Hypothek als Sicherungsgrundlage

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5 Antworten

dagobert:

Die Aussage des Bankberaters ist m. E. nicht korrekt. In § 1163 (1) BGB heißt es:

„Ist die Forderung, für welche die Hypothek bestellt ist, nicht zur Entstehung gelangt, so steht die Hypothek dem Eigentümer zu. Erlischt die Forderung, so erwirbt der Eigentümer die Hypothek“.

Aus der Hypothek entsteht kraft gesetzlicher Automatik - von wenigen Ausnahmen abgesehen (z. B. bei Reichsheimstätten) - eine (zunächst verdeckte) Eigentümergemeinschaft. Sie wird wie folgt bezeichnet:

„Vorläufige“ Eigentümergrundschuld, wenn der Gläubiger das Darlehen noch nicht ausgezahlt hat (z. B. bauliche Voraussetzungen und damit die Werthaltigkeit des Objekts fehlen),

„endgültige“ Eigentümergrundschuld, wenn der versprochene Betrag endgültig nicht ausgezahlt wird (z. B. Rücktritt vom Darlehensvertrags),

„nachträgliche“ Eigentümergrundschuld, wenn die Forderung zunächst entstanden, aber dann erloschen ist (z. B. durch Rückführung des Darlehens).

Letztere gilt als problematisch bei einer Tilgungs- und der Abzahlungshypothek. Die Eigentümergrundschuld entsteht nämlich sukzessive in Höhe der Rückzahlungsbeträge des Eigentümers, mit Rang nach dem Restbetrag der Hypothek (§ 1176 BGB). Wechselt der Eigentümer, so erhält jeder in Höhe s e i n e r Leistung eine Grundschuld, der der alte Eigentümer freilich dem neuen meist abtritt.

Aufgrund der Verzichtserklärung oder der löschungsfähigen Quittung des im Grundbuch noch eingetragenen Hypothekengläubigers kann der Eigentümer die Eintragung des Übergangs der Hypothek in eine Eigentümergrundschuld im Grundbuch vollziehen lassemn.

Über die Eigentümergrundschuld kann er verfügen, sie z. B. an einen anderen Gläubiger abtreten, verpfänden oder auch im Grundbuch löschen lassen.

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Stimmt genau, warum die Banken eben die Grundschuld auch bevorzugen.

Hat jemand eine Grundschuld eingetragen, das Darlehn zur Hälfte getilgt, so kann man ihm den Dispo unbürokratisch erhöhen und benötigt nur eine dazu passende Zweckerklärung um das mit der Grundschuld abzusichern.

Auf der anderen Seite wird die Grundschuld damit auch gefährlich.

Man kann (und es wurde auch getan), die Forderung gegen den Darlehensnehmer verkaufen ohne die Sicherheit mitzuverkaufen.

Ebenso kann man auch die Grundschuld gesondert von der Forderung abtreten / verkaufen.

Damit haben unseriöse Fonds ein sattes Geschäft aufgezogen udn Leute in den Ruin getrieben.

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Stimmt das?

Im Prinzip richtig, aber wie so oft ist die Rechtslage im Detail betrachtet etwas komplizierter, z.B. deswegen:

http://dejure.org/gesetze/BGB/1180.html

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LittleArrow 01.06.2014, 19:33

Das Detail ist: Die getilgte Forderung.

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Ja, das stimmt. Eine Hypothek ist eine akzessorische Sicherheit, eine Grundschuld hingegen wirkt fiduziarisch.

Nein, das sind keine Wörter aus Mittelerde. Man kann sie gurgeln: bit.ly/1oiK2vt

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Ja. So ist das.

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