Investieren in ETFs sinnvoll?

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3 Antworten

Die Stiftung Warentest veröffentlichte im Oktoberheft eine Übersicht zur Krisenfestigkeit von Finanzprodukten. Im Vordergrund stand die Bewertung von ETFs. Wenn die zugrundeliegenden Indizes sinken, sinkt auch der Wert der ETFs. Historisch sind mehrjährige Verluste möglich.

ETFs sind wegen einer größerer Streuung der Anlage in viele Aktien gegenüber einem Investment in einzelne Aktien robuster gegenüber Kapitalverlusten aufgrund von Firmenpleiten. Die Minderung von Risiken durch die Streuung des Investments ist für die Verteilung großer Vermögen auf Grundkategorien wie Grundbesitz, Immobilien, festverzinste Anlagen, Edelmetall etc. belegt. Das Risiko von kompletten Ausfällen sinkt auch mit der Anzahl von Aktien in einem Depot. Mit einer schier unüberschaubaren Vielzahl von Aktien wächst aber auch das Risiko "faules Obst" im Warenkorb zu haben.

Ein festgelegtes Jahr für die Entnahme einer Anlage ist nicht planbar. Genau im Jahr der geplanten Rente und der Beendigung langfristiger Erwerbstätigkeit, könnte eine Krise vergleichbar der tiefen und langen Depression auftreten.

Wichtiger als die Produkte sind der Zeitpunkt von Kauf und Verkauf von Aktien und ETFs. Wer darauf vertraut, daß ETFs als junges Produkt eine große Chance haben, wird mit einer Investition in die Herausgeber von ETFs größere Erfolge haben, als beim Kauf von diesen Produkten. So stieg der Kurs eines führenden ETF-Herausgebers trotz des Covid-19-Crashes und entgegen des Einbruches seiner Produkte stetig weiter an.

Abwägung eines partiellen Investments in einen Index gegenüber einem ETF, welcher den Index nachbildet:

Der Verlust einer Beteiligung an dem 2020 insolvent gewordenen Unternehmen WIRECARD wird im Indexverlauf des DAX aufgrund des geringen anteiligen Gewichtes dieser Aktie am Index nicht im Indexverlauf sichtbar.

Mit der Pleite dieses Unternehmens ist jedoch eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 1/30 (3,3%) bei einer gewichtsunabhängigen Investion in DAX-Unternehmen eingetreten. Mit einer Entscheidung für die vertrauenswürdigere Hälfte der DAX-Unternehmen ließe sich dieses eingepreiste Risiko eines ETFs umgehen. Damit würde das partielle Investment eine Überrendite gegenüber dem ETF erzielen.

ETFs erscheinen ein sicheres Anlageinstrument zu sein, wenn die Märktpreise steigen. Deutschland befindet sich allerdings 2020 mit Beginn der Covid-Krise im absteigenden Teil seines 8. Konjunkturzyklus. Also dauerte es viele Monate bis wenige Jahre bis das Wirtschaftswachstum einen begründeten positiven Börsentrend verursacht.

Stiftung Warentest präsentiert das Rebalancing als "Pantoffel-Portfolio". Die Risikobereitschaft entscheidet über den Aktienanteil der Anlagen und fortlaufend wird dieser Anteil entsprechend von Wertzuwächsen und - verlusten nachjustiert.

Schau Dir die Verlustrisiken in Abhängigkeit vom Aktienanteil eines Investments an:

Wenn Du bereit bist Deine Altersvorsorge mit einem Verlustrisiko von ca. - 8,5% anzulegen, darf Dein Aktienanteil niemals 20% überschreiten. Vermögensbildung setzt die Begrenzung von Verlusten voraus.

Die höchsten Renditen werden bei Anlagen zwischen 3 und 10 Jahren erzielt. Ab dem 11. Jahr eines Investments sinkt der Ertrag.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung
 - (Geldanlage, Fonds, Investment)  - (Geldanlage, Fonds, Investment)

Aus diversen Gründen kann hier keine Anlageberatung stattfinden. Dafür gibt es einschlägige Optionen bei Banken oder Honorarberatern.

