Hypothek als Sicherungsgrundlage

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dagobert:

Die Aussage des Bankberaters ist m. E. nicht korrekt. In § 1163 (1) BGB heißt es:

„Ist die Forderung, für welche die Hypothek bestellt ist, nicht zur Entstehung gelangt, so steht die Hypothek dem Eigentümer zu. Erlischt die Forderung, so erwirbt der Eigentümer die Hypothek“.

Aus der Hypothek entsteht kraft gesetzlicher Automatik - von wenigen Ausnahmen abgesehen (z. B. bei Reichsheimstätten) - eine (zunächst verdeckte) Eigentümergemeinschaft. Sie wird wie folgt bezeichnet:

„Vorläufige“ Eigentümergrundschuld, wenn der Gläubiger das Darlehen noch nicht ausgezahlt hat (z. B. bauliche Voraussetzungen und damit die Werthaltigkeit des Objekts fehlen),

„endgültige“ Eigentümergrundschuld, wenn der versprochene Betrag endgültig nicht ausgezahlt wird (z. B. Rücktritt vom Darlehensvertrags),

„nachträgliche“ Eigentümergrundschuld, wenn die Forderung zunächst entstanden, aber dann erloschen ist (z. B. durch Rückführung des Darlehens).

Letztere gilt als problematisch bei einer Tilgungs- und der Abzahlungshypothek. Die Eigentümergrundschuld entsteht nämlich sukzessive in Höhe der Rückzahlungsbeträge des Eigentümers, mit Rang nach dem Restbetrag der Hypothek (§ 1176 BGB). Wechselt der Eigentümer, so erhält jeder in Höhe s e i n e r Leistung eine Grundschuld, der der alte Eigentümer freilich dem neuen meist abtritt.

Aufgrund der Verzichtserklärung oder der löschungsfähigen Quittung des im Grundbuch noch eingetragenen Hypothekengläubigers kann der Eigentümer die Eintragung des Übergangs der Hypothek in eine Eigentümergrundschuld im Grundbuch vollziehen lassemn.

Über die Eigentümergrundschuld kann er verfügen, sie z. B. an einen anderen Gläubiger abtreten, verpfänden oder auch im Grundbuch löschen lassen.

Stimmt genau, warum die Banken eben die Grundschuld auch bevorzugen.

Hat jemand eine Grundschuld eingetragen, das Darlehn zur Hälfte getilgt, so kann man ihm den Dispo unbürokratisch erhöhen und benötigt nur eine dazu passende Zweckerklärung um das mit der Grundschuld abzusichern.

Auf der anderen Seite wird die Grundschuld damit auch gefährlich.

Man kann (und es wurde auch getan), die Forderung gegen den Darlehensnehmer verkaufen ohne die Sicherheit mitzuverkaufen.

Ebenso kann man auch die Grundschuld gesondert von der Forderung abtreten / verkaufen.

Damit haben unseriöse Fonds ein sattes Geschäft aufgezogen udn Leute in den Ruin getrieben.

Schuldner wird angewiesen zu warten statt zu zahlen

Hallo

Ich habe mir bei der BarmerGeK ca. 500€ Schulden aufgehalst, da ich mich, nachdem ich exmatrikuliert wurde, weil ich mich länger im Ausland aufhielt, offensichtlich FREIWILLIG weiter versichern MUSSTE.

Nun gut, der Staat ruft, der Bürger dient ... ich habe mit der Barmer eine Ratenzahlung vereinbart. 20€ im Monat. (Bin Student ohne ersichtliches Einkommen.) Die habe ich auch zweimal gezahlt. Als ich zum dritten mal überweisen wollte, bekam ich ein Schreiben, dass die ganze Sache zum Hauptzollamt geschickt wurde. Es gab wohl ein Versehen und der zweite Zahlungseingang wurde nicht bemerkt. Oder eben zu spät. Dafür sind wir Menschen ... die Dokumente waren schon raus und man konnte halt nichts mehr machen. Ich solle warten und würde hören.

Kurze Zeit später bekam ich gleich mehrere Schreiben vom Zoll. Der stückelte Die Summe in fünf kleine Teile zu je ca. 100€ und drohte mit Vollstreckung. Ich meldete mich sofort telefonisch bei dem eifrigen Beamten, erklärte mich, und bot ihm an, die Ratenzahlung an die Zollbehörde fort zu führen. Dieser verweigerte. Es würde ein Kollege für günstige 20€ bei mir erscheinen, der dafür Zuständig ist. Nur der könne dann eine Zahlungsvereinbarung mit mir treffen. Auf meine Frage wann denn, antwortete er demnächst. Ich solle warten und würde hören

Indes verstrich die Zeit, ich wartete, und hörte auch. Es war die BarmerGeK, die mich freundlich um Zahlung der ja weiterhin anfallenden Säumnisszuschläge bat.

Ich zahlte

und wartete.

Heute kam ich also von der Uni nach hause und fand ein Zettel im Briefkasten. Der Staatsdiener hat nun endlich zu mir gefunden, jedoch leider niemanden angetroffen. Er vergaß in seiner Eile das Datum auf dem Dokument einzutragen und entsprechende Vordrucke, die für mich evtl. gelten/nicht gelten, zu streichen. Seine spontane Leerfahrt tätigte er mehr zu meinem, als zu seinem Leid, warte ich doch bereits Sehnsüchtig darauf endlich auch wieder aktiv mein Finanzleben gestalten zu können, während er mir wie angekündigt zwanzig Euro in Rechnung stellte. Der kluge Beamte nannte im Dokument außerdem noch einen weiteren, anderen, besseren Termin, an dem ich dann hoffentlich zu hause sein werde. Es ist der selbe Wochentag wie heute und auch wieder am Vormittag.

Darf er Vollstreckungskosten geltend machen, wenn er, obwohl ich von Anfang an zahlungswillig war, und ihm ein Angebot unterbreite, unangekündigt auftaucht?

Auch wenn es sich anbot, da es die fünf Monate sind, die ich im Ausland/Rückstand war, frage ich mich warum eine erneue Aufteilung der Forderung vom Zoll, wenn die BarmerGeK die Forderung zuvor schon zusammengefasst hatte?

Wird er für jedes Sümmchen, in die er die Forderung gestückelt hat, jetzt einzeln unangekündigt Auftauchen, und jedes mal sein Wegegeld forden? Darf er das?

Wird er sich auf eine Ratenzahlung einlassen, oder muss ich Angst haben, dass er lieber pfändet? Wertvollstes: 7 Jahre alter Laptop

Läuft so wirklich ein geregeltes Verfahren?!?

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