Jetzt Bausparvertrag abschließen. Wie sinnvoll für mich?

4 Antworten

Nichts gegen Bausparverträge, aber in diesem konkreten Fall würde ich davon zum jetzigen Zeitpunkt abraten. Wie schon selbst vom Fragesteller beantwortet, ist der Zweck des Bausparens auch die Ansparphase, damit Kredite überhaupt gewährt werden können. Entweder man zögert den Erwerb der Immobilie heraus um mehr Eigenkapital anzusparen oder man geht mit dem Kaufpreis für eine Immobilie runter. Denn: Eine solide Finanzierung ist nur dann gewährleistet, wenn mindestens 25 bis 30 % des Kaufpreises als Eigenkapital vorhanden sind.

Bausparen ist dann besonders sinnvoll, wenn man auf steuerliche Förderung rechnen kann: bei 3 Kindern vielleicht sehr sinnvoll. Ansonsten ist es natürlich eine Finanzierung mit langen Wartezeiten und hohen Tilgungen in der Finanzierungsphase. Die Branche übertrifft sich da mit Werbegags, was dich aber nicht verführen sollte.( siehe auch die offene Werbung von Schwäbisch Hall/Volksbank) Ich halte Bausparen nur i.H.v. 20-30% des Kaufpreises für sinnvoll: abhängig natürlich von deinem Gehalt und der dauerhaft sicheren Beschäftigung.

Der Abschluß eines Bausparvertrages macht auf alle Fälle Sinn!

Damit sicherst Du Dir günstige Zinsen über die gesamte Laufzeit.

Wenn Du ein Annuitätendarlehen für die Hausfinanzierung nimmst beträgt die Laufzeit üblicherweise 10 oder 15 Jahre. Danach mußt Du über den Zinssatz neu verhandeln.

Da heute ca. 1 Jahr nach Deiner Fragestellung vergangen ist hast Du jetzt etwa 20.000€ Eigenkapital.

Mit 10% Eigenkapital (u. U auch weniger) bekommst Du heute bei einem guten Einkommen eine super günstige Finanzierung.

Ich gehe man von 300.000€ aus incl. Steuer und Notar.

Zu dem Bankdarlehen nimmst Du ein Darlehen von der staatseigenen KFW-Bank ein Darlehen über 50.000€ zu momentan 2,75%. Dies solltest Du auf alle Fälle nehmen, da Du damit mit der Beleihungsgrenze unter 80% des Objektwertes kommst und damit günstige Zinsen bekommst.

Wenn Du die 300.000€ mit 1 Promille tilgst hast Du nach 10 Jahren noch eine Restschuld von etwa 260.000€.

Der Durchschnitt der Bauzinsen liegt langfristig im Durchschnitt bei 7- 8%, er lag auch schon bei 13%, heute liegt er bei etwa 3%. Ich weiß Banken bieten weniger als 2% an aber es gibt keine, die Dir diesen Zins für eine 90%-Finanzierung geben wird.

Und wenn Du dann keinen Bausparvertrag hast der zuteilungsreif ist hast Du richtig Probleme.

Wenn Du nun nach 10 Jahren anstatt 3% 8 oder sogar 9% Zinsen zahlen mußt was dann? Kannst Du dann monatlich den doppelten Betrag oder auch mehr aufbringen.

Der Bausparvertrag hat hier einen ganz anderen Zweck.

Anstatt der Tilgung zahlst Du in den Bausparer monatlich eine Tilgungsersatzleistung und sparst den Vertrag damit an. Nach der Zinsbindung bekommst Du daraus eine Teilbausparsumme und dafür ein günstiges Bauspardarlehen. Damit kannst Du das Darlehen teilweise oder aber auch ganz ablösen und hast somit das Zinsrisiko reduziert oder aber ganz abgesichert.

Das Bausparen ist in einer Tiefzinsphase, wie wir sie jetzt haben, ideal geeignet um sich das Zinsrisiko nach der Zinsfestschreibung abzusichern.

