Immobiliendarlehen aus Erbe zurückzahlen während der Zinsfestschreibungszeit.

3 Antworten

Robin: Sucht mit den kompletten Unterlagen einen Fachanwalt für Bankrecht auf, der Euch besser und genauer beraten kann. Es gibt verschiedene Lösungsmöglichkeiten, vielleicht auch deshalb, weil die Bank bereits 2008 und/oder bei der Berechnung Fehler gemacht hat.

Da Ihr das Haus verkauft habt, geht es auch nicht mehr um Härtefall, sondern um Verkauf. Also auf zum Fachberater!

rokly:

Die Bankangestellte sagte euch zu, dass keine Extrakosten entstehen. Im Vertrauen auf diese Zusage – die ihr aus Beweissicherungsgründen der Bank bestätigt habt, zumindest aber von Zeugen bekundet werden kann - habt ihr eure Verkaufsstrategie aufgebaut. Die Bank kann jetzt nicht kommen und euch belasten.

Im übrigen: siehe LittleArrow

Danke für die Antworten. Ich werde dem Vorschlag von Little Arrow folgen. Habt ihr schon Erfahrungen gemacht mit der Verbraucherzentrale? Wären die in diesem Fall auch eine gute Anlaufstelle? Oder Lieber gleich zum Fachanwalt?

Gruss Robin

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Sehr geehrter Robin,

zunächst einmal ist darauf zu verweisen, dass für den Immobilienverkauf aufgrund eines Todesfalls keine andere Regelung gilt wie für alle übrigen Fälle. Insoweit regiert die Sphärentheorie. Das sich realisierende Risiko stammt aus der Sphäre des Darlehensnehmers, also hat er auch die wirtschaftlichen Nachteile einer vorzeitigen Ablösung zu vertreten.

Soweit sich beweisen lässt, dass in der Tat die Bank eine bezeugbare Aussage dahingehend machte, dass keine Zinsentschädigung geschuldet wird, ist sie daran festzuhalten.

Soweit dies nicht der Fall ist, hilft möglicherweise die Erklärung des Darlehenswiderrufs (Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit widerrufen wir das Darlehen #### wegen fehlerhafter Widerrufsbelehrung. MfG). Akzeptiert die Bank den Widerruf, so wird keine Zinsentschädigung geschuldet, weist sie ihn zurück, so ist anwaltlich zu prüfen, ob die Widerrufsbelehrung tatsächlich rechtlich in Ordnung war. Mehr als ein Drittel der in Deutschland benutzten Widerrufsbelehrungen war in der Vergangenheit rechtsfehlerhaft.

Auf jeden Fall sollte auch die Höhe der verlangten Zinsentschädigung von einem Experten geprüft werden, anderenfalls läuft man gerade unter der genannten Höhe viel zu viel zu bezahlen.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. rer. pol. habil. Klaus Wehrt

Diplom-Volkswirt

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