Ich hatte von Juni 2011 bis 2017 Privatinsolvenz, hab von 2015 Einkommensteuer von 750 Euro nachzuzahlen. Ist das denn gerecht?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Nee, das ist ja ärgerlich.

 Hoffentlich lag es nicht an der Lohnsteuerklassenkombi III / V, denn dann kommt für die Folgejahre evtl. nochmal eine Nachzahlung.

Andererseits hättest Du die Steuererklärung für 2015 evtl. auch eher machen können. Und eine Erstattung nach Beendigung des Insolvenzverfahrens wäre ja zu Deinem Vorteil gewesen.

Leider merkt man ja oft erst im Nachhinein, woran man hätte denken müssen.

Impact 27.07.2017, 22:16

Ich frage mich, was es gebracht hätte, wenn er die Erklärung früher abgegeben hätte.

0
Brigi123 27.07.2017, 22:19
@Impact

Dann wäre vermutlich sein/ihr Einkommen um diese Nachzahlung bereinigt worden und er/sie hätte weniger an die Gläubiger abführen müssen.

Bei Null-Insolvenz wäre es natürlich egal.

2
Impact 28.07.2017, 00:21
@Brigi123

Das glaube ich aber nicht. Eine geforderte Nachzahlung ist anfänglich ja nur eine fiktive Zahl. Was aber, wenn diese Forderung des Finanzamts nicht, teilweise oder erst Jahre später bezahlt wird. 

Ob sie rechtlich angerechnet werden (darf) ? I don´t know. 

0

Wenn Du in 2015 Einkünfte hattest, die zu dieser Nachzahlung geführt haben (ich setze mal voraus, der Bescheid ist richtig), dann ist das natürlich in Ordnung.

Fehler in der Kommunikation zwischen dem Insolvenzverwalter und Dir, denn für Einkünfte aus Nebenbeschäftigungen hätte man ja Rücklagen bilden können.

So müsste man es nun aus den Mitteln für die Gläubigern kürzen, die damals von den Extraeinkünften profitiert haben.

Was ist daran auszusetzen? Und vor allem: Was hat die Steuer auf dein Einkommen des Jahres 2015 mit deiner Privatinsolvenz zu tun? Es ist doch vielmehr erfreulich, dass du offenbar bis 2015 wirtschaftlich wieder soweit auf die Beine gekommen bist, dass du Steuern in dieser Höhe bezahlst. Das ist erfreulich für alle beteiligten Seiten:

  • Für den Staat, weil er auch von dir endlich wieder Steuereinnahmen hat
  • Für die Gläubiger, weil sie ihre Forderungen nicht komplett in die Esse schreiben müssen
  • Für dich, weil du mehr von deinen Schulden los wirst

Ist das denn gerecht?

Was soll denn "gerecht" sein? Der Begriff kommt im Steuerrecht nicht vor.

Er wäre vermutlich auch nur umstritten. Also nehmen wir als Maßstab doch lieber das, was im Gesetz steht. Und auf einer gesetzlichen Grundlage wird dein Steuerbescheid doch wohl beruhen.

Da wird wohl zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung noch kein steuerlicher Anspruch  des Finanzamtes bestanden haben.

Warum soll das nicht gerecht sein?

Was möchtest Du wissen?