Bausparvertrag wird Zugeteilt - ich möchte aber weiter sparen

Hallo,

2004 habe ich einen Bausparvertrag abgeschlossen. Nun habe ich einen Brief bekommen, dass der Bausparvertrag am Tag X zugeteilt wird.

Als Anlage ist ein Formular:

  • [x] Ja, ich nehme die Zuteilung an: [ ] sofort [ ] zum
  • [ ] Ich verzichte endgültig auf mein günstiges Bauspardarlehen (Bitte rechnen Sie meinen Bausparvertrag ab und überweisen Sie mein Guthaben)
  • [ ] Ich möchte mein Geld weiterhin rentabel auf einem neuen BHW Bausparvertrag anlegen

Mein Bausparguthaben liegt bei ca. 3000 EUR, (deutlich unter der Bausparsumme). Nun habe ich im Netz gelesen, dass ich ja bis zur Bausparsumme weiter sparen kann.

Aber: Wenn ich die 8.000 erreiche, kann man mir ja kein Darlehen mehr "anbieten" und folglich kann ich diesen nicht ablehnen um die 3.5% zu erhalten (Details zum Vertrag weiter unten).

Frage daher an Euch:

  1. Wie sollte ich nun vorgehen? Denn irgendwie passt ja nichts aus auf dem Formular. Eigentlich würde ich gerne den Vertrag so weiter laufen lassen wie er ist um die Zinsen und die Arbeitgeberzulage zu erhalten. - Den Darlehen brauche ich nicht.
  2. Muss ich bis zu dem "Datum X" irgendwie reagieren?

Vertrag

  • BHW Dispo maXX "ZV01199 V 10 DM / 09.03"
  • Bausparsumme: 8.000
  • mtl. VL: 26
  • Sparbetrag mtl.: 26
  • Abschlussgebühr: 80
  • Darlehnszins: nom. 4.75%, eff. 4.99% - 5.55%

Guthabenzins: "Die Gesamtverzinsung erhöht sich rückwirkend ab Vertragsbegin bei Verzicht auf das Bauspardarlehen (nicht bei Kündigung) und nach einer Laufzeit von mindestens 7 Jahren auf 3.5%.


ABB

§3 Verzinsung des Sparguthabens

  • (1) Das Bausparguthaben wird mit 2% jährlich verzinst (Basiszins)
  • (2) Verzichtet der Bausparer nach einer Vertragslaufzeit von mindestens 7 Jahren bei Annahme der Zuteilung des Vertrags auf das Bauspardarlehen, erhöht sich die Gesamtverzinsung des Bausparguthabens rückwirkend ab Vertragsbeginn auf 3,5% jährlich. Für Guthaben, die die Bausparsumme übersteigen, erhöht sich die Gesamtverzinsung nicht. Bei Vertragsänderungen ist der neue ermittelte Vertragsbeginn (§13) Grundlage für die Laufzeitberechnung.
  • (3) Die Basiszinsen werden dem Bausparguthaben jeweils am Ende des Kalenderjahres gutgeschrieben. Sie werden nicht gesondert ausgezahlt. Die Differenz zur Gesamtverzinsung wird bei Auszahlung des Gesamten Bausparguthabens fällig und dem Bausparkonto zu diesem Zeitpunkt gutgeschrieben.

§5 Nichtannahme der Zuteilung, Vertragsfortsetzung

  • Der Bausparer kann die Annahme der Zuteilung widerrufen, so lange die Auszahlung der Bausparsumme noch nicht begonnen hat.
  • Nimmt der Bausparer die Zuteilung nicht fristgemäß an oder wird die Annahme der Zuteilung widerrufen, wird der Vertrag fortgesetzt.
  • Setzt der Bausparer seinen Vertrag fort, kann er seine Rechte aus der Zuteilung jederzeit wieder geltend machen. In diesem Fall ist der Bausparvertrag bei dem Zuteilungstermin, der dem Ablauf von drei Monaten nach Eingang seiner Erklärung folgt, vorrangig zu berücksichtigen.
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