Hoher Bilanzverlust.

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Startups haben oft Bilanzverluste in ihrer Anlaufphase. Werden diese nicht durch die Investoren ausgeglichen, dann droht natürlich eine Insolvenz, da das Eigenkapital angegriffen werden müßte.

Bilanzverluste können alles mögliche bedeuten: sie können auf hohe Investitionen hindeuten (da wäre dann eine Kapitalerhöhung oder eine Neuemission von Aktien vielleicht angebracht), auf hohe interne Kosten für R&D oder Business Development (oft bei Unternehmen, die lange Entwicklungszyklen haben, z.B. in Pharma und Engineering), auf schlechtes Management (zu hohe Investitionen, die nicht zu Gewinnen führten), auf Neubewertungen von Assets und vieles mehr.

Wenn ein Unternehmen viel investiert, schreibt es i.a. im Geschäftsbericht darüber, da das ja eine positive Nachricht für die Investoren sein kann.

Wenn ich bei einem Unternehmen einen hohen Bilanzverlust sehe, deutet es für mich darauf hin, dass ich genau analysieren muss, woran es liegt.

  1. Aus dem operativen Geschäft? Läuft die ganze Branche schlecht, oder machen die Fehler?

  2. Sonderabschreibungen (auf das Anlagevermögen, oder auf das Umlaufvermögen)?

  3. Sonstige betriebsfremde Einflüsse?

Ohne die Bilanz gesehen zu haben sagen mir hohe Bilanzverluste nur, dass ich genau hinsehen muss

Du lässt mich Menschen, die insolvent werden, mit ganz neune Augen sehen.

Ein Bilanzverlust entsteht, wenn ein Unternehmen mehr aufwendungen als Erträge hat. Das ist nicht gut. Passiert es zu lange, wird es insolvent.

Investitionen werden üblicherweise abgeschrieben, sie belasten also die Liquidität oder (wenn fremdfinanziert) mindern die Eigenkapitalquote, führen aber nur im Ausnahmefall zu einem Bilanzverlust.

Expansion führt dagegen eher zu einem Bilanzverlust, sollte aber irgendwann auch mit steigendem Umsatz einhergehen.

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