Ist ein Bargeldverbot in D sehr abwegig? Oder kann so etwas wirklich passieren?

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8 Antworten

Das wird immer wieder kolportiert. Ich halte eine Komplettabschaffung für zu 99,9 % ausgeschlossen.

Da große Summen Bargeld fast ausschließlich, und auch mittlere Beträge oft, kriminellen Zwecken dienen, kann ich mir aber gut vorstellen, dass der Bargeldverkehr noch mehr durchleuchtet wird. Das bedeutet aber keine "Abschaffung" , wenn der Steuerhinterzieher oder Heler Probleme haben , ihre Beträge im unteren 10tausender Bereich zu waschen.

Ja, sehr abwegig.

Nein, kann nicht in absehbarer Zeit passieren.

Warum? Nun, zunächst mal gibt es keine deutschen Banknoten im eigentlichen Sinne. Du würdest also ein Bargeldverbot im gesamten EUR-Raum durchsetzen müssen. Das wird schon mal schwierig, denn je weiter man nach Süden geht, desto mehr ist Bargeld unverzichtbar.

Das Argument mit den Kosten der elektronischen Bezahlmittel heute kann ich nicht gelten lassen, denn mit dem Argument hätte man heute auch keine kostenfreien Girokonten und Depots, keine kostenfreie Telefonie über das Internet oder keine Bio-Nahrungsmittel in den Supermärkten. Alles ist eine Frage des Markts und der Kalkulation von Preisen. Wären Micropayments in großem Stil die Regel, würden die Kosten dafür auch gegen Null gehen. Die heutigen Kartentransaktionsgebühren für Händler basieren auf dem alten Modell der ausschließlichen Macropayments. iTunes hat bereits gezeigt, daß man auch profitabel arbeiten kann, wenn es nur sehr kleine Beträge gibt. Alles eine Frage der Zeit...

Und dann sehe ich nicht ein Bargeldverbot (typisch deutsche Verbots- und Regulierungsdenke), sondern ein Zurückgehen der Bedeutung von Bargeld bis hin zur Möglichkeit, dieses auf sehr kleine Bestände zu reduzieren. Ende 2014 war erstmals mehr als eine Billion EUR im Umlauf. Rechnet man mit ca. 340 Mio Einwohnern, wären das knapp 3.000 EUR je Kopf.

Da ich nicht einmal ein Zehntel dieses Betrags in Cash besitze, kann man davon ausgehen, daß es Leute gibt, die über deutlich größere Mengen Bargeld verfügen. Zu welchem Zweck das so ist, kann man sich natürlich auch fragen...

Nun ja, solange das Tafelgeschäft noch zulässig ist wird das sicherlich noch gerne genutzt um z.B. Gold anonym zu erwerben. Mit Sicherheit ein immer noch reges genutztes Vorgehen...

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Man sollte ja nie Nie sagen, aber vorstellen kann ich mir ein Bargeldverbot gegenwärtig und in absehbarer Zeit nicht. Da wo es Sinn macht bei großen Summen zum Beispiel ist der bargeldlose Zahlungsverkehr ja schon immer mehr zum Standard geworden. Vor einigen Jahren wurde in vielen Geschäften auch darauf hingewiesen bei kleineren Beträgen (unter 20 €) von Kartenzahlungen abzusehen.

Bargeldverbot wohl kaum, denn ich denke es ist kaum vorstellbar, das wir morgens 80 Cent für ein Frühstücksbrötchen mit der Karte bezahlen.

Was kommen kann, ist wie im Artikel beschrieben die Beschränkung von Bargeld Ein- und Auszahlungen.

Das ist aber auch logisch. Man kann nicht darüber reden, dass Deutschland angeblich einParadies für Geldwäscher usw. ist, aber es zulassen, dass man praktisch jede Menge Bargeld mit sich rumträgt, oder verwendet. Zum Beispiel beim Kauf von Autos.

Das geht aber von den Autohäusern aus. Mein Beispiel:

Ich kaufte mir einen Neuwagen, der vorne Ringe trägt.

