In welchem Umfang dürfen Nebenkosten von der vom Vermieter angegebenen Höhe abweichen?

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3 Antworten

Ja, du könntest beispielsweise deine monatlichen Vorauszahlungen erhöhen!

Tatsache ist und bleibt, dass insbesondere das Heizverhalten sowie der Wasserverbrauch für Duschen/Baden und Waschen sehr individuelle Kostenblöcke sind. Ich habe innerhalb des gleichen 6-Fam-Hauses eine Einzelperson mit 1.800 EUR Heizungskosten p.a. auf 60qm, während ein Ehepaar auf 95qm nicht mal 700 EUR Heizkosten p.a. hat....

Weißt Du, wie man sich unbeliebt macht? Indem man den Leuten die Wahrheit sagt!

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@Privatier59

Ja, passiert mir hier öfter - juckt mich aber nicht, weil ich nach dem Motto lebe:

"Wer lügt, muß ein gutes Gedächtnis haben...!"

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Jetzt kannst Du nichts mehr machen, da Dir der Vermieter eine schriftliche Bestätigung der Richtigkeit seiner Angaben nicht mehr ausstellen wird. Kannst Du aber bei Deiner nächsten Mietwohnung versuchen zu bekommen.

Das BGH-Urteil kannst Du bei Privatier59 nachlesen. Das Berliner Kammergericht hat hierzu später auch eine Meinung (Az. 2 U 208/06) bezogen: http://www.capital.de/immobilien/100009876.html

Kann ich da etwas dagegen machen, dass dann eine extrem hohe Nachzahlung auf mich zukommt?

Selbstverständlich kannst Du schon mal freiwillig Deine monatlichen Abschläge erhöhen, z. B. verdoppeln. Manchen Menschen fällt die stetige, höhere NK-Vorauszahlung/Monat emotional leichter als einmal im Jahr eine Hammer-Nachzahlungsforderung auf den Tisch zu bekommen. Für die letztere Zahlungsforderung trägt übrigens der Vermieter das Zahlungsausfallrisiko.

Leider sind Deine Chancen einer Gegenwehr sehr schlecht. Wie Du als Link beigefügter BGH-Entscheidung entnehmen kannst, stellen zu niedrig erhobene Nebenkostenvorauszahlungen nur dann eine Pflichtverletzung des Vermieters dar, wenn besondere Umstände vorliegen. Das kann der Fall sein, wenn der Vermieter vor Vertragsabschluß eine Garantie insofern übernommen hat, oder, wenn er den Mieter ganz bewußt arglistig täuschen wollte.

http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&nr=28478&pos=0&anz=1

Was Du im übrigen immer bedenken mußt, ist, dass die Nebenkosten jedes Jahr und zwar z.T. dramatisch ansteigen. Die Vorauszahlung ist immer nur eine Momentaufnahme. Bei den Heizkosten kommt hinzu, dass diese ja teilweise verbrauchsabhängig abgerechnet werden und der individuelle Verbrauch für niemanden abschätzbar ist.

Eine arglistige Täuschung sehe ich zum Beispiel in den Fällen, wo der Vermieter absichtlich die Abschläge des Vormieters stark verringert ohne dass es dür diese Reduzierung einen triftigen Grund gibt, sondern er einfach nur die Gesamtkosten der Wohnung scheinbar drücken will.

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