Ist der Garantiezins bei der Pensionskasse Allianz wirklich garantiert?

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4 Antworten

Hallo Anne 52,

ich weiß nicht, ob deine PK noch läuft.
Jedenfalls hat sich die Situation in der Lebensversicherung seit 2013 dramatisch zum Schlechteren entwickelt.
Bisher ging wohl jeder davon aus, dass der Garantiezins unter allen Umständen garantiert wäre.
Das ist leider nicht der Fall.
Anlaß für mich, mir die Frage erneut zu stellen ist die Tatsache, dass ich auf eine Pensionskasse gestoßen bin, die sich anders verhält. Diese PK verzinst die Altverträge nicht mehr mit dem vertraglich zugesicherten Rechnungszins, sondern nur noch die bereits eingezahlten Beiträge. Alle ab 2017 eingezahlten Beiträge werden nur noch mit 0,9% verzinst, also unter dem Inflationsniveau.

Ich poste jetzt noch einen Text, den ich auf eine andere Frage geschrieben habe, weil es damit noch nicht getan ist:

...

Was passiert aber in Krisensituationen, z.B. in einer Phase extrem niedriger Zinserträge?

In Krisensituationen - und die Lebensversicherung mit Garantiewerten steckt eindeutig in einer schweren Krise - können Mechanismen greifen, die kaum oder garnicht bekannt sind.

Erste Versicherer beginnen zu tricksen, um sich um den Garantiezins als Mindestniveau zu drücken.
So wir bei mindestend einem Versicherer der vertraglich vereinbarte Garantiezins nicht mehr für neu eingezahlten Beitrag gewährt. Wer also bisher einen Garantiezins von 3% hatte, der erhält für den Teil, der auf neue Beiträge entfällt ab dem 1.1.2017 entfällt nur noch 0,9% !

Und jetzt kommen zwei Regelungen, die den "Garantiezins" noch wackeliger erscheinen lassen, so dass man eigentlich kaum noch von einer Garantie sprechen kann:

1. §163 VVG (Versicherungsvertragsgesetz): Hiernach kann der Versicherer, wenn der Beitrag zur Deckung des Risikos nicht mehr ausreicht und er sich keiner fahrlässigen Fehlkalkulation schuldig gemacht hat, erhöht werden.
Der Kunde kann dann verlangen, dass statt einer Beitragserhöhung, diese aus den Erträgen finanziert werden.
Also eine nachträgliche Verringerung vermeintlich garantierter Leistungen. Denn wer ging nicht davon aus, dass die Beitragshöhe garantiert wäre?

Gesetzestext: https://www.gesetze-im-internet.de/vvg_2008/__163.html

2. §314 VAG (Versicherungsaufsichtsgesetz): Das BaFin kann anordnen, dass Versicherer Überschussbeteiligungen dauerhaft reduzieren und auch bereits entstandene Überschüsse zu reduzieren, wenn diese Maßnahme "geeignet erscheint" die Stabilität des Unternehmens zu erhalten und eine Insolvenz zu vermieden. Es kann sogar der Wert der gesamten Versicherung reduziert werden. Wer also vor der BaFin Anordnung 20.000€ auf seinem Versicherungskonto hatte, könnte sich danach mit 15.000€ oder weniger wiederfinden.
Zusätzlich kann das Bafin dem Unternehmen für begrenzte Zeiträume untersagen z.B. Rückkaufswerte oder Beleihungswerte auszuzahlen. Auch können die Kunden zur Weiterzahlung des Beitrages in der bisherigen Höhe verpflichtet werden.

Gesetzestext: http://www.gesetze-im-internet.de/vag_2016/__314.html

Ob diese Regelungen je zur Anwendung kommen, ist natürlich fraglich. Sie sollten jedoch bei der Entscheidung über eine langfristige Geldanlage berücksichtigt werden.
Sollte sich die Krise in der Lebensversicherung verschärfen, stellt sich auch die Frage, ob man frühzeitig umdecken kann

Der Höchstrechnungszins betrug in 2004 nicht 4,5%, sondern 2,75%. Somit ist dies wahrscheinlich die garantierte Verzinsung des Kapitals zum Vertragsende. Unterzeitig bis dahin können natürlich Abweichungen bestehen.

