Kann das "allgemeine Zinsniveau" wesentlich steigen, solange die Notenbanken ( Ezb, Fed) ihre "Leit"zinsen nicht erhöhen?

2 Antworten

Das "allgemeine Zinsniveau" gibt es nicht wirklich. Du kannst jedoch eine Zinsstrukturkurve betrachten, die die Situation der Zinserträge/Erwartung der Zinsentwicklung für die Zukunft reflektiert.

Notenbanken können durch Negativzinsen für Einlagen, durch Leitzinsen für Kredite oder durch Maßnahmen zum massiven Aufkauf bestimmter Rentenpapiere diese Kurve beeinflussen. Inflationserwartungen wirken sich ebenso aus.

Ein weiterer Faktor ist die Liquidität im Markt, die je nach Marktsentiment und Zinslage auf verschiedene Zeiträume eher kurz- oder langfristige Anlagen bevorzugt. Diese Nachfrage in Relation zum Angebot kann die Zinskurve auch verzerren.

Wenn Du also das Zinsniveau als die heute erreichbaren Zinsen einer risikolosen Anlage betrachtest, dann ist die Antwort auf Deine Frage ganz klar NEIN.

Wenn Du das Zinsniveau an Kreditzinsen in einem bestimmten Segment misst, dann könnten die Zinsen in bestimmten Zeiträumen durchaus steigen, da es sich um Erwartungen auf einer Zinsstrukturkurve handelt.

Nein, das geht nicht.

Allerdings, sollte die Inflation tatsächlich weit über 2% steigen, was dieses Jahr möglich ist, dann muss die EZB reagieren.

Die Inflationsrate können die Statistiker des gleichen Staats "kleiner und schöner" rechnen. Siehe "Kerninflation".

2 Ausnahmen zu Ihrem "Nein" sehe ich theoretisch:

1. Bei den Darlehen-Zinsen ( Darlehen aus Bürgersicht) könnte es nach meinem Verständnis durch Kreditausfälle aufgrund von "Corona-Insolvenzen" zu einem Aufschlag der Kundenbanken gegenüber dem Null-Zins der Ezb kommen!!? Bei den Haben-Zinsen nicht ...
2. Wenn die EZB die Anleihen der Staaten nicht aufkaufen WÜRDE, dann gäbe es ja auch staatliche Mega-Schuldner schlechter Bonität, der höhere Zinsen zahlen müßte quasi auf einem Zweitmarkt ...

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