Ist es möglich jemanden in seinem Testament komplett zu Enterben?

2 Antworten

Damit man einen gesetzlichen Erben völlig enterben kann, dazu ist nötig, das der einem nach dem Leben trachtet, körperlch schwer misshandelt hat, oder einen völlig ehrosen Lebenswandel führt, oder den Erblasser in einer Notlage im Stich gelassen hat.

http://www.erbrecht-ratgeber.de/erbrecht/enterbung/enterbung_01.html

Nur die Kinder, die Eltern und der Ehegatte des Erblassers sind pflichtteilsberechtigt. Die können nur sehr eingeschränkt "völlig enterbt" oder ihnen dieser Pflichtteil entzogen werden. Da müssen schon erhebliche Gründe vorliegen. wfwbinder hat sie dargestellt. Ansonsten kann der Erblasser alle weiteren Verwandten völlig das Erbe durch Testament entziehen, die ansonsten gesetzlich erben würden, so z. B. seine Geschwister, Tanten, Onkel usw.

Berliner Testament: Anspruch auf Erbe des Vaters?

Hallo, folgender Sachverhalt. Mein Opa ist im Mai verstorben. Er und meine Oma hatten ein Berliner Testament, womit sie sich beide als Alleinerben einsetzen im Falle des Todes des anderen. Meine Mutter, meine Tante und die Oma wohnen alle in dem 3 Familienhaus. Geschätzer wert ca 200 000€. Nun hat meine Oma das Haus an meine Tante überschrieben, damit meine Mutter leer ausgeht. Soweit ich weiß, kann sie ja nun ihren Pflichtteil von meinem verstorbenen Opa geltend machen. Beträgt er 1/8 von den 200 000€? Wie verhält sich das, da das Haus ja jetzt schon überschrieben wurde? In unserem ersten Gespräch beim Anwalt sagte er auch etwas von 1/16. Ich kriege es aber nicht mehr zusammen, in welchem Falle dies eintreten würde. Was steht meiner Mutter zu? Wer zahlt den Gutachter um das Haus wirklich schätzen zu lassen? Vielen Dank schonmal im vorraus.

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Erbrecht bei leiblichen und Stiefkindern mit Berliner Testament

Der Vater bringt drei Kinder mit in die Ehe, aus der noch zwei gemeinsame Kinder hervorgehen. Vater ist vor 30 Jahren verstorben. Beide hatten ein Berliner Testament erlassen. Kürzlich starb die Frau und hat ein Testament zugunsten "aller Kinder und Enkel" in gleicher Höhe hinterlassen. In diesem Testament wurden Stiefkinder nicht erwähnt. Es ist davon auszugehen, dass dem Amtsgericht der Sachverhalt der Stifkindsschaft nicht ersichtlich ist. Die älteste Tochter des Vaters ist inzwischen verstorben und hatte, wie die anderen vier Kinder/Stiefkinder zwei Kinder. Im Entwurf zum gemeinschaftlichen Erbschein werden die vier Kinder/Stiefkinder zu je 1/5-Anteil und die Kinder der verstorbenen ältesten Tochter des Vaters zu je 1/10-Anteil genannt. Alle anderen Enkel wurden nicht berücksichtigt.

Fragen:

1) Steht in diesem Fall den beiden Stiefkindern der Frau dieses Erbe zu? Gibt es evtl. einen Pflichtanteil? Oder gehen diese leer aus?

2) Steht den Kindern der verstorbenen Stieftochter ein Erbe zu? Warum wurden vermutlich nur diese im Entwurf zum gemeinschaftlichen Erbschein erwähnt und bedacht?

Vielen Dank für aussagekräftige Antworten!

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