In 3 Monaten zahlt Krankenkasse nicht mehr. Wann soll ich Antrag auf Arbeitslosengeld stellen? Soll ich Antrag auf Erwerbsminderungsrente vorher stellen?

2 Antworten

Hallo,

den Alg-Antrag sollte man möglichst schnell stellen. Dann kann die Agentur für Arbeit sich um fehlende Unterlagen kümmern und die Alg-Zahlung kann nahtlos nach dem Krankengeldende einsetzen.

Auch der Rentenantrag sollte möglichst schnell gestellt werden. Ein Rentenverfahren kann mehrere Jahre dauern. Nach dem Alg-Ende kann es sonst größere Probleme geben (unter Umständen auch eigene Zahlung der Krankenversicherung). Den Antrtag am besten bei einer Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung stellen (aktuelle und ausführliche medizinische Unterlagen sind hilfreich).

Gruß

RHW

Hallo Stepnogorsk53,

Sie schreiben:

In 3 Monaten zahlt Krankenkasse nicht mehr. Wann soll ich Antrag auf Arbeitslosengeld stellen? Soll ich Antrag auf Erwerbsminderungsrente vorher stellen?

Bin arbeitsunfähig seit Oktober 2015,ab 23.04.2017 kein Krankengeld mehr,bin noch beim Arbeitgeber angemeldet,bin weiter Krank, mit freundlichen grüßen, Viktor

Antwort:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publicationFile/49858/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf

Den Antrag auf ALG 1 besser zu früh, als zu spät einreichen! Klären Sie diese Frage zusammen mit Ihrem zuständigen Sachbearbeiter bei der Agentur für Arbeit!

Antrag auf Erwerbsminderungsrente sollte spätestens dann bei der DRV eingereicht werden, wenn Betroffene selbst merken, daß die Leistungsfähigkeit nicht mehr stabilisierbar ist!

Eigene Krankenakte konsequent auf Vordermann bringen, denn diese Verfahren werden überwiegend nach Aktenlage entschieden!

http://www.erwerbsminderungsrente.biz/ihre-hausaufgaben/fruehrente-beantragen-und-der-rote-faden/

In diesem Zusammenhang sollte auch immer bedacht werden, daß sich so ein Antragsverfahren, je nach Einzelfall, sehr in die Länge ziehen kann!

Ein weiterer Gesichtspunkt, der oft nicht beachtet wird, sind politische Entwicklungen, welche nicht absehbar sind!

Das beste Beispiel ist die knallharte Rentenreform 2000, als zum Stichtag 31.12.2000 die Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrenten abgeschafft und ab 1.1.2001 durch die Erwerbsminderungsrente ersetzt worden sind!

Mit der Folge, daß die Zugangshürden teils extrem angehoben- und die Leistungen erheblich gekürzt worden sind!

Krankengeldanspruch maximal 78 Wochen, daran schließt in der Regel das ebenfalls zeitlich befristete ALG 1 an!

Die zeitliche Befristung des ALG 1 kann ggf. im Zusammenhang mit einem laufenden Verfahren auf Erwerbsminderungsrente für die Dauer des Antragsverfahrens ausgedehnt werden!

Stichwort: "Nahtlosigkeitsregelung!"

http://www.ra-buechner.de/newsarchiv/newsdetail/bsg-zur-nahtlosigkeitsregelung-des-145-sgb-iii-verpflichtung-zur-fortzahlung-von-arbeitsloseng.html

Es ist sehr selten, daß die Krankenkasse ohne Gegenwind das Krankengeld einfach 78 Wochen lang weiter bezahlt, sondern meistens kommt die KK schon sehr viel früher auf die Betroffenen zu und verlangt Antrag auf REHA oder Antrag auf Erwerbsminderungsrente! Ausnahmen bestätigen diese Regel!

Dasselbe gilt für den Bezug von ALG 1!

Auch die Agentur für Arbeit leistet in der Regel nicht blind weiter, wenn absehbar ist, daß der ALG 1- Bezieher nicht mehr leistungsfähig (nur noch unter 3 Stunden pro Arbeitstag belastbar) und nicht mehr vermittelbar ist!

Nun gibt es sehr findige Mitmenschen, welche versuchen, die Sozialversicherungsträger auszutricksen, um möglichst lange in den Genuß von Krankengeld bzw. von ALG 1 zu gelangen, da ja diese Leistungen in der Regel wesentlich höher ausfallen als die volle bzw. teilweise Erwerbsminderungsrente!

In letzter Zeit erreichen mich allerdings vermehrt Hilferufe von Betroffenen, denen die Sozialversicherungsträger einen knallharten Strich durch diese Rechnung machen, indem das Eintrittsdatum der Erwerbsminderung um erhebliche Zeiten zurückdatiert wird!

In der Folge stehen Betroffene dann oft wie begossene Pudel da, denn in derartigen Fällen verrechnen die veschiedenen Sozialversicherungsträger zuviel oder zu Unrecht gewährte Leistungen intern und das Ergebnis wird dann den Betroffenen im DRV-Rentenbescheid präsentiert!

Im Extremfall warten Betroffene dann, je nach speziellem Einzelfall, mehr oder weniger lang auf die erste, reguläre Rentenzahlung und das bereits ausgegebene Geld aus Krankenkasse oder ALG 1 ist unwiderbringlich weg!

Folge: "Finanzielle Notlagen!"

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

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