Generell sollte ich auch noch vorausschicken, dass ich von sogenannten Experten und Propheten wie "Gerd Kommer" etc. wenig halte. Alle kochen nur mit Wasser. Bei manchen ist es nur lauwarm.

Lies mal das Buch "Keine Angst vor dem nächsten Crash" von Bernd Niquet (antiquarisch zu besorgen). Benjamin Graham "The Intelligent Investor" und etwas von Markowitz oder zur Portfoliotheorie wäre auch gut.

Die Vorgehensweise zum Aufbau eines Portfolios ist nicht, nach ETFs Ausschau zu halten. Man identifiziert erst mal Anlageziele und die Risikotoleranz. Dann lassen sich Anlagesegmente definieren, die mit gewissen Anteilen im Portfolio vorgesehen werden. Erst an dieser Stelle wird man die passenden Instrumente (Aktien/Bonds, Fonds, ETFs, Private Equity, Rohstoffe, Immobilien) auswählen.

Da unterschiedliche Anlagebereiche und Instrumente sich im Verlauf der Zeit unterschiedlich entwickeln, wird man auf die ursprüngliche Allokation wieder periodisch zurückkommen wollen. Das ist das Rebalancing. Man stockt die schlechter gelaufenen Anlagesegmente wieder auf und überprüft, ob die gewählten Instrumente noch passen. Ggf. werden ungünstig laufende Positionen ausgetauscht. Das wiederholt man ad infinitum. Ab und zu wird man auch die Allokationen überprüfen wollen, denn die Marktlage kann sich ja verschieben (z.B. der Anteil der Emerging Markets am Weltmarkt).

In Krisen hat man die Gelegenheit nachzukaufen - wenn die jeweiligen Märkte bzw. Instrumente eine langfristig positive Perspektive bieten. Nicht alles, was stark gefallen ist, muss jedoch auch wieder steigen (siehe die Aktie von Wirecard, siehe die lange Durststrecke in japanischen Aktien, siehe diverse Blasenbildungen bei Immobilien oder Aktien).

In der Ruhe liegt die Kraft.

Es ist eine sichere Anlagestrategie die jährlich ungefähr um 5-8% wächst

Nein, ist es nicht, das sind rückblickende Zahlen.

Es gibt lediglich eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass auskömmliche Renditen erwirtschaftet werden können, je länger der Anlagezeitraum ist (min. 10 Jahre).

in Pension gehen konnten, weil sie nur von den jährlichen Zinsen leben / Zinseszinseffekt

Die Zeiten sind vorbei. Solche Zinsen sind heute nicht mehr zu erzielen.

Gold ist keine "Investition", sondern allenfalls eine absichernde (wen's beruhigt) prozentual geringe Depotbeimischung.

ETFs sind für den Anfang keine schlechte Empfehlung für jemanden ohne Anlageerfahrung und bei Deiner finanziell gesicherten Situation.

https://www.finanztip.de/indexfonds-etf/

https://www.finanztip.de/indexfonds-etf/msci-world/

https://www.finanztip.de/indexfonds-etf/fondssparplan/

Fang mal damit an und informiere Dich weiter fleißig (YT, naja einiges dabei, aber viel Mist). Bücher dito. Versuche seriöse Quellen zu googeln.

Zusatztipp: Hau nicht so cool mit Fachausdrücken um Dich, das macht Dich auch nicht gleich zum erfahrenen Anleger ;-)

Haha, ich benutze nur die Wörter die ich gehört habe, wollte hier nicht angeben. Ich sagte selber ich hätte mich nur ein wenig damit auseinander gesetzt. Wenn ich glauben würde, ich wäre ein erfahrener Anleger, würd ich hier niemanden nach seiner Meinung fragen.

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@urkis

Das meine ich. Ich sage ja auch Keuchhusten und nicht Pertussis oder tussis convulsiva, selbst wenn ich die Ausdrücke schon mal gehört habe, weil das den (falschen) Eindruck erwecken würde, ich wäre medizinisch bewandert.

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