Inwiefern wirkt sich Auszahlung der Überstunden auf die zu entrichtenden Steuern aus?

2 Antworten

Die Einkommensteuer ist eine Jahressteuer.

Die Lohnsteuer ist eine Vorauszahlung auf die Einkommensteuer. Bei gleichbleibendem Gehalt u. Steuerklasse I und "sonst nichts abzusetzen" findet kaum eine Überzahlung statt. Wenn jetzt in einem Monat "mehr" verdient wird, war die Vorauszahlung dieses Monats zu hoch, da im Schnitt das Monatseinkommen kleiner gewesen wäre (und damit auch geringere Steuern je Monat).

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Ok. Ich will sehen, ob ich das mit der Vorauszahlung verstanden habe.

Mal angenommen, ich verdiene die ersten 10 Monate jeweils 1000€, dann bin ich ja - auf das Jahr hochgerechnet - bei über 10800€ und zahle daher für jeden der 10 Monate Steuer im Voraus.

Wenn ich jetzt im Monat 11 und 12 nichts verdiene, komme ich - auf das Jahr gerechnet - auf unter 10800, bekomme also bei der nächsten Steuererklärung all meine Vorauszahlung der Lohnsteuer wieder.

So in etwa?  

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Die Freundin hat teilweise Recht. Sie bekommt ca. € 80 zurück, nicht die vollen € 120 aus der Überstundenversteuerung.

Probiere es mal mit diesem Rechner aus:

https://www.bmf-steuerrechner.de/bl2017/?

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Danke.

Die Seite sagt aber nichts über Deine Aussage aus. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

Abgesehen davon habe ich 3 verschiedene Jahresbruttoeinkommen verglichen:

  • 900 monatlich, sprich 10800 jährlich = 0€ Lohnsteuer
  • 1100 monatlich, sprich 13200 jährlich = 137€ Lohnsteuer

  • 1100 monatlich+1200 Überstunden, sprich 14400 jährlich = 302€ Lohnsteuer

Finde ich auch schon irgendwie schief.

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@Olivenbaum2013

Hallo das nennt man Steuergerechtigkeit :) bis 10.800 zahlt sie keine Steuer danach wirds bitter. In ihrer Situation bleibt ja trotzdem was über.

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@Olivenbaum2013

Olivenbaum, ich habe natürlich nur mit Deinen obigen Zahlen gearbeitet, nicht mit den eben genannten, wo Du plötzlich weitere € 600 für Überstunden hast. Also habe ich verglichen:

Normalfall: 12 x 1.100 =     13.200 mit Steuern: 137

ÜSt.fall:     13.200 + 600 = 13.800 mit Steuern: 217

Mehrbelastung: 80

Was findest Du jetzt schief?

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@LittleArrow

Ok. Kommt man also auf über 10400 pro Jahr, dann wird jeder weitere Cent versteuert. Mit wieviel denn? 

Bei mir kommt raus, wenn ich mir die Differenz anschaue (also zwischen 10400 und dem tatsächlich Bruttoeinkommen):

  • 2400€ (also 13200) = 137€ Steuer = 5,7% (Steuer von Differenz)
  • 3000€ (also 13200+600) = 217€ Steuer = 7,2% (Steuer von Differenz)

Auch wenn ich die Steuern (hier 137€ und 217€) nicht auf die Differenz, sondern auf das Gesamtbruttoeinkommen beziehe, verändert sich der Prozentsatz (bei 13200€ = 1,04%, bei 13800€ = 1,57%).

Das verstehe ich nicht, denn das Bruttoeinkommen müsste doch prozentual gleich versteuert werden - ob nun inklusive 10800€ oder exklusive 10800€. 

Ist fast off topic, ich weiß.

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@LittleArrow

Und wenn ich noch weitere 600€ für Überstunden dazurechne, also insgesamt 1200€ zu den 13200€, dann ändert sich nichts - bis auf eine Sache: 

In Bezug auf die Differenz, also ab 10800

  • 2400€ (also 13200) = 137€ Steuer = 5,7%
  • 3000€ (also 13200+600) = 217€ Steuer = 7,2%
  • 3600€ (also 13200+1200) = 302% Steuer = 8,4%

In Bezug auf das Jahresbruttoeinkommen

  • 13200€ = 137€ Steuern = 1,04%
  • 13800€ = 217€ Steuern = 1,57%
  • 14400€ = 302€ Steuern = 2,1%

a) Prozentual steigen die Steuern mit steigendem Einkommen in jedem Fall.

b) In Bezug auf die Differenz (also Jahresbruttoeinkommen minus 10800€) sinkt die Steuerabgabe prozentual mit Steigendem Einkommen. Und das ist doch komisch?

