Instandhaltungskosten für Eigentümer absetzbar, wenn gleichzeitig Mieteinnahmen fehlen?

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2 Antworten

Deine Schwester kam nicht wegen des Wohnsitzes damit (haushaltsnahe Handwerkerleistungen) nicht durch, sondern weil ihr in dem Haus der Haushalt fehlte (siehe § 35a EStG):-((

Wenn die Schwester auch keine Einnahmen erzielt und offenbar auch keine erzielen will, dann kann sie auch keine Werbungskosten geltend machen, da der Zweck von Werbungskosten gemäß § 9 Abs. 1 EStG nicht erfüllt ist: "Werbungskosten sind Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen. Sie sind bei der Einkunftsart abzuziehen, bei der sie erwachsen sind.".

Bei Vermietung ist hinsichtlich der Miethöhe und dem Werbungskostenabzug im übrigen § 21 Abs. 2 EStG zu beachten. D. h. u.a. bei Null Miete gilt auch Null Werbungskosten:-((

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McDonald 02.09.2012, 21:26

Sorry, wenn ich mit meiner Beschreibung Verwirrung ausgelöst habe. Die Antwort von Little Arrow trifft genau ins Schwarze.

Meine Mutter ist aus der Steuer raus, d.h. ihre Rente ist unterhalb der Beteuerungsgrenze. Deswegen verzichtet sie auf Mieteinnahmen aus der Vermietung an mich und kann damit nichts absetzen.

Meiner Schwester wurde das Haus überschrieben. Es musste saniert werden - Steuer hin oder her, sonst leidet die Substanz. Daher habe ich mir die Kosten mit meiner Schwester geteilt.

Was meiner Schwester noch bleibt sind Sonderausgaben. Einen Versuch beim Finanzamtz ist es wert.

Vielen Dank an alle, besonders auch Privatier59, es war mein erster Versuch in finanzfrage.net, aber sicher nicht der letzte.

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Pech gehabt! Die Mutter hätte bei einer Fremdvermietung des Objekts (also nicht bei Eigennutzung!!!) alles absetzen können, Ihr nicht.

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McDonald 01.09.2012, 18:29

Das war mir doch etwas zu schnell, Privatier59. Bei mir ist der Fall klar. Da kein Eigentum, kann ich nur Handwerkerleistungen im eigenen Haushalt absetzen. Meine Schwester ist aber Eigentümerin. Eigennutzung liegt nicht vor, da sie das Haus ja nicht selbst nutzt.Oder zählt eine Vermietung an mich durch meine Mutter als Eigennutzung meiner Schwester? Sie hat derzeit gar nichts aus der Vermietung (außer Instandhaltungskosten).

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Privatier59 01.09.2012, 19:11
@McDonald

Aufgrund des Nießbrauchs stehen der Mutter die Einnahmen aus dem Haus zu, sie kann daher auch Ausgaben als Werbungskosten geltend machen.

Deine Schwester ist zwar im Grundbuch als Eigentümerin eingetragen, sie hat aber aufgrund des zugunsten der Mutter bestehenden Nießbrauchs überhaupt garkeine Möglichkeit Erträge zu ziehen. Dann kann sie aber auch keine Ausgaben geltend machen.

Hätte die Mutter die Ausgaben getätigt, dann hätte sie die steuerlich als Werbungskosten geltend machen können, wenn eine Vermietung vorgenommen wäre.

Obwohl es nach der Sachverhaltsgestaltung nicht mehr darauf ankommt, möchte ich aber doch darauf hinweisen, dass eine Vermietung dem Finanzamt gegenüber nachweisbar sein muß. Das bedeutet, es muß ein Mietvertrag vorgelegt werden können und es müssen auch Zahlungen belegt werden können. Gerade bei Geschäften unter Familienangehörigen sind Finanzbeamte besonders mißtrauisch und unterstellen gerne Scheinverträge oder Gestaltungsmißbrauch.

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EnnoBecker 02.09.2012, 06:43

Hätte sie nicht.

Laut Darstellung hat ja nicht die Mutter die Aufwendungen gehabt, sondern die Fragestellerin und deren Schwester.

Keine Aufwendungen - kein Werbungskostenabzug.

Außerdem hat die Mutter auf den Nießbrauch verzichtet, wie dort geschrieben steht. Damit müsste die Schwester wieder die Vermieterin sein mit der Folge, dass sie die Werbungskosten hat.

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Privatier59 02.09.2012, 09:20
@EnnoBecker

Das kommt davon, wenn man nur mit dem Hühnerauge auf den Sachverhalt guckt: Da steht nicht, dass Muttern auf den Nießbrauch verzichtet hat, sondern auf das Anrecht auf Miete, m.a.W.: Madame hat trotz bestehenden Nießbrauchs keinen Mietvertrag abgeschlossen. Weiß der Henker wieso.

Beachte insofern auch die Erwiderung von McDuck auf meine Antwort!

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EnnoBecker 02.09.2012, 09:27
@Privatier59

Ja, die Erwiderung wirft mehr Fragen auf als sie beantwortet. Dort steht beispielsweise:

"Oder zählt eine Vermietung an mich durch meine Mutter als Eigennutzung meiner Schwester? Sie hat derzeit gar nichts aus der Vermietung"

Vermietet sie nun doch? Oder die Schwester? Ich kapiers nicht.

Da steht nicht, dass Muttern auf den Nießbrauch verzichtet hat,

"Unsere Mutter hat daran noch einen Nießbrauch, d.h. Anrecht auf Miete, auf das sie aber verzichtet"

Im Einschub wird doch nur das Wort "Nießbrauch" erläutert, oder? Ziemlich verwirrend.

Also, um hier mal Klarheit zu schaffen, damit die Frage geschlossen werden kann: Vermietet da jetzt IRGENDWER oder nicht? Und wenn ja, wer?

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Privatier59 02.09.2012, 09:33
@EnnoBecker

Ich vermute den allerschlimmsten Fall. Das kommt davon, wenn man erst saniert und dann überlegt.

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EnnoBecker 02.09.2012, 09:38
@Privatier59

Steuerberatung ist eben teuer.

Teurer ist in diesem Fall "keine Steuerberatung". Hat man ja öfter.

Was wäre vorher anzuraten gewesen?

Natürlich, die Mutter muss entweder vermieten und dann auch selbst die Aufwendungen tragen. Oder sie muss auf ihren Nießbrauch verzichten (so, wie ich es zunächst verstanden habe) und die Schwester als Eigentümerin vermietet.

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