Ich habe einen Lösungsvorschlag für die Rente... Ist dieser Vorschlag völlig abwegig?

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7 Antworten

Vielleicht ein Gedanke: Sie sind Selbständig, d.h. Sie haben Ihr Leben lang in Eigenverantwortung gelebt und gehandelt. Warum wollen Sie dann Ihr sauer erspartes Geld irgend jemand Fremden in die Finger geben. Damit erhöhen Sie ur das Verlustrisiko. Und: auch der Staat oder staaatliche Gesetze sind für Sie keine Garantie. Denken Sien ur was passieren könnte, wenn bei der nächsten Wahl eine neue Regierung an die Macht kommen würde: Gesetze oder Programme auf die Sie sich verlasssen haben werden verändert oder ganz gekippt. Übrigens reicht auch das Geld der Protector oder Einlagensicherungsschutz bei weitem nicht aus, wenn ein halbwegs Großer in der Branche kippt. Tun Sie sich also einen Gefallen, holen sich neutrale Berater, die Sie für ihren Rat bezahlen (keine Vermittler!) und handeln Sie selbständig, z.B. mit dem Kauf von Immobilien, Gold als Absicherung, Aktien etc. etc., aber lassen Sie keinen an Ihr Geld. Sichern sie das Ganze mit entsprechenden Vollmachten für den Ernstfall und einem gutv formulierten Testament ab (keine Pauschallösungen aus dem Internet oder vom Anwalt). Auch hier holen Sie sich neutrale Berater, die Sie für Ihren Rat bezahlen. Keine Angst vor den Kosten - da Sie nur mit 3% Rendite rechnen bleibt genug für Sie übrig. Eine gute Immobilie bringt Ihnen mindestens 5% - es ist genug Spielraum vorhande um Ihre Rendite zu sichern. Und zum Schluss: Fokussieren Sie sich nicht nur auf Ihr Heimatland.

Ich dachte nicht, dass du auch an einem persönlichen Vorschlag für deine Rente interessiert bist. Das ist einfach zu beantworten.

Die wirklich wichtige Frage zur Altersvorsorge sollte lauten: „Welche Altersvorsorge ist für mich optimal“? Die Altersvorsorge ist seit 2005 in 3 Schichten aufgeteilt. Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente). Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente. Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. Kapitallebensversicherungen und Aktienfondssparpläne etc. Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Jede Form der Altersversorgung hat unterschiedlich hohe Aufwendungen zum Ansparen einer gleichen Nettorente. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Denn es ist ein großer Unterschied, ob man von der ausgezahlten Rente noch Steuern und ggf. Krankenversicherung zahlen muss oder nicht.

Du hast Recht, in meiner Frage ging es nicht um einen persönlichen Vorschlag für meine Rente.

Tatsache ist aber: Ich mache mir Gedanken über Konzepte, um ohne Versicherungsgesellschaften sinnvoll vorzusorgen (weil ich befürchte, dass diese Gesellschaften pleite gehen können).

Wer hat eigentlich bestimmt, dass "Die Altersvorsorge ist seit 2005 in 3 Schichten aufgeteilt" ist?

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@Leo72

Unsere Bundesregierung 2005 mit dem Alterseinkünftegesetz.

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Diese Versicherung gibt es schon im privaten Bereich mit der Rürup-Rente. wir brauchen nicht noch mehr staatliche Bürokratie und Ineffizienz. Von einer komplett kapitalgedeckten Rente halte ich über haupt nichts. Während der Subprimekrise in den USA sind dort Milliarden US$ in den großen Pensionskassen und -fonds verloren worden. Das werden die zukünftigen Rentner später bei ihrer Rente merken bzw. die derzeitigen Rentner werden weniger Rente bekommen. Dem deutschen Umlagesystem hat die Subprimekrise überhaupt nichts ausgemacht, weil hier keine Banken etc. eingeschlossen sind. Es sind keine Verluste entstanden.

Meine Idee für eine zukünftige Rente ist folgende.

Rente ohne Abschlag nach 40 Jahren aktivem einzahlen von Rentenbeiträgen. Handwerker erreichen dies mit 60 Jahren Studierte vielleicht erst mit 70 Jahren. Die körperliche Belastung ist damit auch keine Thema mehr.

