Ist es üblich, dass Vermieter eine Bürgschaft verlangt, obwohl Kaution gestellt wird?

4 Antworten

Das Gesetz beschränkt die Höhe der Mietsicherheit auf insgesamt 3 Monatskaltmieten (§ 551 BGB). Weitere Sicherheiten dürfen nicht verlangt werden.

Verschiedentlich haben Gerichte über Elternbürgschaften geurteilt. Wenn der Vermieter solche verlangt, ist das regelmäßig unzulässig. Der Bürge ist zu nichts verpflichtet. Wenn allerdings die Elternbürgschaft freiwillig angeboten wird von Mieterseite und nur deswegen der Vermieter zum Vertragsabschluß bereit ist, könnte die Sache anders aussehen. Einige der insofern getroffenen Gerichtsentscheidungen sind hier schon zitiert. Im Grunde ist das Sache der Entscheidung des Tatrichters und im voraus schwer abschätzbar.

Verlangen darf er es nicht, da eine unzulässige Übersicherung bestünde, wenn er mehr Mietsicherheiten als die gesetzl. zulässigen 3 Monatsmieten bekäme. In dem Fall dürfte er die Bürgin überhaupt nicht mehr in Anspruch nehmen :-)

Aber Mietvertragsunterschrift von einer ausdrücklich freiwilligen Bürgschaft der Mutter abhängig machen, nachdem die Kaution bereits gezahlt wäre :-O

Da sollte sie genau lesen, was sie unterschreibt: Bürgen heißt würgen :-O

G imager761

Mietrückstand nach Auszug: Vermieter klagt und hält Kaution zurück

In meinem Bekanntenkreis gibt es folgenden Fall:

  • Pärchen bezieht Wohnung (beide im Vertrag) und wohnt 1 Jahr gemeinsam darin. Er zahlt alleine.
  • sie bezahlt die Kaution alleine.
  • nach Trennung bleibt sie alleine 2 Jahre in der Wohnung. Vermieter weiss davon. Im Vertrag bleiben immer noch beide stehen, keine Anpassung. Zahlung der Miete nur durch sie.
  • sie zieht letztendlich Ende letztes Jahres aus, zahlt die letzten 3 Monatsmieten nicht, da pleite.

Jetzt klagt der Vermieter auf die offenen 3 Monatsmieten gegen beide. Sie hat kein Geld mehr, er - der vor Jahren ausgezogen ist - hätte das Geld.

Der Vermieter hält die Kaution zurück als Sicherheit bis zum Urteil.

Die NK-Abrechnung ergibt eine Rückzahlung von 700 Euro (bekannt seit April 09).

Die Fragen:

  1. darf der Vermieter die Kaution einbehalten?
  2. wann ist der Vermieter verpflichtet, die NK-Rückzahlung zu leisten?
  3. kann Mietrückstand mit Kaution gegengerechnet werden (es erfolgt also keine Zahlung an Mieter)?

Ich habe zu allem eine vage Meinung, bin mir aber nicht sicher. Alte Fragen hier machen mich auch nicht sicherer.

Wer weiss Bescheid?

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