Ist der Teil eines Vertrages gültig wenn er einen Tipfehler beinhaltet , der den Teil des Vertrages uneindeutig macht?

2 Antworten

Meines Erachtens ist klar erkennbar, was gemeint ist. Der Bauherr trägt die Kosten für Stillstands- und Wartezeit für Mannschaft und Gerät, die die Baufirma nicht zu vertretenen hat. Berechnet wird diese Zeit pauschal mit X € pro Stunde.

Im Übrigen wird Willenserklärungen nicht der ausschließliche Wortlaut berücksichtigt, sondern durchaus der tatsächliche Wille "erforscht", siehe dazu auch § 133 BGB. Der Tippfehler dürfte hier also unerheblich sein. Ob der Passus unter anderen Gesichtspunkten wirksam ist, sei mal dahingestellt. Das müsste ggf. mal ein Jurist mit Schwerpunkt Baurecht Prüfen. Vielleicht bekommst du eine erste Einschätzung auch in einem entsprechenden Fachforum (hier oder hier).

Woher ich das weiß:Hobby – Hobbyjurist - Grundwissen, garniert mit Recherche

Ich denke das ausgedrückt werden sollte, das Stillstände die nicht vom Ausführenden Unternehmen zu vertetreten sind mit x€/Std. zur Verrechnung kommen.

Aber da fehlt der wichtigste Teilsatz, das etwas verrechnet werden soll, sodas das ganze so gar keinen Sinn ergibt. Der Tippfehler kommt hinzu.

Ich denke das ist unwirksam.

Da der vollständige Vertrag uns gar nicht vorliegt, gehe ich davon aus, dass der Berechnungswille gegenüber dem Bauherren aus dem restlichen Vertrag hinreichend hervorgeht. Der Tippfehler ist hier m. E. unerheblich, da der Sinn des Satzes erkennbar bleibt. Eine anderslautende Interpretation dieses Satzes steht ja bisher auch gar nicht im Raum.

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