Ich versteh das mit Wohn-Riester nicht , brauch ich dazu Bausparvertrag - kanns jemand erklären?

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Hallo SteuerMeider..;-), mit dem "Wohn-Riester" ist immer ein Bausparvertrag verbunden. Die Differenz Guthaben zu Bausparsumme ist dann der nutzbare Darlehensbereich für den Erwerb oder die Entschuldung von Wohneigentum// hier gibt es dann noch diverse rechtliche Aspekte und auch gravierende Unterschiede bei den Bausparkassen!). Sofern das Darlehen NICHT genutzt wird, kann das Guthaben zur "Riester-RENTE" genutzt werden. Grüsse aus dem Schnee...:-((

Ich habe mich damit befasst und es jetzt so verstanden:

Mal ein Beispiel: Du möchtest z. B. einen Hauskredit von 150.000 Euro aufnehmen.

Du nimmt bei Wohnriester einen Kredit in Höhe von 50.000 Euro. Den brauchst du also nicht von deiner Bank aufzunehmen. Zugleich schließt du über die 50.000 Euro einen Riesterbausparvertrag ab. Das musst du. 50.000 Euro bekommst du, 50.000 Euro "sparst" du. Sozusagen sparst du hinterher und bekommst die 50.000 Euro vorgestreckt.

Warum aber nimmst du ein Wohnriesterdarlehen auf und kein normales Annuitätendarlehen?

Das Wohnriesterdarlehen hat 2 Vorteile:

  1. Du bekommst jährlich eine Zulage von 184 Euro auf dein Bausparkonto (also auf dein Schuldenkonto).

  2. Du hast eine garantierte niedrige Verzinsung. Wenn du z. B. für 20/25 Jahre sparst, hast du garantiert zum Beispiel ca. 2,8 % Zinsen.

Wenn also nach 10 oder 20 Jahren die normalen Zinsen ansteigen, hast du deine Zinssicherheit.

Es gibt noch einen dritten Vorteil. Du kannst ein bisschen steuerliche Vorteile geltend machen. Das sind ca. 300 Euro im Jahr, die dir das Finanzamt zurückerstattet. Und du kannst natürlich die vermögenswirksamen Leistungen deines Arbeitgebers auf dein Bausparkonto zahlen lassen. Bei mir sind's nur 22 Euro im Monat, aber die bezahlt ja der Arbeitgeber.

Letztlich sieht es also in meinem Beispiel so aus: Du musst nur noch 100.000 Euro bei deiner Bank aufnehmen. Die anderen 50.000 Euro nimmst nur als Riesterdarlehen auf (das macht bei mir die Bausparkasse). Kostet übrigens ca. 500 Euro Abschlussgebühren. Bei mir verrechnet das die Bank mit den Ratenzahlungen.

Die Nachteile: Du musst die Förderungen zurückzahlen, wenn du die Immobilie verkaufst. Ausnahme, du ziehst berufsbedingt um und ziehst dort wieder ein bevor du 67 Jahre bist. Ausnahme: Du kaufst innerhalb von 4 Jahren eine andere selbstgenutzte Immobilie.

Du bekommst die Vorteile des Riester- Darlehens nur, wenn du selber in deiner Immobilie wohnst. Wie das mit Vermietung ist, weiß ich im Moment nicht. Ich glaube, das geht auch nicht so ohne Weiteres.

Noch ein Nachteil: Du musst ab deinem 67. Lebensjahr Steuern bezahlen. Das müssten ca. 70 Euro im Monat sein. Dafür wohnst du aber in deinem eigenen Haus.

Das war so das Wichtigste über ein Riesterdarlehen, finde ich. Was man sonst so für Infos liest, verstehe ich nicht und wirkt auch toller, als es in Wirklichkeit ist.

Man kann mit jedem Riestervertrag auch wohnriestern. Wenn du allerdings noch keinen Riestervertrag hast, aber das Ziel hast eine Immobilie für den Eigennutz zu erwerben, solltest du gleich Wohnriester abschließen. Am besten bei der BHW.

Zunächst ist zu prüfen, ob du überhaupt zu dem Personenkreis gehörst, der eine Riesterförderung in Anspruch nehmen kann - dazu gehören die meisten Arbeitnehmer, die in der gesetzlichen Rentenversicherung sozialversichert sind.

Wenn du bisher keinen Vertrag mit einer Riesterförderung abgeschlossen hast, kannst du einen Bausparvertrag abschließen, der die Riesterförderung im Vertrag einschließt. Diese Form der Riesterförderung gibt es noch nicht so lange.

Das Modell heißt kurz gesagt Wohnriester.

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