Danke für deine Antwort und für diese Infos. Dein Vorschlag hört sich sinnvoll an. Wenn es weiterhin mit dem Umlagesystem laufen soll, frage ich mich aber ob die demografische Entwicklung uns nicht einen Strich durch die Rechnung macht.

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@Leo72

Die Rentner haben keine Lobby, die Rentenkassen werden geplündert. Die Rentenformel erhält mehrere Dämpfungsfaktoren wie den Nachhaltigkeitsfaktor, den Riesterfaktor etc. Den Rentnern wird immer die Story von der sich wandelnden demografischen Entwicklung erzählt. Banken, Versicherungen Presse und sonstige Gruppen blasen immer in das gleiche Horn. Die Menschen in Deutschland werden für dumm verkauft. Seit Bestehen der Rente wurden 700 Milliarden von den Regierungen aus den Rentenkassen entwendet. Darüber spricht man nicht, das zweifelt man an. Aber es ist die Wahrheit. Diese 700 Milliarden wurden in Form von versicherungsfremden Leistungen aus der Rentenkasse entwendet. Jedes Jahr werden Milliarden für andere Zwecke verwendet.

Definition versicherungsfremde Leistungen. Das sind Leistungen, für die keine Gegenleistungen erbracht wurden, sprich keine Beiträge für gezahlt wurde. Diese Zahlungen müssten von der Allgemeinheit, d.h. den Steuerzahlern bezahlt werden aber nicht nur von einer Bevölkerungsgruppe den Rentnern.

Leider wird bei diesem Thema immer nur mit Halbwahrheiten gearbeitet. Politiker und Journalisten sprechen immer pauschal von 80 Mrd. € die der Staat zuschießt. Dabei wird das Geld nicht nur in die DRV gezahlt sondern auch in die Knappschaftsversorgung der Bergleute gezahlt. Interessant ist auch, dass sich auch nur die Menschen wichtig tun zu diesem Thema, die überhaupt nicht betroffen sind. Politiker, Presseleute und Richter. Keiner dieser Personengruppen wird jemals Leistungen aus der DRV beziehen. die Gerichtsurteile sind eine Aufforderung zum Diebstahl der Rentenkassen. Aber die Rentner sind ja selbst schuld. sie haben keine Kinder gezeugt, werden zu alt und wollen nicht länger arbeiten. Außerdem bekommen sie eine viel zu hohe Rente.

Ein sehr wichtiger Punkt wurde bei der Rentenproblematik allerdings noch nie angesprochen. Den Punkt der Produktivität. Die Produktivität, die in den letzten 50 Jahren in Deutschland rasant gewachsen ist. Wo heute ein Autobauer den ganzen Tag schraubt, schraubten vor 50 Jahren mindestens 4 Monteure.

Lies dir mal Die Reformlüge" von Albrecht Müller durch Knaur Verlag Nr. 77840. Der Mann ist einer der wenigen in Deutschland, die den Durchblick haben. Dann gibt es nicht den ADG. Das ist eine Gruppe von Siemens-Rentner in München. die haben das Thema wissenschaftlich angepackt. Auf diese Link klicken, dann geht die Tabelle auf E025 1102 Hier Website: http://www.adg-ev.de/publikationen/publikationen-altersversorgung/297-versicherungsfremde-leistungen-teufelstabelle

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@Niklaus

Danke für die ausführliche Antwort. Ich sehe schon, ich müsste richtig studieren um dieses Thema halbwegs zu verstehen... Ich werde mir mal das Buch besorgen, vielleicht hilft das schon weiter.

