Ist es rechtens wenn der Arbeitgeber von mir Fehlbestände des Bargeldes möchte?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

So pauschal könnte die Klausel durchaus unzulässig sein. Anders siehst es aus, wenn zusätzlich zum Lohn ein Mankogeld gezahlt wird, siehe den Link von Gaenseliesel.

Man müsste halt den Arbeitsvertrag im Wortlaut kennen...

Woher ich das weiß:Hobby – Hobbyjurist - Grundwissen, garniert mit Recherche

Zu Vergütung steht: Die monatliche Bruttovergütung beträgt EUR X. Die Vergütung wird jeweils am Letzten eines Monats fällig. Die Zahlung erfolgt bargeldlos auf das der Firma benannte Konto des Arbeitnehmers. Weitere Sondervergütungen (Gratifikation, Urlaubsgeld, Prämien, vermögenswirksame Leistungen, etc.) werden nicht gewährt und sind in oben genannter Bruttovergütung enthalten.
Unter Nebenabreden findet sich Mündliche Abreden bestehen nicht.
In den Laden Regeln steht dann jedoch noch der eine Punkt mit: Die Schlüsselträger sind für das im Laden befindliche Bargeld verantwortlich und haften für etwaige Fehlbeträge.

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@Moropheles

Wenn diese "Ladenregeln" nicht explizit in den Arbeitsvertrag eingebunden sind, könnte die Regelung eh unwirksam sein. Und wenn kein Makogeld gezahlt wird (wie es ja offenbar der Fall ist), kann auch kein Kassenmanko abgezogen werden.

Wie oben schon geschrieben: Nimm deinen Arbeitsvertrag und eine Kopie der "Ladenregeln" mit und gehe damit zum Anwalt bzw. zur Gewerkschaft.

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Nein, solche Klauseln im Arbeitsvertrag sind per se nicht wirksam.

so kannte ich es bisher auch..... 🤔

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Danke. Ich werde mich erstmal mit einem Anwalt der Gewerkschaft da drüber unterhalten um zu sehen wie es läuft.

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Hallo,

der Auffassung von @Snooopy155 war auch ich bisher immer 🤷‍♀️

Anscheinend sind vereinbarte Klauseln im AV wie du sie in der Frage definierst, tatsächlich mitunter rechtens. Allerdings nicht ohne Gegenleistung.

Näheres dazu unter dem Begriff "Mankogeld" hier im Link:

https://www.arbeitsrecht.org/arbeitnehmer/arbeitsvertrag/mankohaftung-und-kassenfehlbestaende-wer-zahlt/

"Mankogeld" könnte(?) also bedeuten, dass AG und AN sich den Fehlbetrag teilen‼️

😴.... man lernt eben NIE aus 😏

Dies dürfte doch rein theoretisch nicht fair sein, da der AG in dem Fall ja generell eine Versicherung dafür haben sollte. Der AG nimmt in dem Fall dementsprechend gar keinen Schaden, während mir als AN in jedem Fall Unkosten entstehen, vor allem in dem Punkt da nur eine Kasse existiert an der alle Berechtigten Kassierer kassieren und erst Abends Fehlbestände nachgewiesen werden, welche an die AN die zuletzt im Laden waren vergeben werden. Ich kann mir nicht vorstellen das dies dann in der Form rechts wirkend sein kann. Ich danke auf jeden Fall für die Antwort und werde mich erstmal mit einem Anwalt der Gewerkschaft zusammensetzen.

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@Moropheles

Für mich ist dieser Mankogeld -Knebelvertrag auch unverständlich, aber anscheinend rechtens🤷‍♀️

In diesem Fall würde ich freiwillig Frühschichten schieben, wie wohl jede Kollegin 🙏😴

Kannst du mit diesem Arbeitsvertrag auf Dauer nicht leben, musst du dich wohl nach einer Alternative umschauen.... hier waren es nur 10€, irgendwann kannst du möglicherweise deinen Monatsverdienst hinblättern 😖😱

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@Moropheles

kann mir nicht vorstellen, dass es dafür eine Versicherung geben sollte. Wäre zu einfach da zu besch...
wenn doch, kannst Du sie ja abschliessen. Ist ja schließlich Dein Fehler.

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@Moropheles

Wenn morgens jemand anders kassiert hat und zwischendurch kein Kassensturz durchgeführt wurde, ist diese Vereinbarung eh für den A****, da nicht hinreichend glaubhaft darstellbar ist, dass der Fehlbestand innerhalb deiner Kassenverantwortung entstanden ist.

Auch kann der Fehlbestand nicht einfach so ohne weiteres von Nettolohn abgezogen werden, ein Mankogeld scheint ja nicht gezahlt zu werden.

Insofern ist der Gang zum Anwalt definitiv der richtige Weg.

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@Gaenseliesel

Exakt dies ist der Punkt. Selbst mit Mankohaftung müsste ich nur bis zum gezahlten Betrag aufkommen. Insofern dies hier geregelt ist sehe ich das nicht rechtens. Ich recherchiere hier auch tatsächlich nicht für mich sondern für meine Freundin. Neben besagtem Müll was hier das bezahlen von Fehlbeständen angeht begeht der Betrieb auch klar rechtliche Verletzungen wegen der Arbeitszeit da erwartet wird das alles vor und nach Öffnungszeiten des Ladens als Freizeit gilt, darunter auch das Abrechnen der Kasse und das schliessen des Geschäfts. Das hier das Umziehen als Freizeit gezählt wird, kann ich ja absolut nachvollziehen , jedoch nicht die Art wie hier mit Fehlbeständen gehandhabt wird. Es kann vom AG nicht nachgewiesen werden wie dieser Fehlbestand passiert ist aufgrund fehlendes Videomaterials, also wäre es möglich das jemand in der Frühschicht mal 20€ entfernt und die Spätschicht dafür aufkommen muss. Das kann nicht Sinn der Sache sein.

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@jgobond682

Richtig. Da war etwas falsch bei mir Vernetzt. Danke für die Korrektur.

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@Moropheles

Deiner Freundin ist dringend anzuraten den Arbeitsplatz zu wechseln ‼️

Das Abrechnen der Kasse gehört natürlich zur Arbeitszeit..... genau wie die Arbeiten vor Laden Öffnung und nach dem Schließen des Geschäfts. 😴

Gehört dieser "Laden" zu einem Privatkrauter ?

Worauf sie beim nächsten Arbeitgeber vor Unterschrift des AV achten muss, weiß sie ja jetzt 👍

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Weitere Sondervergütungen ... werden nicht gewährt und sind in oben genannter Bruttovergütung enthalten.

Wie kann etwas das nicht gewährt wird, dennoch enthalten sein?

Der AV scheint von Profis geschrieben worden zu sein....

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Ich denke dies ist deutsche Formsprache und ist ein überflüssiges Anhängsel welches aufgrund der korrekten Rechtsform mit in diese Klausel gehört, auch wenn sich dies natürlich absolut widerspricht und in jedem Fall bedeuten soll das hier keine weiteren Vergütungen existieren. Deutschland ist doch ein tolles Land für Papierkrieg.

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