Ist es sinnvoll eine Ausbildung zum Rechtsanwaltfachangestellten zu machen und nebenbei ein Jurafernstudium?

2 Antworten

Klingt für mich nach einer Schnapsidee:

Zum einen wird der Beruf des Rechtsanwaltsfachangestellten nach wie vor ganz überwiegend von Frauen ausgeübt. Ob ein Hirsch da überhaupt einen Ausbildungsplatz bekommen kann ist unsicher.

Zum zweiten hat der Beruf des Rechtsanwaltsfachangestellten mit dem des Juristen ungefähr genau so viel zu tun wie der des Gastwirts mit dem des Ingenieurs für Brauwissenschaft. Nur deshalb weil man dem Rechtsanwalt zuzuarbeiten hat wird man nicht zum Rechtsfachmann.

Fernstudium dauert immer viel länger als ein normales Studium. Da wäre es wohl besser, die Wartesemester hinzunehmen oder aber in den sauren Apfel zu beißen in einer anderen Stadt zu studieren. Was ist daran eigentlich so schlimm. Oder machst Du etwa auch Urlaub nur im Stadtpark?

Zudem ist die Zahl der Anbieter ohnehin begrenzt. Mir fällt an staatlichen Fernuniversitäten nur die in Bochum ein. Hast Du nachgeschaut, wie da die Zugangsvoraussetzungen sind?

Nicht in Bochum ist die, sondern in Hagen.

Gibt natürlich noch private Fernunis, aber mit zum Teil happigen Gebühren.

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Danke.
Deine Art und Weise zu helfen ist jedenfalls sehr ausgefallen, macht den Eindruck als hättest du noch eine versteckte Humortaste auf deiner Tastatur, die du sehr liebst und gezwungen verwenden möchtest.
Aber ich bin dir trotzdem dankbar und versuche dir auf der selben Höhe zu begegnen, was als Hirsch einem Privatier gegenüber wohl sehr schwer fallen dürfte: Das der Beruf des Rechtsanwaltfachangestellten nichts mit dem eines Rechtsanwaltes zutun hat, ist mir bewußt. Jedenfalls ist es die einzige Ausbildung, die in der Juristerei so existiert und ich mir vorstellen könnte. Denn Rechtspfleger möchte ich nicht sein, in der Verwaltung möchte ich auch nicht arbeiten und als Wirtschaftsjurist sehe ich mich auch nicht. Privatier, wie du es scheinst zu sein, wird man damit nicht und daher stellt dies auch keine Option für mich dar. (Ironie)
Ich habe auch kein Problem damit in eine andere Stadt zu ziehen, nur wollte ich die Frage relativ kurz halten und nicht meine gesamte Lebensgeschichte erzählen.
Kannst du mir erklären, warum ein Fernstudium IMMER länger benötigt als eins mit Präsenzvorlesungen? Ich bin auch kein Fan von Fernstudien oder Ähnlichem und würde ein "normales" immer vorziehen, nur ist dies durch Corona erschwert und es finden soviele Studiengänge momentan online statt. Daher wäre das mal eine Debatte wert, drüber diskutieren und ein Gedankenspiel kann man sich dem mal widmen, so meiner Meinung.
Das du als Privatier nicht nur Urlaub im Stadtpark machst ist mir durchaus bewusst, als Hirsch hat man da allerdings nicht die größten Möglichkeiten.
Spaß beiseite, ich kann sehr wohl woanders Jura studieren, nur ist der weitere Vorteil bei der UniHagen der, das ich den Bachelor of Law mache und danach das Staatsexamen, sprich wenn ich das Staatsexamen nicht bestehe, habe ich wenigstens noch den Bachelor of Law.
Auch wenn man es sich als Privatier erlauben vom Balkon der Grande Junior Suite zu spucken, sollte man vielleicht während man die Spucke im Mund sammelt kurz einen Gedankengang daran verschwenden, ob es da nicht noch die ein oder anderen Details gibt, die man vergessen kann.
In diesem Sinne, *röhrende Hirsch Geräusche*

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@DerHirsch123

Um einige Punkte aufzugreifen:

Der Vollzeitstudent hat 7 Tage zu je 24 Stunden zur Verfügung. Der Teilzeitstudent 2 Tage zuzüglich 5 Tagesreste. Da der Mensch die zeitraubende Angewohnheit hat Schlaf und Erholung zu brauchen und soziale Kontakte pflegen will reduziert sich das zur Verfügung stehende Zeitquantum erheblich. Ein neben Beruf oder Ausbildung betriebenes Studium muss daher länger dauern.

Was den Bachelor betrifft ist die Berufsberatung besser geeignet als ich den Wert zu taxieren. Ich fühle mich aber erinnert an den Diplom-Juristen. Diesen Titel konnte jeder Jurist erwerben der das 1.Staatsexamen bestanden hatte und der klang allemal besser als geprüfter Rechtskandidat.

Ich Kreise ehemaliger Studienkollegen haben wir uns darüber unterhalten und herzlich gelacht. Kein uns bekannter Assessor wäre auf die Idee gekommen sich nachdiplomieren zu lassen, obwohl das mit einem kurzen Schriftwechsel zu erledigen gewesen wäre. Für Sachkundige nämlich war bei diesem Titel klar, dass es sich um einen "Halbjuristen" handelt. Dem standen Jobs nur auf Sachbearbeiterebene offen und da musste er mit allen möglichen anderen Bewerbern konkurrieren. Kann sein, dass das mit dem Bachelor ähnlich ist.

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@Privatier59

Und noch eine Anmerkung zu den Vorlesungen:

Als Erstsemester stellt man nicht wenig erstaunt fest, dass die Vorlesungen in Jura eine einfach nur miserable Qualität haben. Lernen findet außerhalb der Vorlesungen statt. Entweder mit Hilfe eines Repetitors oder durch Selbststudium. Ich selber hatte mir in Erinnerung an ferne Schultage einen über 3 Semester gehenden Stundenplan verordnet und war danach examensreif. Pro Woche waren an 5 Tagen jeweils 8 bis 10 Stunden Lernen angesetzt und am Wochenende mindestens 6 Stunden verteilt auf beide Tage.

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Ich habe selber diese Ausbildung durchlaufen, aber die Einkommensmöglichkeiten sind da nicht allzu hoch. Auch ist es immer noch eine klassische Ausbildung mit Arbeiten und Berufsschule. Inwieweit du dann noch Zeit für dein Studium per Fernuni hast, musst du selber einschätzen.

Ich würde in eine Stadt gehen, wo du direkt anfangen könntest. Was ist, wenn es trotz Ausbildung hinterher doch nicht zu einem Studienplatz kommt? Dann hast du deine Zeit vertan.

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