Ist die Rürup-Rente nicht nur etwas für Selbstständige? Wie können Arbeitnehmer davon profitieren?

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Die Rürup-Rente kann auch ein Nichtselbständiger abschließen. Pauschal kann man nie sagen welche Form der Altervorsorge die Richtige für jemanden ist. Erst nach einem kompletten Altersvorsorgecheck, kann man diese Aussage treffen. Es ist nciht so einfach wie sich das die meisten Menschen vorstellen. Da gehört viel Fachwissen dazu. Ein kompetenter Berater ist meines Erachtens durch nichts zu ersetzen.

Es ist auch eine Frage des Einkommens. Ebenso des Familienstandes.

Wer verhiratet ist und Kinder hat, sollte erstmal auf jeden Fall riestern, weil die Summe, die als Förderung ausgeschüttet wird, im Verhältnis zur Investition sehr gut ist.

Rürup ist deshalb interessant weil die geförderte Summe erhbelich höher ist (Riester nur bis 2.100,- Euro Beitrag). Wer also ein höheres Einkommen abzusichern hat, wird mit den Riesterbeiträge nicht auskommen.

Die Riesterförderung läut aber nur über die Steuer, während die Steuerermäßigung bei Riester nur eine Option für die Günstigerprüfung ist (bei der Steuererklärung wird berechnet was günstiger ist und ggf. nachgezahlt).

Beiträge können bis zu 20.000,- Euro im Jahr wirksam gezahlt werden und zur Zeit (in den nächsten Jahren steigend) mit 70 % abgezogen werden.

http://www.versicherungenoptimieren.de/html/online_vergleich_ruerup_rente.html

Für einen förderfähigen Arbeitnehmer ist es fast immer besser zu riestern. Er wird generell wesentlich höher gefördert.

Aber auch Rürup wirkt sich aus.

Weil es nicht so schwer ist ein Rechenbeispiel:

Angenommen, du bist Single und angestellt. Arbeitgeber (AG) und Arbeitnehmer zahlen in 2010 jeweils 2.000 €, insgesamt also 4.000 € in die gesetzliche Rentenversicherung. Nun machst du noch eine Rüruprente mit z. B. 2.400 €.

Es ergeben sich folgende Vorsorgebeiträge:

  • (4.000+2.400)70% 4.480

  • -RV-Beiträge AG -2.000

  • ergibt abziehbar 2.480

Ohne die Rüruprente wären es 800 € gewesen. In Wirklichkeit wirken sich also die 2.400 mit den vollen 70 % steuermindernd aus. Das gilt generell und bis zu den Maximalbeiträgen, die bei hohen Einkünften allerding s auch irgendwann erreicht werden.

Das ist nicht weniger als bei einem Selbständigen aber halt nicht so stark wie eine Riester-Rente.

Eine Besonderheit gilt aber, wenn man bald in Rente geht. Die Riesterrente ist immer, die Rüruprente aber je nach Rentenbeginn steuerpflichtig. Zu 100 % erst ab Rentenbeginn 2040. Angenommen, man geht eher bald in Rente, wird die Rechnerei noch eine Ecke schwieriger und es kann (je nach Einkünften im Erwerbsleben und in Rente) auch für Angestellte interessanter sein, eine Rüruprente zu machen. Insbesondere natürlich dann, wenn die maximalen 2.100 bei der Riesterrente zu wenig sind.

Angenommen, man ist 50, wäre die Rente (2025) mit 85 % steuerpflichtig. Die Beiträge wären mit 70, 72, 74 und so weiter bis 2025 mit 100 % abzugsfähig. Wenn man lange lebt (?) und in Rente voraussichtlich hohe Einkünfte hat, könnten beide Formen ähnlich interessant sein.

Wenn man es sich leisten kann, kann man auch kombinieren.

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