Ist ein Antrag auf Privatinsolvenz unter diesen Umständen möglich?

3 Antworten

Ich würde zunächst mal das Konto in ein P-Konto umwandeln. Die Pfändungsgrenzen kannst Du in der Pfändungstabelle nachsehen und die Schuldnerberatungsstelle könnte Dir auch ggf. eine Bescheinigung zur Erhöhung der Pfändungsgrenze ausstellen. Diese Bescheinigung kannst Du ggf. auch zum Schutz des Lohnes bei evtl. Lohnpfändung verwenden. Damit wärst Du in gewissem Rahmen ja erstmal geschützt.

Ich glaube ja eher nicht, dass man eine deutsche PI bei Wohnsitz im Ausland fortführen kann, aber das wird die SB Dir sagen können.

Danke für den Tipp mit dem P Konto. Ein Umzug in der PI darf nach meinen Nachforschungen nicht untersagt werden, da man laut Gesetz selbst bestimmen darf, wo man leben möchte. Allerdings weiß ich nicht, wie es sich mit der Restschuldbefreiung verhält, wenn mein Verdienst im neuen Land schlechter ist, da dort von Grund auf niedrigere Gehälter bezahlt werden.

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@Honigblume

Stimmt, dass ein Umzug ins Ausland bei PI möglich ist, habe ich inzwischen auch gelesen. Ist allerdings nicht komplikationslos, aber das hast Du bestimmt auch schon gelesen und kannst es hoffentlich von der Schuldnerberatungsstelle genauer  erfahren

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Wenn eh der Umzug ins Ausland ansteht, macht ein Pi in D wenig Sinn. Die meisten Länder haben bessere Reglungen als D. Es ist die Frage, ob Du die Sprache des Landes beherrscht, in das Du Auswandern willst und dort die gesetzlichen Bestimmungen dort tatsächlich besser sind als in D.

Boris Becker bekommt im Juli 18 nach 1 Jahr seine Restschulbefreiung in London. In GB auch am billigsten mit ca. 500Pfund, für Boris sicherlich teurer. In Frankreich geht das auch nach 18 Monaten.

In D ist es so, das wenn man 50% der Forderungen zahlen kann, Restschuldbefreiung nach 3 Jahren erfolgt. Wenn man die Insolvenzkosten bezahlt (ca. 120€/Jahr) Restschuldbefreiung nach 5 Jahren, sonst nach 6 Jahren. Auch Umzug ins Ausland soll gehen, siehe Goodby Deutschland. Da sind ja einige dabei, die Pi in D am laufen haben.

Aber die genauen Details wird Dir die Schuldnerberatung erklären.

In dem Land in das ich auswandern möchte, ist dies nicht besser geregelt als in Deutschland (außerhalb der EU). Über die recht schnelle PI in GB hatte ich bereits gelesen, wobei ich trotzallem nicht über ein Jahr nach GB will, nur damit es schneller geht.

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Nun, ich will dir mal den Standard Ablauf eines Privat Insolvenzverfahrens erklären. Die erste Phase ist die aussergerichtlichen Einigung. Das ist ein zweistufiges Verfahren.

In Stufe 1 wird eine Liste der Anzahl der Gläubiger (Köpfe) mit den Beträgen (Summen) erstellt. In dieser Stufe unterbreitest Du einen Vorschlag was Du monatlich bereit bist zu zahlen und für wie lange. Der monatliche Zahlbetrag wird dann prozentual anhand der Schuldensummen auf die Gläubiger verteilt. Dieses ist ein Entschuldungsplan. Wenn die Mehrzahl der Personen die zugleich mehr als 50% der Schuldensumme zustimmen gilt der Plan als genehmigt. Sollten sie ablehnen kommt Stufe 2.

In Stufe 2 kannst Du nachbessern. Also längere Zeiten zum abbezahlen anbieten und/oder mehr als monatlichen Zahlbetrag anbieten. Auch hier werden die Gläubiger gefragt ob sie dem Plan zustimmen. Hast Du Kopf und Summenmehrheit gilt der Plan als genehmigt.

Scheitert auch das bekommst du einen Insolvenzverwalter und das Gericht entscheidet.

Das zur Theorie. Aktuell hast Du 9 Gläubiger mit einer Summe von 52.000€. Stell dir mal vor du hättest noch 10 zusätzliche Gläubiger aus ner Pokerrunde, Familie usw die mehr als 52.000€ in Summe schulden und die in Phase 1 und 2 Deinem Plan zustimmen. Und keine Sorge, keiner von denen muss vor Gericht auftreten oder irgend etwas schriftlich nachweisen. Lediglich auf den Schuldenplan anrworten.

