In den USA wird private Altersvorsorge mit Aktien stark gefördert. Warum klappt das in D nicht?

6 Antworten

Als Friedrich Merz nur Vorschlug Anlagen in Aktien ebenso zu behandeln, wie andere Formen der Altersvorsorge, wurde er von SPD, Linken, Grünen und auch Teilen der CDU sehr kritisiert.

Die Deutschen mögen zum größten Teil auch keine Aktienanlagen und außerdem muss bei den meisten die Sicherheit wie beim Sparbuch gewährleistet sein.

Ebenso wollen die Politiker das möglichst.

Daher ja auch solche Produkte wie Riester und Rörup.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

Ein nicht auf Geldwerten sondern auf Beteiligung am Produktivvermögen basierendes System wäre krisenfester und nachhaltiger. Vor allem kostet es den Staat wegen der wesentlich höheren Rendite für die Vorsorger viel, viel weniger Geld und die Alten sind - weil sie selbst für ihr Wohl verantwortlich sind - deutlich zufriedener. Auch wenn manche arm sind oder Regale einräumen müssen, was das deutsche System auch nicht verhindert.

Warum so was in D bisher nicht klappt? Wir sind schon auf dem langen, steinigen Weg in die richtige Richtung. Man kann mit Fondssparplänen riestern und so bald die Kapitalerhaltgarantie fällt und die maximalen Höhen verzehnfacht werden (ein "Reförmchen") haben wir auch das, was nicht nur die USA sondern auch die Schweiz und andere schon längst haben. Die Gesetzgebung steht kurz davor. Das wird also irgendwann kommen.

Warum es so lange dauert? Hast du schon mal etwas vom Mitbestimmungsgesetz gehört? Es ist in der deutschen Politik tief verankert, dass es die reichen und zu schröpfenden Unternehmer und Großaktionäre auf der einen und die armen und zu fördernden Arbeiter und Angestellten auf der anderen Seite gibt. Für letztere gibt es Betriebsräte, Gewerkschaften und das Mitbestimungsgesetz mit paritätischer Besetzung der Aufsichtsräte großer Aktiengesellschaften.

In diese Welt der reichen Aktionäre und der armen Arbeiter passt es nicht rein, dass die Arbeiter Aktionäre werden. Sonst fehlt der früher zweitwichtigsten und noch vor zwanzig Jahren für viele wichtigsten Partei Deutschlands plötzlich das Feindbild. Ich denke, die nächste Bundesregierung, die ohne SPD zustande kommt, wird die letzten Schritte hin zu einem modernen Rentensystem machen. Einzige Hürde dazu ist eine ideologische.

Die Versicherungslobby ist schon längst nicht mehr so wichtig.

Na toll, mal wieder wird ein Teilaspekt heraus gegriffen und so getan, als ob es anderswo besser sei.

Was dem Fragesteller entgangen ist, sind die Berichte aus der letzten großen Finanzkrise. US-Rentner mußten sich noch im hohen Alter als Ladenhelfer und Laufburschen verdingen weil der Wert ihres Aktiendepots ins Bodenlose gefallen war und die davon erfolgten Auszahlungen nicht mehr zum Leben gereicht haben. Da die Corona-Krise noch heftiger zuschlägt wird das heute auch wieder der Fall sein.

US-Rentner wâren froh eine Altersversorgung zu haben bei der sie nicht bei jeder Wirtschaftskrise zittern müßten.

Die Kurse haben sich ja erhöht und wer 40 Jahre mit Aktien spart, dem kratzt ein 50% crash auch nicht so stark.

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In D gibt es insbesondere für Selbständige ähnlich gelagerte Möglichkeiten

Rürup-ETF-Fondssparplan

https://www.finanztip.de/ruerup-rente-basisrente/test-ruerup-rentenversicherung/

Meiner bescheidenen Meinung nach, sind Aktiendepots eine sehr gute Alternative für die Absicherung von Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keine BU-Rente, auch keine Erwerbungsunfähigkeitsversicherung (eher weniger bekannt) oder eine Dread-Disease-Versicherung mehr erhalten.

Weil die staatliche Rente in den USA nicht zum Leben reicht.

https://www.americandream.de/rentenversicherung-in-den-usa-06-03/

Im Gegensatz zu Deutschland.

Gegenfrage:

Warum bekommen die Amis das nicht hin?

Recht die staatliche Rente in D zum Leben? Sogar die Rentenversicherung in D rät zur zusätzlichen privaten Vorsorge. Dafür für so ein Modell durchaus hilfreich. Besser als Riester und Co. wo viel bei den Anbietern hängen bleibt.

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@Gnadenlutscher

Die staatliche Rente reicht für den Großteil der Bürger aus.

Von Riester halte ich persönlich auch nichts, Rürup hingegen schon.

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@Gnadenlutscher

Wenn man in eigenen Immobilien wohnt kommt man mit der staatlichen Rente hin und kann gut damit leben. Das ist nicht nur in D so sondern auch in allen Süd-Ländern so. Das ist das Entscheidende ob man hohe laufende Kosten im Alter hat und ob man andere Einkünfte generieren kann. Es kommt halt immer auf den Einzelfall an.

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