Ist es möglich vor Antritt des Erbes zu erfahren ob Steuerschulden bestehen?

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1 Antwort

bronian: Das Finanzamt sagt dem (gesetzlichen oder gewillkürten) Erben, unter welchen Voraussetzungen es Auskunft über Steuerrückstände des Erblassers gibt und welche Legitimations-Unterlagen (Erbschein, Testament, Eröffnungsprotokoll) vorzulegen sind. - Der Erbe steht vor der schwierigen Aufgabe, innerhalb kurzer Zeit – i.d.R. sechs Wochen - festzustellen, welche Gläubiger welche Forderungen gegen den Nachlass haben. Der Erbe möchte aber seine Haftung für Nachlassverbindlichkeiten auf den Nachlass beschränken und auf keinen Fall mit seinem Eigenvermögen haften. Was tun, wenn die Ausschlagungsfrist von sechs Wochen bereits abgelaufen ist? Bekanntlich haftet der Erbe für die Nachlassverbindlichkeiten (z.B. rückständige Steuern). Die Nachlassgläubiger können im Wege des Aufgebotsverfahrens zur Anmeldung ihrer Forderung aufgefordert werden. Die Haftung des Erben für die Nachlassverbindlichkeiten beschränkt sich auf den Nachlass, wenn eine Nachlasspflegschaft zum Zwecke der Befriedigung der Nachlassgläubiger (Nachlassverwaltung) angeordnet oder das Nachlassinsolvenzverfahren eröffnet ist (§ 1975 BGB).

Im Klartext: Schlägt der Erbe die Erbschaft nicht aus und stellt sich später heraus, dass der Nachlass überschuldet ist und der Erbe für diese Nachlass-Schulden nicht mit seinem Eigenvermögen haften möchte, muss er den vorbeschriebenen Weg innerhalb bestimmter Fristen gehen. Wird dem Antrag vom Insolvenzgericht entsprochen, ist eine Haftung auf den Nachlass beschränkt.

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