Insolvenzverschleppung. Wer haftet?

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2 Antworten

Bilanzielle Überschuldung kann, muß aber nicht auf eine Insolvenz hindeuten. Nachher wird man natürlich sagen, daß dies bereits frühzeitig hätte erkannt werden können.

Windreich wollte zwar den IPO wagen, hat jedoch dann die Pläne aufgegeben und sich als GmbH über Anleihen Geld besorgt. Alleine dieser Vorgang ist schon vielsagend. Schließlich müssen AGs höhere Transparenzanforderungen erfüllen als einfache GmbHs.

Als dann die Windreich-Anleihen mit 6,5-6,75% Kupon erschienen, war klar, daß dies mit einem deutlichen Risiko behaftet ist - nicht nur aufgrund der Tatsache, daß dies Anleihen einer nicht börsennotierten Gesellschaft sind.

Das Problem ist nun der Nachweis, daß tatsächlich eine Insolvenzverschleppung stattgefunden hat bzw. Anleger bei der Emission von Anleihen über den tatsächlichen Zustand des Unternehmens getäuscht wurden. In diesem Fall wären strafrechtliche Konsequenzen für die Vorstände und ggf. weitere Beteiligte drin. Du kannst ja mal Google zum Thema "Geschäftsführer-Haftung" bei GmbHs befragen ;-)

Die eingetriebenen Mittel selbst sind höchstwahrscheinlich in Projekten und anderen Taschen verschwunden, so daß die Aussicht auf Rückzahlung von Anleihen und Bedienung der Gläubiger mit einer guten Quote wohl eher illusorisch sein dürfte.

Da muss man zwei Bereiche unterscheiden.

  1. Strafrecht. Hier ist der verantwortlich der den Antrag rechtzeitig hätte stellen müssen, als Vorstand Geschäftsführer. Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren, oder Geldstrafe. § 283 StGB

  2. die Haftungsfrage. Geschäftsführer, oder Vorstände haften normal nciht. ist ja der Grund für Kapitalgesellschaften. Aber wenn durch Schuldhaftes Verhalten etwas passiert, ist das anders. Da könnte zumindest für Steuern und Sozialversicherungsbeiträge, ggf. aber auch für andere Schulden, eine Haftung der Geschäftsleitung eintritt.

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