Ist es egal, wenn der Wareneinkauf eines Kartonagenschredders nicht abgeschrieben wird?

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4 Antworten

Muss der Steuerberater jetzt hier nicht eine Korrektur vornehmen

Ist der Bescheid für 2011 denn schon bestandskräftig? Falls nicht, ist das kein Problem. Falls doch, ist das ein Problem.

Wessen Buchhalterin ist das denn, die da den Fehler gemacht hat? Deine oder die des Steuerberaters? Kurzum: Die Sache ist derzeit recht undurchsichtig. Was ich mich ohnehin frage ist, wieso Du den Steuerberater nicht unmittelbar auf die Sache ansprichst. Was ist der Grund?

baakbb 19.07.2013, 13:42

Den Steuerberater darauf ansprechen, ist nicht das Problem. Der Bescheid von 2011 ist vorläufig (§ 164 Abs. 2 Satz 1 AO). Es geht darum, ob ich ein kostenloses Nacherfüllungsrecht habe, da die Ausgabe nicht als privat deklariert war meinerseits und die Buchhalterin es auf privat gebucht hat.

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alles Spekulation und Raterei, wenn man die Unterlagen, die der Steuerberater erstellt hat, nicht im Detail kennt.

Diese Frage kann nur der StB beantworten. Mag sein, dass ein Fehler vorliegt. Mag sein, dass die Buchung vergessen wurde. Mag sein, dass....

und wenn ich etwas privat einkaufe, dann vermerke ich das nämlich in aller Regel auch auf dem Auszug

Ich hab unten die Auszüge angesehen. Du hättest vermerken sollen, dass es sich um ein Anlagegut für dein Unternehmen handelt UND die Rechnung dazugeben.

Neben der von P59 angeregten Prüfung (Bescheid 2011 noch angreifbar?) kannst du das Teil dann aber in 2012 nachbuchen. Hierbei kommt es darauf an, welche Rechtsform dein Unternehmen hat.

Bei einer Nicht-Kapitalgesellschaft kommen zwei Wege in Betracht:

Entweder man tut so, als hättest du das Gerät privat gekauft und du legst es jetzt ein (dann ist aber die Vorsteuer verloren) - oder du buchst es nach (dann ist die Abschreibung 2011 wahrscheinlich verloren, hier muss man die Rechtslage nochmal prüfen).

Bei einer Kapitalgesellschaft würdest du das Gerät an die Gesellschaft verkaufen (ebenfalls Vorsteuer verloren), als Sacheinlage einlegen oder wie oben nachbuchen.

Am besten wäre aber, wenn der 2011er Bescheid noch angreifbar wäre. Bei der Umsatzsteuer ist das kein Problem, die steht unter dem Vorbehalt der Nachprüfung. Bei der Einkommensteuer kommt es auf die Umstände des Falls an.

Hier kann dich dein Steuerberater beraten.

Hier noch die Bilder mit den Auszügen

Einkauf Schredder - (Steuerrecht, Steuerberater, Abschreibung) Auszug mit Privatausgabe - (Steuerrecht, Steuerberater, Abschreibung)
blackleather 19.07.2013, 08:28

Woher soll man anhand dieser Auszüge erkennen, dass da ein Kartonagenschredder für das Betriebsvermögen angeschafft wurde?

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baakbb 19.07.2013, 13:46
@blackleather

Hallo, ja, das ist richtig, dass man dies auf dem Auszug nicht erkennen kann. Es hätte also Ausgaben für Verpackungsmaterial, Frachkosten oder auch sonst was sein können. Es geht darum, ob ich ein kostenloses Nacherfüllungsrecht habe, da die Ausgabe nicht als privat deklariert war meinerseits und die Buchhalterin es schlichtweg als privat gebucht hat. Immerhin habe ich damit noch nicht mal einen Vorsteuerabzug geltend machen können und bei der Einkommenssteuererklärung habe ich auch einen dadurch höheren Gewinn, was ja eigentlich nicht stimmt. Der Steuerbescheid ist im Grunde noch änderbar (§ 164 Abs. 2 Satz 1 AO

Dazu bitte ich um Info.

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blackleather 19.07.2013, 13:55
@baakbb

Es geht darum, ob ich ein kostenloses Nacherfüllungsrecht habe, da die Ausgabe nicht als privat deklariert war meinerseits und die Buchhalterin es schlichtweg als privat gebucht hat

Das bezweifle ich. Ein Nacherfüllungsrecht besteht bei mangelhafter Leistung des Dienstleisters (§ 634 Nr. 1 BGB). Wenn du mit dieser Sache vor meinen Richtertisch trätest, würde ich aber deinen Anspruch abschmettern, und zwar aus folgenden Gründen: Du selbst hast zu vertreten, dass über dein Paypal-Konto sowohl private als auch betriebliche Zahlungen laufen, folglich die Vermischung von Privat- und Betriebsausgaben. Insofern verletzt du selbst deine Sorgfaltspflicht als Gewerbetreibender, für Klarheit in deinen betrieblichen Verhältnissen zu sorgen (die sich mindestens aus den Vorschriften zur steuerlichen Gewinnermittlung ergibt, falls du nicht sogar buchführungspflichtig nach HGB bist), und hast deshalb etwaige Unklarheiten, die sich aus dieser Vermischung ergeben, selbst zu vertreten bzw. für deren Aufklärung zu sorgen. Unterlässt du dies, kann der Steuerberater davon ausgehen, dass nur diejenigen Vorgänge betrieblicher Natur sind, die du auch als solche kennzeichnest. Und das war bezüglich des Kartonagenschredders eben nicht der Fall.

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baakbb 19.07.2013, 14:58
@blackleather

Na, aber im umgekehrten Falle, wo als gewerblich deklariert, hatte die Buchhalterin auch schon daraus privat gemacht, wenn es aber auch nur ein Kleinbetrag war.

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blackleather 19.07.2013, 15:22
@baakbb

Mag sein, aber das ist ein anderer Sachverhalt. Für den wäre zu prüfen, ob das, was als Betriebsausgabe deklariert war, auch nach der gesetzlichen Definition tatsächlich eine war oder nicht. In ersterem Fall wäre wahrscheinlich ein Nachbesserungsanspruch zu bejahen. In letzterem Fall wäre die Buchhalterin nicht befugt gewesen, den Betrag als Betriebsausgabe zu erfassen und musste ihn folglich als privat buchen (Wo hätte sie ihn sonst lassen sollen?).

Jedenfalls kann man aus einem solchen anderen - für sich zu entscheidenden - Sachverhalt keinen Nachbesserungsanspruch hinsichtlich des Schredders ableiten.

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