Ist Arag als Rechtsschutzversicherung (privat, komfort tarif) empfehlenswert??

3 Antworten

Ich kann @Hueber nur zustimmen. Aber natürlich kommt es auch auf den Geldbeutel an. Es gibt deutlich günstigere Anbieter mit vergleichbarem Versicherungsschutz. Aber wie er schrieb: Der Teufel steckt im Detail und man sollte wissen für was man bezahlt und auf was man verzichtet.

Für den normalen Fall. Also Hilfe bei einem Autounfall incl. der Verfolgung durch den Staatsanwalt weil jemand zu Schaden gekommen ist reichen fast alle Versicherer. Der beschriebene Strafrechtsschutz würde dann zum Tragen kommen wenn man z.B. in eine Auseinandersetzung auf einer öffentlichen Veranstaltung kommt und man plötzlich die Notwehr oder -hilfe beweisen muss.

Die Normalfälle also der Streit mit dem Vermieter, die Probleme auf der Urlaubsreise, die Auseinandersetzung wegen eines Garantiefalles, Probleme mit dem Arbeitgeber oder der Krankenversicherung werden durch alle normalen Tarife und die entsprechenden Bausteine abgedeckt.

Die Badische Versicherung (BGV) und die HUK24 bieten günstige Tarife an. Bei der HUK habe ich eigene positive Erfahrungen und einige Exkunden von mir habe ich bei der BGV untergebracht und keine Probleme festgestellt.

Wobei Erfahrungen mit einer Rechtsschutzversicherung (oder auch bei anderen Versicherungsarten) ja nicht häufig zu machen sind. Man lebt jahrelang friedlich ohne jeden Grund sich zu streiten also hat man auch keine Probleme mit der Versicherung. Und wenn man Probleme mit der Versicherung hat dann ist das meistens deshalb weil im Vertrag was anderes drin steht als man dachte oder Vermittler einem vermittelt hat - und so genau hat man die Dinge nicht gelesen.

Lass Dir ein Angebot machen und lies Dir vor Allem das Kleingedruckte gut durch.

Auch wenn es einfach klingt, so einfach ist eine Rechtsschutz-Versicherung nicht.

Ein guter Berater wird, erst mal verschiedene Basics abklären. Alter, Familienstand, Kinder, im Haushalt lebende Angehörige, Berufliche Tätigkeit, Autofahrer - JA/Nein.

Oftmals vergessen werden bei Rechtsschutz-Versicherungen (aus Unkenntnis der Verbraucher) das Thema "erweiterter Strafrechtsschutz", also Rechtsschutz zur Abwehr von Vorsatzstraftaten. Das kann zum Beispiel sein: der Vorwurf; der Unterlassenen Hilfeleistung, Fahrerflucht, sexuelle Nötigung, Körperverletzung, Steuerhinterziehung .... Heißt nicht, dass Vorsatzstraftaten im Rechtsschutz versichert sind. Wirst du also rechtskräftig verurteilt ist der Versicherer Leistungsfrei. Je nach Versicherer wird er dann entweder nicht zahlen, d.h. diese Versicherer gehen nicht in Vorkasse, oder die Auslagen zurückfordern.

Es gibt auch Versicherer, die bezahlen wenn du verurteilt wirst, das Verfahren aber mit einem Strafbefehl beendet wird.

Aufpassen, Strafrechtsschutz ist nicht gleichzustellen mit erweitertem Strafrechtsschutz ( auch als Spezial-Strafrechtsschutz bezeichnet). Der erweiterte Strafrechtsschutz ist bei vielen Rechtsschutz-Versicherern gar nicht erhältlich oder ein Zusatzbaustein oder nur in den Premium Tarifen enthalten.

Es gibt große Unterschiede. Auch in der Definition der Vorsatzstraftaten der verschiedenen Versicher: z.B. Verbrechen, Strafmaß, usw.

Eine gute Beratung erhältst Du bei einem gutem Versicherungsmakler. Versicherungsmakler haben anders als Versicherungsvertreter einen Marktüberblick und sind als einzige Versicherungsvermittler von Gesetz wegen, auf der Seite des Kunden und nicht auf der Seite des Versicherers. Versicherungsvergleichsportale wie zum Beispiel: Check++ und viele Andere sind im Übrigen auch Versicherungsmakler, allerdings schränken sie Ihre Beratungspflicht gegenüber den Kunden deutlich ein. Das heißt für Dich, das Versicherungsvergleichsportal erhält die gleiche Courtage und sind auch nicht billiger als ein qualifizierter Versicherungsmakler, der dich zu dem Thema ausführlich berät.

Also, lass dich von einem Experten beraten.

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