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Ich habe zwar auch keine Ideallösung (wobei eine kapitalgedeckte Vorsorge nunmal besser funktioniert als eine umlagenfinanzierte), möchte aber einige Anmerkungen machen:

  • geförderte Renten sind nicht undurchsichtig, sie werden nur von vielen schlecht erklärt. Wie oft habe ich schon gehört (ach DAS ist Riester, na JETZT hab ichs auch endlich mal verstanden)
  • Riester ist für Selbständige nur als reiner Zulagenvertrag abschließbar mit einem förderfähigen Ehepartner. Ich hab auch so einen Vertrag
  • eine normale private Rente MUSS keine hohen Verwaltungskosten haben. Dir kann auch keiner garantieren, dass die Bank, die Bausparkasse, die woauchimmerduanlegst nicht pleite geht...
  • Kapitalertragsteuer UND Abgeltungssteuer ??? Das ist das gleiche ;-)
  • Du bezahlst immer Geld auf Deine Erträge. Entweder Abgeltungssteuer oder später im Halbeinkünfteverfahren einer Versicherung. Zweiteres ist allerdings viel billiger ;-)
  • was Du beschreibst ist Rürup, gibts schon, braucht also keiner mehr...
  • wieso sollte ich als Selbständiger in noch eine ineffiziente gesetzliche Rente zahlen statt mich selbst am Markt mit einer guten Rente zu versorgen. Meine private kostet weniger und bringt mehr
  • der Staat macht den Umweg über Versicherungsgesellschaften, weil die schon wesentlich länger und besser funktionieren als die gesetzliche und der Staat schon ein Sorgenkind hat, was er ständig nachbessern und kürzen muss ;-)
  • wenn Du es einfacher kannst, solltest Du in die Politik gehen :-) Ernsthaft.

Danke für diese Zusammenfassung. Meine Angst ist folgende: Versicherungsgesellschaften können pleite gehen, und ich glaube, dass dieses Szenario realistischer ist, als dass der Staat Deutschland pleite geht. Wenn ich richtig informiert bin ist es ja so: Die Versicherungsgesellschaften legen unser Geld an, und zwar hauptsächlich in der Form von Staatsanleihen. Durch so ein Schuldenschnitt wie er im Fall von Griechenland geschah, ist Geld futsch gegangen, vielleicht teilweise auch mein Geld. Wenn noch ein paar mehr Staaten in eine Lage wie Griechenland kommen, könnte noch einiges mehr an geliehenes Geld verschwinden.

Irgendwann fangen alle an, denen um das Jahr 2000 empfohlen wurde, privat vorzusorgen, ihr Geld zu verlangen. Auf der anderen Seite, gibt es heute immer weniger Menschen, die eine private RV abschließen, weil die Konditionen (Verzinsung) mittlerweile recht uninteressant geworden sind.

Also zusammengefasst: Kapitalwachstum gibt es nicht (vielleicht sogar Vernichtung des Kapitals durch Staatspleiten) und frisches Geld von neuen Kunden gibt es auch immer weniger. Für mich ist das schon ziemlich brenzlich und ich möchte nicht der letzte sein der ankommt und dem man sagt: Sorry, Geld ist alle...

Ich weiß, dass es ein Schutzsystem namens "Protector" gibt. Aber wenn es zu einer gesamten "Versicherungskrise" kommt und mehrere Gesellschaften getroffen sind, wir auch dieser Schutz irgendwann nicht mehr greifen können.

Deswegen fänd ich es sinnvoller, wenn ich direkt beim Staat monatlich etwas freiwillig einzahle und ich jetzt genau wüsste, was für eine Rente dabei herauskommt wenn ich 67 bin.

Ich habe mir auch schon mal überlegt dass es interessant wäre, Politik zu machen - sei es nur um zu begreifen, wie alles funktioniert (bzw. nicht funktioniert). Aber leider macht mir mein Beruf so viel Spass, dass ich dafür keine Zeit über habe...

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@Leo72

Wenn eine Versicherungsgesellschaft pleite geht, bekommst Du Deine Rente mit den garantierten Leistungen durch die Protecor. Bisher ging nur eine Versicherung in D pleite: die Mannheimer. Pleite gehen können übrigens alle bei denen Du irgendwie Geld fürs Alter anlegst. Dann darfst Du gar nichts mehr machen.

Wieso ist das Geld bei einem Schuldenschnitt in Griechenland futsch ?

Es gibt immer weniger Menschen, die eine private RV abschließen ? Da hab ich andere Zahlen... Wieso wird für Dich eigentlich frisches Geld benötigt ? Eine RV ist kein Umlangeverfahren wie die staatliche Rente wo ständig frisches Geld benötigt wurd ! Das sind zwei völlig andere Systeme !

