Frage von ShxKR, 34

Ich muss evtl früh in der Probezeit kündigen, kann der Arbeitgeber etwas zurückverlangen?

Hallo,

Ich arbeite seit einer Woche bei einem Betrieb, angestellt durch eine Zeitarbeitsfirma. Mir wurde erst bei Vertragsunterzeichnung bewusst, dass ich als Leiharbeiter angestellt bin. Mein Fehler war es dennoch zu unterschreiben (ich hatte nach 4 Vorstellungsgespraechen kaum eine Wahl)

Jedenfalls zum eigentlichen Problem: ich werde 6 Wochen in Hamburg eingearbeitet, danach werde ich in Frankfurt eingesetzt werden. Mir wuerde Hotel so wie saemtliche Reisekosten bezahlt werden.

Jedoch musste ich schnell erfahren, dass es fuer mich unmoeglich ist eine Wohnung in Frankfurt zu finden. Leiharbeitervertrag, vorlaeufig auf 1 Jahr befristet, 6 Monate Probezeit und ein fuer Frankfurt geringer Lohn von 1400 Netto. Das Stammpersonal verdient vermutlich weit mehr da es eine relativ anpruchsvolle Arbeit ist.

Jedenfalls habe ich dem Betrieb von meinen Erfahrungen mit der Wohnungssuche bereits am 2. Arbeitstag berichtet, und ihn gefragt, ob man etwas an Vertragsart und oder Gehalt aendern koennte, da ich sonst leider ungewollt mit 2 Tagen Kuendigungsfrist kuendigen muesse.

Eine Antwort erwarte ich naechste Woche.

Nun moechte ich auf alle Eventualitaeten vorbereitet sein:

Kann er im Falle einer Kuendigung:

  • Hotelkosten zurueckverlangen?
  • sich weigern die Reisekosten zurueckzuerstatten?

Die Kosten belaufen sich auf ca 120€ pro Tag, wohingegen ich nur 65 Euro pro Tag verdiene.

Antwort
von Juergen010, 23

Nein, kann der Arbeitgeber rechtlich gesehen nicht - obwohl das nicht heißt, dass er es nicht versuchen wird. ;-(

Probezeit ist Probezeit - für beide Parteien. Sofern Du dich an die Kündigungsfrist hälst und ordnungsgemäß schriftlich kündigst, bedarf es bei einer Kündigung in der Probezeit noch nicht mal einer Begründung.

Aufwendungen, die der Arbeitgeber im Zuge deiner Tätigkeit hatte, kann er nicht zurückverlangen, außer es bestände eine entsprechende vertragliche Vereinbarung. Gäbe es eine solche Vereinbarung, würde sie aber höchstwahrscheinlich vorm Arbeitsgericht keinen Bestand haben, da sie dich unangemessen benachteiligen würde.

Rein vorsorglich der Hinweis:

Hattest Du Auslagen, solltest Du eine ordnungsgemäße Reise- und Spesenkostenabrechnung mit Originalbelegen erstellen und einreichen. Selbstredend fertigst du von allem (auch den Belegen) eine Kopie.

Sollte der Arbeitgeber sich tatsächlich auf das schmale Brett verirren und Rückforderungen stellen, bzw. mit deinem Gehalt verrechnen, bleibt nur der fristgerechte (3 Wochen ab Kündigungsdatum) Gang zum Arbeitsgericht.


Kommentar von Snooopy155 ,

Ungemach könnten dem Fragesteller aber von ganz anderer Seite drohen, wenn ihm nämlich diese Stelle von der Agentur für Arbeit vermittelt wurde. Dass man erst bei Vertragsunterzeichung erkennt, dass man bei Zeitarbeitsfirma unterschreibt ist nur der Naivität des Fragestellers geschuldet.

Kommentar von Juergen010 ,

Stimmt. Diesen Aspekt hatte ich überhaupt nicht auf dem Sender.

Antwort
von barmer, 4

Hallo, zu den arbeitsrechtlichen Fragen wurde ja schon korrekt geantwortet. Den Zeitraum von 2 Tagen nach Arbeitsbeginn finde ich allerdings extrem kurz um festzustellen, dass man keine Wohnung findet. Mit knapp 2000 EUR brutto sollte man als Single (?) auch in oder bei Frankfurt klarkommen.

Wahrscheinlich wäre statt einer Kündigungsandrohung die Bitte um Unterstützung bei der Wohnungssuche besser angekommen

Viel Glück

Barmer

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