Ist die Riester-Rente nun zu empfehlen oder nicht?

4 Antworten

Wenn man was für die Rente tun will, gibt es nichts besseres. Das war auch seit der Einführung noch nie anders.

Kritikpunkte kommen zum einen, dass Renten dann, wenn man auf Grundsicherung im Alter "hinarbeitet", nichts bringen. Zum anderen gibt es billige und teure, gute und schlechte Riestermöglichkeiten. Das ist aber nicht anders als bei jeder anderen Geldanlage.

Die Riester - Rentenversicherung: Hier ein Überblick der Vorteile und der Nachteile zum nachlesen. I n den ersten Jahren wurden fast nur die Nachteile der Riesterrente publiziert, heute kommen diese (wenn auch die Nachteile etwas abgebaut wurden) kaum noch vor. Dies spiegelt sehr deutlich die jeweilige Interessenlage der Versicherer wider. Daher anbei die eine Aufstellung sowohl der Vorteile als auch die Nachteile. http://www.richterdienst.de/rente_riester_detail04.html

Wie die Anderen schon erwähnten, gibt es hier keine Pauschale Aussage. Es gibt viele Pros und Contras so dass es eine individuelle Entscheidung ist.

Persönlich denke ich, dass eine Riester-Rente ein guter Beitrag zur Altersvorsorge ist, solange sie nicht die alleinige Vorsorge ist. Generell, finde ich, ist es wichtiger zunächst Kapital heute aufzubauen, bevor man an das Kapital im Alter denkt. Daher würde ich z.B. auch nur max. 30% meiner Sparrate in Altersvorsorge investieren. Mit Altersvorsorge meine ich Produkte, die eine Auszahlung erst bei Renteneintritt vorsehen, d.h. kein einfacher Kapitalzugang vorher.

Die Riester-Rente jedoch ist hier ein wenig speziell, da es je nach Situation (z.B. Familie mit vielen Kindern oder ledig mit hohem Verdienst) zu Subventionen durch den Staat kommt. Und dann wird es meiner Meinung nach auch interessant.

Allerdings muss man schon richtig rechnen, um die Rendite bei einem Riester-Vertrag kalkulieren zu können. Z.B. erhalte ich eine Förderung von 931€ p.a. und zahle 2100€ in den Vertrag. Wenn ich einen Zeitraum von 40J. betrachte, dann habe ich mtl. 97,42€ aus eigener Tasche bezahlt und erhalte garantierte 84.000€ als Rentenkapital. Das entspricht einem Zins von ca. 2,72% p.a. und der ist vertraglich garantiert dank der staatl. Förderung. Nur kommt ja noch der Zins hinzu, den der Versicherer (hoffentlich) erwirtschaftet und hier hängt es dann eben vom Produkt ab. Wenn ich aber mal vorsichtig 2% p.a. auf 40J. auf die eingezahlten 2100€ rechne (ich weiß zu simpel, da Kosten nicht berücksichtigt, aber ich gehe jetzt mal vom geometrischen Mittel aus), so ergibt sich eine Gesamtverzinsung von 4,50% p.a. Ist das Produkt hingegen richtig gut und erwirtschaftet wie es mal früher durchaus üblich war 4% p.a., dann ergibt sich eine Gesamtverzinsung von 6,34% p.a. auf die mtl. eingezahlten 97,42€.

Und wenn ich dann noch die 931€ p.a. nicht verprasse, sondern 40J. in ETFs anlege und 6% p.a. vor Steuern erwarte, dann werden aus 175€ pro Monat ein Rentenkapital von 320.000€, was einer ewige Rente von 600€ bei 3% Zins p.a. entspricht oder 1400€ Rente für 25J. bei Kapitalverzehr.

Also wie man sieht, kann sich Riester-Rente sehr wohl lohnen, nur hängt es maßgeblich vom Produkt ab. Problematisch ist bei Riester-Rente allerdings die volle Nachbesteuerung. Das sollte man wirklich beispielhaft durchrechnen. Als Pro sehe ich bei jeder Altersvorsorge den "Zwang" zum Sparen. Wenn man die o.g. 175€ direkt in ETFs investiert, würde man vermutlich ein höheres Kapital aufbauen, allerdings werden nur die Wenigsten es schaffen, dieses Kapital 40 Jahre nicht anzutasten. Bei mir z.B. wird Altersvorsorge in der Einzahlphase als Ausgabe im Haushaltsbuch geführt und damit ist das Geld für mich bis zur Rente weg (außer im äußersten Notfall).

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