Ich bot dem Autohaus eine Zahlung per EC-Karte an, weil ich nicht mit so vielen 10.000 EURONEN in der Tasche von der Bank zum Autohaus gehen wollte. Entfernung ca. 1200 Meter, also nichts fürs Autofahren, wegen der Parkplätze.

Das Autohaus lehnte ab und verlangte Bargeld bei Abholung. Eine Erklärung wurde abgelehnt. Es war im Laufe der Jahre das 3. Fahrzeug, welches ich dort kaufte, außerdem war ich jahrelang Werkstattkunde. An meiner Bonität konnte es also kaum liegen. Man kannte mich.

Welchen Vorteil mag das Autohaus gehabt haben, einen großen Packen Bargeld zu bekommen, es zu prüfen, und dann hoffentlich wieder zur Bank bringen zu müssen? Ich habe es bisher nicht begriffen.

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@RatsucherZYX

Den Staat und seinen Arbeitgeber betrügen geht wesenlich leichter mit Bargeld. Auch dem Verkäufer einen Teil seiner Provision schwarz geben ist sicher immer noch sehr beliebt.

Wenn man es nicht macht oder durch Maßnahmen des Staates oder der Unternehmen nicht mehr machen kann, so möchte man sich wenigstens (in lieb gewordener Tradition) die Option offen halten.

Ich denke, dass die Initiative, den Schwachsinn zu beenden, von den Betrogenen ausgehen sollte. Von den Betrügern ist in der Hinsicht wenig zu erwarten ;).

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@RatsucherZYX
eine Zahlung per EC-Karte an

Auf diese drollige Idee war meine Cousine auch gekommen und machte dann das sprichwörtlich dumme Gesicht als der Zahlungsauftrag nicht bedient wurde. EC-Karten haben nämlich ein Limit von 2.000 Euro maximal. Das Ende vom Lied war, dass die Kuhsine mit der Tram nach fahren durfte um von dort einen Überweisungsauftrag zu tätigen.

Mit Bargeld wär das nicht passiert.

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@Privatier59

Das Limit kann man ohne Probleme hochsetzen lassen. 2000€ ist der Standardwert.

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Ein Blick in Richtung USA genügt, um das mit "nein" zu beantworten. Vor vielen Jahren war es in USA verpönt auch Kleinbeträge bar zu bezahlen, jeder hat seine Karte an der Kasse gezückt. Heute wird man dort aber in vielen Geschäften an der Kasse darauf hingewiesen, dass Kartenzahlung erst ab einem Mindestbetrag möglich ist. Daran werden auch die neuen Zahlungsmethoden wie Geldkarte oder Handyfunktionen nichts ändern, denn all diese Dienste sind ja nicht kostenlos.

Bargeldverbot, welche böses Wort.

Es wird natürlich in den nächsten zehn bis 15 Jahren fastische (also bis auf Kleingeld) oder ganz abgeschafft. Ob staatlich verordnet oder mehr schleichend ist noch nicht sicher. Dass die Zeit des Bargeldes bald vorbei ist, ist es aber.

Denke einfach an die Geld einnehmende Wirtschaft: schon heute verursachen in manchen Branchen zehn Prozent der Zahlungen - Veruntreuung und Diebstahl mitgerechnet - 80 % der Kosten und der Trend geht weiter. Glaubst du, dass man aus Rücksicht auf Schwarzhändler und Schwarzarbeiter ein System beibehalten wird, das nur noch die brauchen?

Wo warst du die letzten zehn Jahre?

In Wirklichkeit sind auch alle dafür. Ok, bis auf ein paar Elemente, die glauben, die Gemeinschaft betrügen zu können.

Anscheinend ein Beitrag zum 1.April.

Aber möglich ist alles. Wie hieß doch noch der Tünnes, der keine Mauer durch Deutschland bauen wollte und tags drauf zogen die Bautrupps los?

Also raff Deine Penunze zusammen und zahl alles aufs Konto. Wenn da allerdings Schwarzgeld drunter sein sollte, wird es heikel. Dann würde ich lieber in Sachwerte investieren (Gold, Diamanten, Elfenbein) und konsequent in bar und ohne Rechnung zahlen.

Möglich ist es, für die Banken ist es auch besser mit Giralgeld zu arbeiten... Dennoch derzeit etwas unrealistisch...

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