Hohe Abfindung und Steuern - durch nicht Arbeitslos melden - sparen?


12.02.2020, 17:36

Alternative ist eine Transfergesellschaft in der ich 12 Monate ca. 2500 netto bekäme.


12.02.2020, 17:48

Und ca. 80.000, also 80.000 + Transfergesellschaft.

2 Antworten

Ganz einfach:

Entweder Dein Arbeitslosengeld wird gesperrt, weil Aufhebungsvertrag und Abfindung, dann kommt ja sowieso nichts.

Oder aber es kommt Arbeitslosengeld. z. B. (nur um eine Summe zu nennen) 1.000,- Euro monatlich.

Arbeitslosengeld ist steuerfrei. Es unterliegt nur dem Progressionsvorbehalt. Hat also nur Auswirkung auf den Steuersatz. Damit kann die zusätzliche Steuer nie so hoch sein, wie das Arbeitslosengeld.

Das ganze ist doch nur eine Rechenaufgabe.

2.500,- brutto * 12 = 30.000,- + 80.000,- = 110.000,- ist schon mal 40.000,- weniger als 150.000,- Euro.

Ausserdem kann es ja sein, dass man in den 12 Monaten eine neue Anstellung findet.

selbst wenn das nicht passiert wird das ALG I etwas höher sein, weil bestimmt das normale Gehalt höher war, als die 2.500,- in der Beschäftigungsgesellschaft.

Da der Steuersatz in Deutschland höchstens 45 % ist, kann die Steuer nicht höher werden, als das Einkommen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

Schon der Gedanke sich selbst krankenzuversichern ist unausgegoren. Denn beim Bezug von ALG1 ist man krankenversichert. Zudem zahlt man als Selbstversicherer sowohl den Arbeitgeber als auch den Arbeitnehmeranteil.

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@Snooopy155

@Snooopy155
Ich dachte an eine freiwillige Krankenversicherung, hatte ich schonmal war von den Kosten her mit ca. 400 Euro für mich akzeptabel. Ist allerdings schon 20 Jahre her :)

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Danke für deine Ausführung.

Ich habe meinen Abfindungsbetrag (Aufhebungsvertrag) auf einer Internetseite ausrechnen lassen. Wenn ich die 150.000 mit einem zu versteuerenden Einkommen aus (z.B Transfergesellschaft od. neuer Anstellung) von 40.000 brutto angebe dann werden 63.210,32 Euro Steuern fällig.
Ohne zu versteurendem Einkommen sind nur 27.361,42 an den Staat abzudrücken. Das ist ein Unterschied von ca. 35.000 oder 12*2900.

Bei 100.000* Abfindung + 40.000 brutto aus der Tranfergesellschaft werden 40.000 an Steuern fällig. Ich muss mir wohl noch ein paar Gedanken machen.
(*hab vorhin vergessen, dass 20.000 obendrauf kommen wenn ich in einer angegebenen Frist unterschreibe.)

Da Arbeitslosengeld auch als zu versteurendes Einkommen gilt kam ich auf den Gedanken mich nicht beim Arbeitsamt zu melden um einfach ein Jahr lang kein zu versteuerendes Einkommen zu haben. Ich denke die gesparten Steuern sind mehr als das ALG 1. Habe jetzt 2750 netto.

Ich will nicht faullenzen, nur Steuern sparen und über ein Praktikum für den künftigen Arbeitgeber für 0 arbeiten und meine Ausgaben für das Praktikum beim Finanzamt dafür geltend machen. So kann ich dann noch mehr sparen. :)

So habe ich mir das vorgestellt aber oft liegen Vorstellung und Realität weit auseinander.

Somit komme ich auf folgendes Ergebnis:

Transfergesellschaft:
60.000 + 12*2500 und ich bin Kranken- und Sozialversichert.

Ohne Transfergesellschaft und 0 Euro Einkommen:
122.000 und ich muss mich um alles selber kümmern.


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@d2737501
Da Arbeitslosengeld auch als zu versteurendes Einkommen gilt

Falsch. Wie ich schrieb ist ALG I steuerfrei und unterliegt nur dem Progressionsvorbehalt.

Ich habe meinen Abfindungsbetrag (Aufhebungsvertrag) auf einer Internetseite ausrechnen lassen. Wenn ich die 150.000 mit einem zu versteuerenden Einkommen aus (z.B Transfergesellschaft od. neuer Anstellung) von 40.000 brutto angebe dann werden 63.210,32 Euro Steuern fällig.
Ohne zu versteurendem Einkommen sind nur 27.361,42 an den Staat abzudrücken

Wer immer das gemacht hat, hat keine Ahnung so einen Rechner zu bedienen. Entweder es kommen die ca. 63.000,- raus, dann wurde für die 150.000,- nicht die Fünftelregelung angewendet, oder es kommen bei den 150.000,- allein die 27.000,- raus, dann wurde dort die Fünftelregelung angewendet.

