hat schriftlich begründet wie die Kündigung zu Stande kam.

Vom Arbeitgeber gab es noch ein super gutes Arbeitszeugnis.

Ich versteh daß alles nicht irgendwas muss ihr doch zustehen. man kann eine schwangere doch nicht ohne Miete und essengeld lassen.

Vorallem was ist mit der Tochter sie bekommt UnterhaltsVorschuss und Kindergeld mehr nicht.

Und sie War schon beim SB sie will aufjedenfall und wenns nur bis zum Mutterschutz ist arbeiten gehen.

Auch wenns schwer ist aber sie ist ja willig und will vermittelt werden.

Kann ich ihr nicht irgendwie helfen?

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@Todesengel1990
    ich weiß daß dort drin stand daß sie Fristlos gekündigt ist aufgrund dessen daß sie ausgeschult wurde und daß sie aufgrunddessen wohl die Ausbildung nicht beenden kann.

Das ist das, was ich wissen wollte.

    Daß man daß widerrufen kann bzw. Sollte daß wusste sie denke ich nicht. Ich wusste es aber auch nicht. Aber sie War psychisch so fertig und am Boden daß sie sich da nirgendwo informiert hat.

Natürlich kann man, man muss auch, oder soll man jede fristlose Kündigung hinnehmen? Es würde sofort zu einer Unterlastung/Arbeitslosigkeit der Arbeitsgerichte führen.

   Ich War bei dem Termin dabei wo sie ALG 1 beantragt hat. Da hat keiner was davon gesagt daß sie Hartz4 beantragen soll.

Das war dann tatsächlich ein Fehler der Arbeitsagentur, denn selbst wo ich keine Zahlen habe, weiss ich doch, dass deren Ausbildungvergütung nicht höher als 800,- netto sein kann. mit Kind bekommt sie 67 % vom Netto also höchstens 536,- Euro. Das ist weniger als der Regelsatz von ALG II für Mutter und Kind, Miete nicht gerechnet. Also war klar, dass sie ergänzendes ALG II brauchen würde.

    Ich versteh daß alles nicht irgendwas muss ihr doch zustehen. man kann eine schwangere doch nicht ohne Miete und essengeld lassen.

Natürlich, ALG II, selbst wenn die fristlose Kündigung berechtigt war. Aber man muss es beantragen.

    Kann ich ihr nicht irgendwie helfen?

Ja, gehe mit Ihr zum Jobcenter.

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@wfwbinder

DH !!!!  lieber wfwbinder !  mein lieber Schwan  ..... Sachen gibt's, die dürfte es eigentlich nicht geben :-((

Ich frage mich, wozu sitzen die Mitarbeiter auf ihren gut bezahlten Amtssesseln, wenn man dort nicht einmal den einfachsten, notwendigen Überblick hat ?

Als Betroffener hat man in solchen Fällen die A......karte gezogen, denn die finanzielle Notlage wird so zur unverschuldeten Kettenreaktion ! An den daraufhin folgenden Schriftverkehr mag ich gar nicht erinnern.

                                                                                                                   Baue auf und reiße nieder, so hast du immer Arbeit wieder  ! :-((


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@Gaenseliesel

mein lieber Schwan

Ich las daraus: mein lieber Schwarm und wollte gerade gratulieren;-)))))))))))))

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@Primus

lach, geht mir auch öfters so ! Schwarm... auch nicht schlecht ;-))

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@Gaenseliesel

Ich war bei dieser Schilderung etwas verwundert, denn  ich kenne aus dem Mandatenkreis nur Leute bei der Arbeitsagentur, die diesen Hinweis auf vorsorgliche ALG II Anträge geben. 

Die Fragerin, bzw. deren Freundin, muss schon an ein seltsames Exemplar geraten sein.

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@wfwbinder

Anscheinend hat sie einen der Top Berater gehabt die bezahlt werden für s nichts tun. Als sie sich arbeitslos gemeldet hat hat daß ganze keine 10 Minuten gedauert. Sie wurde aufgefordert den Rest auszufüllen und abzuwarten.

Ihr wurde nicht mal gesagt ob jetzt aufgrund der Schwangerschaft ein Mehrbedarf besteht oder nicht.Immerhin hat sie jetzt die 13 SSW erreicht.

Wir konnten noch nicht mal fragen ob man bei ALG1 eine BabyErstattung beantragen kann oder nicht. Oder ob es andere Möglichkeiten gibt.

Auch der Sachbearbeiter War nach paar Minuten fertig. Weil sie muss sich ja bewerben aber in anderen Bereichen da Altenpflege in der Schwangerschaft zu schnell zu einem Berufsverbot führt und dann bekommt man alles gestrichen.

Ihr seid mir wirklich eine große Hilfe . Vielen Dank

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@Todesengel1990

Ihr wurde nicht mal gesagt ob jetzt aufgrund der Schwangerschaft ein Mehrbedarf besteht oder nicht.Immerhin hat sie jetzt die 13 SSW erreicht. Wir konnten noch nicht mal fragen ob man bei ALG1 eine BabyErstattung beantragen kann oder nicht. Oder ob es andere Möglichkeiten gibt.

Entschuldigt bitte, aber ihr seid Strategen.

ALG I ist eine Versicherungsleistung. Die Leistungen erfolgen nicht nach Bedarf, sondern nach den Vorschriften für diese Arbeitslosenversicherung.

Babyausstattung, Miete, Lebenshaltungskosten usw. sind Fragen der Bedürftigkeit, das ist ALG II. Bei ALG II bekommt man Geld, wenn man bedürftig ist. Also da wird sie auf jeden Fall was bekommen.

ALG I ist wie gesagt Versicherungsleistung und hängt davon ab, ob man die Voraussetzungen erfüllt.

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Vielen dank für die hilfreiche Antwort.  

Ich werde es ihr heute noch alles berichten und dann sofort zum Jobcenter fragen warum die ihr nicht direkt gesagt haben daß sie ne Alg 2 Antrag stellen muss. 

Noch ein Tipp. Es ist nicht sicher, dass es klappt, aber probieren:

DEn Antrag auf ALG II auf den Tag des Antrags des ALG I stellen. Das wird vermutlich abgelehnt werden, weil man ALG II immer ab dem Tag der Antragstellung bekommt.

Aber, wenn die Ablehnung dazu kommt, bzw. der Bescheid mit Leistungen ab heute, dann in das Einspruchsverfahren mit dem Antrag auf die wiedereinsetzung in den vorigen Stand, mit der Begründung, dass der Arbeitsagenturmitarbeiter das mit der Sperre hätte überblicken müssen und Deine Freundin zum Jobcenter hätte verweisen müssen.

Ich könnte mir vorstellen, dass es klappt.

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@wfwbinder

Stimmt ! Das mit dem Einspruch ist mir auch gerade eingefallen, weil mich das Schicksal der jungen Frau berührt und die Mitarbeiter der Behörde dadurch mal angehalten werden, ihre Arbeitsweise zu überdenken. Der Einspruch dürfte hier erfolgreich sein und anderen Hilfeempfängern gleich im ersten Anlauf zu Gute kommen. 

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