So die Vorschläge zum Entschuldungsplan machst du. Sowohl in Phase 1 und 2. Und ja, Pfändungsuntergrenzen findest du in Paragraph 850 ZPO.

So, genug der öffentlichen Hinweise...Good luck. 

Vielen Dank schon einmal für Ihre Antwort. Eine Außergerichtliche Einigung wird in meinem Fall wohl scheitern, da in spätestens einem Jahr ein Umzug ins Ausland feststeht und mein Gehalt dann wie gesagt weit unter der Pfändungsgrenze liegen wird..

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@Honigblume

Spätestens mit dem Wegzug aus Deutschland entziehst Du Dich dem schnellen Zugriff der deutschen Justiz. Zudem vernichtest Du damit Deine Möglichkeiten die Gläubiger weiter wie bisher zu bedienen. Wenn diese dann einen Titel gegen Dich bekommen, dann kann dieser jederzeit bei der Rückkehr nach Deutschland vollstreckt werden. Über diese Auswirkungen solltest Du Dir im Klaren sein.

Andererseits gäbe es auch die Möglichkeit sofort ins Ausland zu ziehen und von dort aus eine Privatinsolvenz anstreben; wichtig ist aber dann die landesspeziefischen Besonderheiten zu beachten.

Lass Dich daher auch in Deiner neuen Heimat zu diesem Thema beraten.

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@Snooopy155

Deshalb würde ich vor dem Wegzug aus Deutschland gerne die Privatinsolvenz eröffnen, damit das Thema Schulden trotzallem in Angriff genommen wird und ich nicht einfach davor flüchte. Allerdings habe ich Sorge, dass mir eine Restschuldbefreiung durch die Jobkündiging in Deutschland versagt werden könnte. Ein Privatinsolvenzantrag im Ausland kommt nicht in Frage.

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@Honigblume

Wenn du das eh nicht bedienen kannst gibt das ganze Verfahren keinen Sinn.

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@alfalfa

"habe ich Sorge, dass mir eine Restschuldbefreiung durch die Jobkündiging in Deutschland versagt werden könnte" Nein Du musst nur arbeiten, Vollzeit. Wo,das spielt nur eine untergeordnete Rolle. Es gibt auch Leute die fahren zur See jahrelang und sind in D in PI.

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@alfalfa

Naja einen Sinn macht es schon, da es im Normalfall auch zur Restschuldbefreiung nach spätestens 6 Jahren kommt, auch wenn nichts vom Einkommen zu holen ist (Pfändungsfreigrenze). Und danach schuldenfrei zu sein macht sehr viel Sinn.

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@Honigblume

Nun, Fakt wird sein, dass du den Entschuldungsplan nicht bedienen kannst. Doch das lass dir von der Schuldnerberatung im Detail erklären, denn wenn es schlecht läuft, wird das nicht mit der Restschuldbefreiung...

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@alfalfa

Vergleiche vor Insolvenz scheitern regelmäßig, weil die Gläubiger Insolvenzausfallversicherungen haben. Deshalb stimmen die grundsätzlich keinem Vergleich zu. Der Druck, 30-50% seiner Forderungen zu erhalten, bevor die Forderung völlig verloren geht, ist nicht vorhanden. Da die Insolvenversicherungen teilweise bis zu 80% zahlen. Die letzte Novelle der Insolvenzordnung berücksichtigt dies und belohnt die Schuldner, die 50% zahlen können mit einer Restschuldbefreiung nach 3 Jahren.

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@hildefeuer

Tipp, lese dir mal den eingangs dokumentierten Ablauf eines Privat Insolvenzverfahrens durch. Empirisch liegen die Quoten zwischen 10 und 20 Prozent..

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@alfalfa

Ich habe mir Ihren Beitrag nochmals durchgelesen und verstehe schon was Sie meinen, denke ich. Es geht wohl um die Jobkündigung und die Verschlechterung des Einkommens am neuen Wohnort, bzw. erstmals noch keine konkrete Jobaussicht, sodass der Entschuldungsplan nicht bedient werden kann. Eine außergerichtliche Einigung wird in meinem Fall vermutlich aber sowieso scheitern. Muss wohl wirklich abwarten, was die Schuldnerberatung meint, aber ein Umzug steht für mich definitiv fest. 

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