Der Unterschied zwischen mit, oder ohne den 40.000,- ist ca. 17.000,-, was auch logisch ist, denn der Höchststeuersatz in Deutschland ist (soweit nicht über 250.000,- Euro Einkommen) 42 %. bei 40.000.- Euro Mehreinkommen können also unmöglich 36.000,- Euro Steuer heraus kommen.

Ich stehe komplett zu meiner Antwort.

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@wfwbinder

Ich habe die Zahlen im Detail nicht nachgerechnet, aber der vom Fragesteller beschriebene Effekt, dass zusätzliche Einkünfte (hier: 40.000€) im Zusammenhang mit einer hohen Abfindung (hier: 150.000€) und der Anwendung der Fünftelregel dazu führen können, dass die zusätzliche Steuerbelastung in etwa die Größenordnung der zusätzlichen Einkünfte erreicht, ist bekannt und nicht ungewöhnlich.
Ebenso sollte man den Effekt des Progressionsvorbehaltes nicht unterschätzen! Die ursprüngliche Überlegung des Fragestellers ist daher durchaus berechtigt, die Antwort kann man jedoch nur bei Kenntnis aller weiteren Umstände geben.

Gruß, Peter Ranning
P.S.: Werbung darf ich hier nicht machen. Wer will, wird weitere Informationen sicher auch selber finden. ;-)

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@PeterRanning

O Wunder, in Anbetracht meines Berufes habe ich doch tatsächlich schon mal vom Progressionsvorbehalt und dessen Wirkung gehört. Sogar am eigenen Leib, weil ich auch Auslandseinkünfte habe.

Aber ich habe diesen Fall mit den Angaben die enthalten sind nachgerechnet und es ist Tatsache, das mal ohne und mal mit Fünftelregelung gerechnet wurde, was das Ergebnis verfälscht hat.

Natürlich ist es eine Rechenaufgabe, aber eine Steuer, die über den zusätzlichen Einkünften liegt ist technisch nicht machbar. Wer anderer Ansicht ist, möge mir ein Beispiel vorrechnen.

Es ist lediglich möglich, dass der Grenzsteuersatz nach oben verschoben wird.

Zusätzlich kommt beim Frager noch der Einfluss, "was er hat, das hat er, was kommt ist nicht absolut sicher."

Die 150.000,- Abfindung sind sicher. Das er sich eine neue Stelle suchen kann, dann auch. Wenn er keine neue Stelle findet, hat er aber wenigstens die 150.000,- mit ermäßigter Besteuerung.

80.000,- plus Gehalt aus der Beschäftigungsgesellschaft ist schon mal weniger und er ist ein Jahr gebunden.

Wenn es keine anderen Einflüsse gibt, die nicht im Sachverhalt standen, ist die Entscheidung klar.

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@wfwbinder

Zitat: "aber eine Steuer, die über den zusätzlichen Einkünften liegt ist technisch nicht machbar. Wer anderer Ansicht ist, möge mir ein Beispiel vorrechnen."

Ich habe dies gerade auf meiner Seite der-privatier (.com) vorgerechnet. Kommentar vom 14.Feb.2020 um 12:06 zu Kap. 3.3.1.2: Hinweise zur Fünftelregel: Rechenweg.
Ein direkter Link ist hier offenbar nicht erlaubt.

Gruß, Peter Ranning

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@wfwbinder

@wfwbinder

Ich werde vorraussichtlich am 1.1.2021 meine Abfindung bekommen und meiner Berechung nach habe ich dann am Ende vom Jahr folgende Nettobeträge erechnet.

ALG 1 = 127.000 inkl. 3 Monatssperre
(falls ich keine Anstellung annehme wozu ich aber auch in ALG 1 verplichtet bin, glaube ich gelesen zu haben)

ohne Einkommen = 122.638,58 
(auch nicht arbeitslos melden weil dann laut dem Onlinerechner doch ein wenig ans Finanzamt geht)

Abfindung mit 40.000 Einkommen = 117.872,82

Tranfsergesellschaft = ca. 100.000 (habe heute erfahren dass es mit einer Sprinterprämie 20.000 oben drauf gibt, also wenn ich innerhalb von 2 Wochen unterschreibe)

Danke nochmal für den ausdrücklichen Hinweis, dass ALG 1 kein zu versteuerndes Einkommen ist.