Prüfe also nochmals genau die Verträge, woher diese 4,5% kommen. Ausgeschlossen ist natürlich nicht, daß eine Pensionskasse eine Zusage mit höherer Verzinsung festlegt, aber eine Abweichung vom Höchstrechnungszins um mehr als 1% zu dieser Zeit scheint sehr ungewöhnlich.

Vielen Dank für Eure Antworten! Ja, das stimmt, es waren nur 2,75 % garantiert, die Differenz war wohl die Überschussbeteiligung? Aber erst in diesem Jahr steht im Begleitschreiben zur Standmitteilung, dass sich eine gesamte Verzinsung der Sparanteile von 3.65 % ergibt. Und bei mir waren es eben nur 0,7 % auf das angesparte Kapital, voriges Jahr knapp 1 %, wobei ich natürlich gar nicht weiß was als Sparanteil gilt. Müssen die Provisionen etc. abgezogen werden? Das ist für mich alles sehr schwer zu durchschauen und die Auskünfte der Allianz waren in der Vergangenheit dürftig bzw. verwirrend. Wäre gut, wenn hier jemand noch Licht ins Dunkel bringen kann. Ich weiß nämlich gar nicht wohin man sich in solchen Fällen wenden kann.

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Der Garantiezins heisst eigentlich Höchstrechnungszins. Aber wenn die Allianz Dir 4,5% garantiert, dann muss sie diese Zusage auch einhalten. (Wobei ich mich frage, welchen Teufel die Allianz geritten hat, einen derart hohen Rechnungszins anzusetzen.)

Dass das Kapital kaum noch steigt, liegt daran, dass wir derzeit ein Umfeld mit eher geringen Zinsen haben. Die Allianz wird kaum 4,5% erwirtschaften, daher gibt es keine Überschüsse. Und keine Überschüsse bedeutet, das Kapital steigt nicht bzw. nur unwesentlich, vielleicht wegen der Bewertungsreserven.

Meines Wissens sind Einzahlungen bei einer Entgeltumwandlung Steuer- und Sozialversicherungsfrei. Daher ist es konsequent, sie nachgelagert zu besteuern. Insofern auch kein nicht-lohnendes Geschäft.

Nicht ganz. Der Höchstrechnungszins war 2004 nur 2,75%. Allerdings kann die Pensionskasse auch einen höhere Zusage eingehen. Garantiezins bezieht sich auf einen Vertrag.

Die Überschüsse sind etwas anderes als die Gewinne. Die Gewinne müssen dafür sorgen, daß der Vertrag bis zur Auszahlung mind. mit dem Garantiezins des Vertrags verzinst wurde. Die Überschüsse sind zusätzliche Bonusleistungen, die als laufende Überschüsse (einmal ausgewiesen und nicht zurückzunehmen) bzw. Schlußüberschüsse (bis zum Auszahlungszeitpunkt unsicher) anfallen.

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@gandalf94305

Da könntest Du recht haben, dass hier Höchstrechnungszins mit Gesamtverzinsung verwechselt wurden.

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Hallo, der Garantiezins ist fest. Das bedeutet aber nicht, dass sich das Kapital um diesen Satz erhöhen muss. Wir kennen hier die Details der Versicherung nicht. Vielleicht wird ja auch ein Teil in Fonds angelegt. Damit trägt der Kunde das Risiko.

Bei einem Abschluss in 2004 ist die Auszahlung komplett steuerfrei. Die Steuerersparnis durch die Umwandlung solle auch eigentlich höher sein als die KV-Beiträge im Alter. Kommst Du übehaupt über die Freigrenze ?

Gruss

Barmer

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