Ist es bei der Kfz-Versicherung ratsam eine eigene Fahrerschutz-Versicherung mitabzuschließen?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich halte rat für sehr "provisionsorientiert."

Wenn ich den eigenen, oder einen fremden Wagen fahre, sind alle Schäden, die anderen zugefügt werden versichert.

Meine eigenen Risiken kann ich mit einer eigenen Unfallversicherung absichern, die mir auch noch in anderen Fällen in der Freizeit, beim Sport usw. weiter hilft.

Ein Beispiel: Unfall in tiefer Nacht auf gerader Landstraße mit zwei verletzten Fahrern. Wegen schlechter Beweislage gibt es keinen klaren Schuldigen, sodaß in Folge jeder der Fahrer zu 50% für Schäden des Unfallgegners haftet ... oder anders gesagt: Jeder der Fahrer erhält nur 50% seines Schadens von der gegnerischen KFZ-Haftpflicht ersetzt, z.B. nur die Hälfte des Blechschadens, aber auch nur die Hälfte des Verdienstausfalls in den Wochen oder Monaten der Genesung ...

Und diese Lücke (ob nun 10, 50 oder 70 Prozent Teilschuld) des Fahrerschutzes wird von der Fahrersschutzversicherung gedeckt, da diese selbst- oder mitverschuldete Schäden an der eigenen Person abdeckt (außer natürlich, wenn Vorsatz, Alkohol, Drogen, Autorennen o.ä. im Spiel sind). In anderen Worten: Die Fahrerschutz deckt eigenverschuldete Schäden ab, die einem selber (als Fahrer) entstehen, und für die nicht bereits die gegnerische KFZ-Haftpflicht aufkommt (was gerade bei Mitverschulden der Fall ist). Sie ist sozusagen eine Versicherung für Schäden im Verkehr von sich gegen sich selbst. ;-)

Wären in dem obigen Beispiel auch Beifahrer zu Schaden gekommen, würden diese durch die KFZ-Haftpflicht des Autos, in dem sie saßen, entschädigt, d.h. Beifahrern hilft eine Fahrerschutzversicherung nichts.

Ebenso: Liegt die Schuld komplett beim gegnerischen Fahrer, bringt die Fahrerschutzversicherung auch nichts, da die Schäden dann voll durch die gegnerische KFZ-Haftpflicht zu ersetzen sind.

Ein klares Pro oder Contra gibt es m.E. nicht, wie fast immer bei Versicherungen. Der Beitragssatz ist auch sicherlich mit 20-50€ p.a. deswegen nicht hoch, weil die Fahrerschutz nur eine Lücke der KFZ-Haftpflicht abdeckt, und in der Praxis vermute ich nicht oft zum Einsatz kommen wird. Im Einzelfall kann das mal viel Geld bedeuten, aber der Einzelfall ist eben nicht die Regel.

In jedem Fall erscheint die neue Fahrerschutzversicherung sinnvoller als die Insassenunfallschutzversicherung. Und beim Vergleich mit der privaten Unfallversicherung wäre ich sehr vorsichtig. Hier haben schon viele ein böses Erwachen erlebt, was die Unfallversicherung dann tatsächlich auszahlt - wenn überhaupt.

Was möchtest Du wissen?