Sind bei der Investmentsteuerrefom steuerliche Mehrbelastungen für Anleger geplant?

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3 Antworten

Das würde auf alle Fonds, also auch ETFs zutreffen.

Im Prinzip ist es ein neutraler Vorgang, denn ob die 15% beim Fonds oder beim Anleger abgezogen werden, spielt eigentlich keine Rolle und inländische Fonds nehmen ja bereits heute die Abzüge auf Fondsebene vor.

Das ganze Verfahren mit Steuerabzügen, Teilfreistellungen, Doppelbesteuerungen und der Berücksichtigung ausländischer gezahlter Steuern wird deutlich komplexer => das bedeutet höhere Verwaltungskosten bei Fonds.

Das ganze Verfahren wird jedoch eine ganz wesentliche Konsequenz für ETFs haben. Replizierende ETFs erhalten Ausschüttungen und müssen diese selbst versteuern. Das reduziert den NAV auf einen Wert, der dem versteuerten Index entspricht (Kursgewinne des ETF werden vorgetragen und auf Anlegerebene besteuert, Erlöse, Dividenden und Zinsen werden auf Fondsebene besteuert). Es wird also schwieriger, ein echtes Tracking herbeizuführen. Synthetische ETFs, die Swaps verwenden, werden diese Probleme nicht haben, da die Probleme sozusagen weggeswappt wurden :-)

Da hier auch die ausländischen Fonds betroffen sind, die nach dem Investmentsteuergesetz berichten müssen, um als Publikumsfonds in Deutschland zugelassen zu sein, wird hier ggf. das Angebot von Fonds kleinerer Gesellschaften schrumpfen, da diese den deutschen Steuermoloch nicht füttern wollen.

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Natürlich wären auch ETFs betroffen:-(

Wer möchte und Zeit hat, kann sich hier den Referentenentwurf durchlesen:

http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Steuerarten/Investmentsteuer/2015-07-22-Diskussionsentwurf-Investmentsteuerreformgesetz%E2%80%93InvStRefG.pdf?\_\_blob=publicationFile&v=3

Es ist ja "beruhigend", dass das Steuerrecht zu den Kapitalerträgen in Bewegung ist und Arbeitsplätze im Finanz- und Rechtswesen sichert/schafft. Diesmal also die nächste Reform 10 Jahre nach Einführung der Abgeltungsteuer, gültig ab 01.01.2018.

Beunruhigend ist allerdings eine "Reform", die 99 Seiten Gesetzestext braucht, um sich darzustellen. Eine Vereinfachung wird das nicht sein können und verständlicher wird es für den Anleger auch nicht. Erneut wird der Laie auf Sekundärliteratur angewiesen sein, um diese Steuerreform zu verstehen. Die neuen Regelungen lassen weiterhin befürchten, dass die Normalbürger und die Steuerlaien eine solche Reform und deren Auswirkungen nicht nachvollziehen können. Spöttisch könnte man also auch diesen Reformversuch wieder als "Dummensteuer" bezeichnen, was ja bereits bei für die Abgeltungsteuer hinsichtlich der vergessenen Günstigerprüfung und Doppelbesteuerung bei thesaurierenden ausländischen Fondserträgen gilt.

Für die einen ist es tröstlich und für die anderen bedauerlich, dass auch diese Reform die Kapitalerträge nicht mit dem individuellen persönlichen Steuersatz belastet.

Paul Kirchhof ("der Professor aus Heidelberg" lt. G. Schröder) und ich werden leider wieder weiter von unserem Ziel entfernt, die Steuererklärung auf dem Bierdeckel zu machen.



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Ist natürlich tragisch, daß nun auch Kleinsparer Steuern zahlen müssen. Da ich nicht dazu gehöre, ist mir das herzlich gleichgültig. Und im übrigen werden Erträge doch ohnehin jährlich ausbezahlt. Wo sollen denn da weniger Mittel für die Wiederanlage verfügbar sein?

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Kommentar von microgeo
12.09.2015, 17:23

Warum antwortest du dann wenn dir das herzlich gleichgültig ist?

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