Der Staat beweist mir die letzten 30 Jahre zur Genüge, dass er ein schlechter Vorsorger ist. Das sehe ich an Krankenversicherung und gesetzlicher Rente. Und wenn ich mir die Struktur der Rente anschaue, dann müsste allen klar gewesen sein, dass das so nie auf Dauer funktionieren konnte. Da setze ich lieber auf private Anbieter. Die machen das schon länger als der Staat und bisher etwas erfolgreicher.

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Der Staat hat bereits eine Rentenversicherung und in die kann jeder einzahlen, der einzahlen will, auch der Selbständige. Nur mit der Garantie hapert es natürlich, dafür hat diese Rentenversicherung Details, die keine private Rentenversicherung bietet. Denk nur mal an die Anrechnung von Ausbildungszeiten.

Wieso sollte sich der Staat mit einer weiteren Rentenversicherung Konkurrenz machen? Wieso gehst Du davon aus, dass deren Konditionen günstiger wären als die der privaten Konkurrenz? Zwar kann ich aus der Hand auch keinen Vergleich der jeweils zu zahlenden Gehälter zauben, halte es aber für unwahrscheinlich, dass ein Beamtenapparat günstiger wäre als nach privaten Tarifverträgen bezahltes Personal. Und was die Qualität der Verwaltung des Anlagevermögens betrifft, so kann ich mich nicht daran erinnern, dass Vater Staat und seine Diener da jemals gelobt worden wären.

Nimms mir nicht übel: Du präsentierst uns da eine Schnapsidee. Ich halte garnichts davon.

  1. Was Du beschreibst ist im Grundprinzip die Rürup Rente.
  2. Würdest Du ein Teil des Versicherungspersonals zu Beamten machen.
  3. Würde selbst dann der Gros der Leute es immer noch nicht verstehen.
  4. siehe bei Privatier...

DH - kurz und knapp: Ja, für Selbständige ist eine effiziente (also sehr gut ausgewählte) Rürup-Rente (auch Basisrente genannt) das optimal geeignete Instrument.

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@GAFIB

Danke für die Info. Das wäre für mich nur interessant wenn ich die Sicherheit hätte, dass die Gesellschaft, bei der ich meine Rürup-Rente abschließe niemals pleite geht.

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@Leo72

Nun, es gibt für den Fall der Insolvenz das Sicherungssystem Protector,das solche Risiken absichert.

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Dein Vorschlag ist nicht wirklich neu. Es gibt solche Modelle.

Alleine weil eben keine Versicherungsprodukte dahinter stehen und keiner wirklich Geld damit verdient sind diese Möglichkeiten nicht sehr verbreitet.

Wenn du Selbsständiger bist kommt es auch auf deine Situation an ob du diese Form der Altersvorsorge bereiben kannst.... und das kommt noch dazu.....ob du deinen Berater auch für seine Arbeit bezahlen willst und kannst. Es kommt auch entscheidend auf die Geldmittel und die Umsätze an.... also die Betriebsgröße ist maßgebend.

Der Vorteil der Versicherungslösungen (egal welche) ist, dass durch die Beiträge auch die Unkosten der Vermittler gedeckt sind ohne dass der Kunde einen Extraaufwand betreiben muss.

Vorteil meiner Lösung ist, dass eben keine Versicherung involviert ist und du dein Geld selbst ausgeben und selbst anlegen kannst wie du möchtest.....

Allerdings musst du für diese Lösung schon auch bezahlen. Ein Honorar ist üblich wenn ein Berater nicht mit Versicherungsprodukten sein Einkommen sichern kann.

Werbung durch Support gelöscht

Alles klar, ich werde über dein Angebot nachdenken. Vielen Dank für die Info, dass es wohl andere Wege gibt als den über Versicherungsgesellschaften.

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Lieber Underfrange,

Wir möchten dich bitten in Zukunft auf Werbung zu verzichten.

Gerne kannst du dies auch nochmals in unseren Richtlinien nachlesen: http://www.finanzfrage.net/policy

Freundliche Grüße,

Jürgen vom finanzfrage.net Supportteam.

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