Investieren in Nahrungsmittel

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Mit Aktien auf der untersten Stufe der Lebensmittelerzeugung wie z.B. KTG Agrar, Wilmar Intl; Tonkens Agrar, China Green, Chaoda Modern Agriculture, Marine Harvest, Forst Ebnath u.s.w. ist kein Blumentopf zu gewinnen, weil diese Gesellschaften der Konkurrenz von Millionen kleiner bäuerlicher Betriebe, Fischer und Waldbauern ausgesetzt sind, in denen zu Hungerlöhnen gearbeitet wird und die schon zufrieden sind, wenn sie mit ihren niedrigen Produktpreisen sich gerade selbst über Wasser halten können.

Selbst wenn in ferner Zukunft die Agrarböden knapp werden sollten, werden "kapitalistische Investoren" davon nicht lange profitieren. Da Ackerland nicht beliebig vermehrt werden kann, entzieht es sich der Marktwirtschaft, die dadurch gekennzeichnet ist, dass steigende Nachfrage zu steigenden Preisen und diese zu einem wachsenden Angebot führen. In schwierigen Zeiten werden deshalb Großgrundbesitzer - besonders wenn es sich um Ausländer handelt - kurzerhand enteignet um die hungernden Massen zu beruhigen. Die kann sich keine Regierung und kein Regime leisten.

Richtig Geld wird nur im Handel mit Agrarprodukten, der Verarbeitung zu Zwischen- und Endprodukten, bei Saatgut, Düngemitteln, Pflanzenschutz und Landmaschinen verdient.

Schau Dir die Performance der Aktienfonds im Nahrungsbereich an. Allianz Global Agricultural Trends (LU0342688198) und OP Food (DE0008486655) sind zwei Beispiele. Auch ein paar ETFs auf den Stoxx 600 Food & Beverage sind gut gelaufen. Letztendlich partizipierst Du hierüber an typischerweise globalen Unternehmen, die im Nahrungssektor tätig sind. Aufgrund ihrer Marktposition geben diese erhöhte Rohstoffpreise an ihre Kunden weiter. Es ist doch illusorisch zu glauben, daß irgendwelche Bauernhöfe nicht auch von steigenden Energie- und Rohstoffpreisen betroffen sind. Aufgrund ihrer Größe (bzw. Mangel davon) dürfte dies sogar die Bauernhöfe noch mehr treffen.

Zertifikate oder ETFs auf einzelne Rohstoffe bzw. Agrarrohstoffe sind riskant, da sie in Zyklen verlaufen. Das ist kein langfristiges Investment, sondern eher für ein Trading gut.

Ansonsten gibt es eine Reihe von Farm Investments als geschlossene Fonds. Diese sind jedoch immer eine Spekulation auf Wetter, Bodenpreise, Rohstoffeinkaufspreise, Marktpreise der Agrarprodukte und die Marktnachfrage. Hier kann ist auch eine Insolvenz von Fonds nicht ausgeschlossen.

Da wäre das direkte Investment in einen Biobauernhof um die Ecke schon interessanter :-) Hier werden typischerweise Dividenden in Naturalien ausgeschüttet. Suche doch mal bei Google nach "Bauernhof Aktiengesellschaft". Da findest Du einen wie diesen: www.hof-am-weiher.de

Die Performance von OP Food zeigt ziehmlich schön einen klassischen Chart-Verlauf, wie bei einer Spekulation. Denkt Ihr hier ist es überhaupt noch sinnvoll zu investieren?

Ich meine klar guter Ruf des Fondmanagements, gut diversifiziert sowohl in Ländern als auch in Nahrungsmittelbranchen... aber der Chart sieht heftig nach einer Korrektur aus.

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