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@Olivenbaum2013

Wenn Du die Einkommenbesteuerung verstehen willst, musst Du von zu versteuernden Einkommen ausgehen, nicht vom Bruttoeinkommen. Letzteres wird bei Arbeitnehmern ja noch - ehe es an die Einkommenbesteuerung geht - reduziert um zunächst die Werbungskosten (mind. € 1.000/Jahr), dann um die Sonderausgaben (z. B. Rentenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung etc.). Insofern zieht die Überstundenauszahlung von € 600 vermutlich noch zusätzliche Sonderausgaben nach sich.

Wenn Du nun Dein zu versteuerndes Einkommen ermittelt hast und danach über eine steuerliche Auswirkung eines Zusatzgehaltes nachdenkst, dann hilft Dir dieser Rechner des BMF:

https://www.abgabenrechner.de/ekst/?

Bei einem zu versteuernden Einkommen von - sagen wir - € 10.000 hast Du eine Steuerbelastung von € 179, also durchschnittlich von 1,79 %. Verdienst Du € 100 mehr an zu versteuerndem Einkommen, entfällt darauf eine zusätzliche Steuerbelastung von € 16,37 (also ein Grenzsteuersatz von 16,37 %), allerdings abgerundet auf volle Euro. Für € 10.100 beträgt somit die Einkommensteuer € 195. 

Unten auf der Ergebnisseite siehst Du in der Grafik den Verlauf des Durchschnitts- und Grenzsteuersatzes in Abhängigkeit vom zu versteuernden Einkommen. Der Grenzsteuersatz ist also wichtig, um die einkommensteuerlichen Auswirkungen abzuschätzen. Dazu kommt immer noch der Aspekt des möglichen Solidaritätszuschlages. 

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@LittleArrow

Wenn Du nun Dein zu versteuerndes Einkommen ermittelt hast und danach über eine steuerliche Auswirkung eines Zusatzgehaltes nachdenkst, dann hilft Dir dieser Rechner des BMF: https://www.abgabenrechner.de/ekst/?

Der Link geht leider nicht. Es kommt 

"

Dies ist keine sichere Verbindung

Unbefugte Dritte könnten versuchen, Ihre Informationen von www.abgabenrechner.de zu stehlen, z. B. Passwörter, Nachrichten oder Kreditkartendaten.

NET::ERR_CERT_COMMON_NAME_INVALID"

Bei einem zu versteuernden Einkommen von - sagen wir - € 10.000 hast Du eine Steuerbelastung von € 179, also durchschnittlich von 1,79 %.

Ich komme da bei 10000€ (St.-Kl. 4, 0 Kinder, gesetzl. KV) auf 0€ Steuerbelastung. (https://www.bmf-steuerrechner.de/bl2017/?)

Verdienst Du € 100 mehr an zu versteuerndem Einkommen, entfällt darauf eine zusätzliche Steuerbelastung von € 16,37 (also ein Grenzsteuersatz von 16,37 %

Wieso ändert sich hier plötzlich die Steuerbelastung prozentual? Gibt es da etwa eine Tabelle oder Ähnliches?

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@Olivenbaum2013

Danke für Deinen Hinweis. Dieser Link sollte funktionieren:

https://www.bmf-steuerrechner.de/ekst/?

Bislang hatte ich von Steuerklasse 4 nichts gelesen. Klasse 4 gilt für Verheiratete und für diese Gruppe mit Zusammenveranlagung gelten andere Spielregeln, weil das zu versteuernde Gesamteinkommen beider Eheleute eine Rolle spielt! 

Wieso ändert sich hier plötzlich die Steuerbelastung prozentual? Gibt es da etwa eine Tabelle oder Ähnliches?

Das liegt am progressiven Steuertarif, der als Formel unter dem Link, wenn ein Einkommensbetrag eingefügt und dafür Steuern berechnet wurden, eingeblendet ist, ebenso der grafische Verlauf des für ein Mehr- oder Mindereinkommen relevante Grenzsteuersatz. Allerdings gilt der nur für eine kleine Abweichung. Bei mehreren hundert Euro Differenz plus/minus muss man eine zwei Berechnungen zum Vergleich machen.

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nun zu den fragen. :)

ich hab auf dieser seite

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etwas von einem betrag, der jahresarbeitslohngrenze, von ca. 10.000 € brutto gelesen, bis wohin ich keine lohnsteuer zahlen muss bzw. die ich bis dahin bei der lohnsteuererklärung wieder zurückbekomme, sofern nicht mehr verdienst in diesem jahr rumkommt. gibt es diesen betrag? ist das so korrekt, wie ich es mir denke ?

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