Ist der Effektivzinssatz wirklich so wichtig bei der Auswahl eines Kredites?

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6 Antworten

ein wenig unbekümmert

So geht es den meisten Kreditnehmern. Denn Deine Fragestellung erfordert schon die Nennung der zu betrachtenden Kreditart, z. B. Ratenkredit, Hypothekendarlehn oder Bausparkredit.

Eine Kreditauswahl setzt immer mindestens zwei Alternativen voraus. Durch welche genauen Merkmale (Gesamtlaufzeit, Ratenhöhe, Zinssatz, An- bzw. Schlusszahlung, Zinsbindungsdauer, Zahlungsrhythmus/-fälligkeit, Nebenkosten für Bereitstellung/Prüfung/Kreditverwaltung, Restschuldversicherung etc.)  ist jede dieser Kreditalternativen geprägt?

Mit dem Effektivzinssatz sollen die bei den verschiedenen Kreditalternativen unterschiedlichen Merkmale vergleichbar, also "auf einen Nenner gebracht werden", den es dann bei jedem Kredit zu vergleichen gilt. Ein einfacher Fall wäre ein 48-Monatsratenkredit mit einem anderen 48-Monatsratenkredit. Komplexer wird es bei Ratenkrediten, wobei der eine 48 gleiche Monatsraten hat und der andere 48 gleiche, aber niedrigere Monatsraten zuzüglich einer höheren Schlussrate hat. 

Noch problematischer ist der Vergleich eines 48-Monatsratenkredites mit einem 84-Monatskredit. Da ist wegen derlängeren Laufzeit ein höherer Effektivzins zu erwarten, jedoch bei einer kleineren Monatszahlungsrate. Umgekehrt heißt dies, wegen der höheren Monatsrate beim 48-Monatskredit kann man sich diesen "billigeren Kredit" finanziell eher weniger leisten als die teurere 84-Monatsalternative.

Dieser Vergleich funktioniert idR nicht, wenn man nur punktuell die vertragliche Gesamtzahlungssumme oder die monatliche Zahlungsrate vergleicht, die anderen Unterscheidungsmerkmale aber unberücksichtigt läßt.

Ganz fehlerhaft wird ein reiner Krediteffektivzinsvergleich beim Bausparkredit, da dieser die Vorgeschichte für die Ansammlung des zwingend erforderlichen Bausparguthabens völlig ausklammert.

Aus meiner Sicht ist es das entscheidende, denn es ist der Preis, den Du für das Geld bezahlst.

Der Effektivzins kann in den Hintergrund treten, wenn die übrigen Bedingungen sehr abweichen. Natürlich wir Jemand der auf die monatliche Belastung achten muss lieber eine längere Laufzeit mit geringen Raten nehmen, auch wenn der Effektivzins höher ist, also eine kurze Laufzeit mit hoher Rate.

Einfach ausgedrückt: Erst der Effektivzinsatz sagt aus, wie hoch die Kreditsumme im Endeffekt sein wird, die Du monatlich zurückzahlen musst.

Normen:

Der Effekltivzinssatz enthält leider nicht alle Kosten. Ich empfehle dir den  Finanztip vom 13.12.2012, in dem u. a. aufgeführt ist,  dass Bereitstellungszinsen, Zuschläge für Teilauszahlungen und Schätzkosten nicht berücksichtigt sind.

(http://www.finanztip.de/preisangabenverordnung/)

Der effektive Zins ist schon wichtig, aber wie gesagt - es kommt auch auf die übrigen Bedingungen an. Du musst dne Kredit und das damit zusammenhängende Angebot immer in seiner Gesamtheit betrachten.

Er entscheidet darüber wieviel du Zurückzahlen musst grob gesagt... außerdem gibt es dazu schon einiges hier zu lesen siehe finanztip.de/preisangabenverordnung/ oder auch auf http://www.kleinkredite.net/faq/effektivzins/ sind interessante Informationen dazu zu finden. Im Grunde hast du die Beste Hilfe direkt bei deiner Bank für solche Fragen da kann man dann auch direkt klären um was für einen Kredit es überhaupt gehen soll etc. pp. Deine Hausbank hilft dir da bestimmt gerne weiter, es ist immer hin ihr Job ;)

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