Die beste Option dürfte dann für mich sein wenn ich mich arbeitslos melde, da so am meisten übrig bleibt. Die Option mit der Transgergesellschaft ist deutlich schlechter. Hier kommt hinzu das mein bisheriger Monatsnettolohn auf 90% augestockt wird und diese Aufstockung (ca. 800 Euro) vermutlich zu versteuern ist.

Wenn ich mich nicht arbeitslos melde dann lassen die mich in Ruhe und ich bin zu nichts verpflichtet und keiner schreibt mir was vor = FREIHEIT teuer erkauft :)

Vielen vielen Dank und beste Grüße von mir

@alle
natürlich auch besten Dank

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@PeterRanning

@PeterRanning

Die Fünftel-Regelung will ich zum aktuellen Zeitpunkt mal ausschließen, wer weiß was in 3-5 Jahren ist und was sich bis dahin an Gesetzen aber auch an privaten Verhältnissen ändert. Auch gehe ich davon aus, dass alles teurer werden wird und ich so schnell wie möglich das Geld zum grössten Teil investieren werde muss z.B. in Altersvorsorge und Aktien, ETFs, Gold oder Rohstoffe etc..

Daher bin ich der Meinung, dass mit der Fünftel-Regelung nicht so viel zu sparen ist als mit Einkommen durch verschiedene Geldanlagen zu holen ist.

Beste Grüße

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@d2737501

Ihre Antwort lässt vermuten, dass Sie den Begriff der Fünftelregel, deren Sinn und Anwendung offenbar vollkommen missverstanden haben! Die Fünftelregel hat absolut nichts damit zu tun, dass Sie irgendetwas über 3-5 Jahre planen müssten oder Investitionen aufschieben müssten.
Die Fünftelregel ist ganz einfach eine Bezeichnung für eine Steuervergünstigung, die auf außerordentliche Einkünfte gewährt wird. Die Ersparnis gegenüber dem normalen Steuertarif kann beträchtlich sein! Sie können auf jeden Fall nach Auszahlung der Abfindung in voller Höhe (abzgl. Steuern) sofort über die ganze Summe verfügen.

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@d2737501
Die Fünftel-Regelung will ich zum aktuellen Zeitpunkt mal ausschließen, wer weiß was in 3-5 Jahren ist und was sich bis dahin an Gesetzen aber auch an privaten Verhältnissen ändert.

Das ist falsch verstanden. Die Fünftelregelung ist lediglich ein Rechenverfahren.

Statt Deine 150.000,- Euro Abfindung (jetzt mal ohne andere Einkünfte) in der Jahres(lohnsteuer)tabelle abzulesen (Jahressteuer 51.654,- Euro), wird bei 30.000,- Euro abgelesen (3.672,- Euro) und mit 5 multipliziert, Jahressteuer 18.360,-.

Der Vorteil dieser Methode liegt einfach nur darin, dass die Progression vermieden wird.

as heißt, wenn sich in der Sache bis 2021 nichts ändert, ist egal was in den Jahren danach passiert.

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@wfwbinder

@wfwbinder, PeterRanning

Danke an euch, wieder was gelernt. Und ich dachte ich muss 5 Jahre lang jeweils 30.000 zusätzlich in der Einkommenssteuererklärung angeben und so die Steuern nachträglich ggf. auch mit Nachzahlungen abgeben. Man man man ....

Für mein Verständnis, wann macht die Fünftelregelung keinen Sinn?

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@d2737501
Für mein Verständnis, wann macht die Fünftelregelung keinen Sinn?

Da kenne ich keine Konstellation. Wie gesagt: Die Fünftelregel ist eine Steuervergünstigung! Gibt es Fälle, in denen eine Steuervergünstigung keinen Sinn macht? Vielleicht dann, wenn als Hobby "Steuerzahlen" hat. ;-)

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@PeterRanning

Hab ich mir doch gedacht.
Der Onlinerechner sagt, alles was ich dem Jahr in dem ich die Abfindung bekomme ungefähr 90-95% von dem was ich zusäztlich an zu versteuerndem Einkommen habe vom Staat einbehalten wird. Kann ich mich auf den Onlinerechner verlassen?

Wenn das stimmt wundert es mich nicht, dass ALG 1 sich lohnen kann. Natürlich bevorzuge ich eine gut bezahlte Arbeit aber ich bin auch mal gespannt ob man ein Jahr lang ein Praktikum machen darf. ;)

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@d2737501

Wegen des progressiven Einkommensteuertarifs ist die Fünftelregelung immer zu empfehlen. Vor allem, je höher die Abfindung ist.

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Wieso Abfindung bekommt man doch nur mit Aufhebunsvertrag. Oder wenn man von Transfergesellschaft übernommen wird. Das geschieht dann auch mit Aufhebungsvertrag. Bei der ersten Variante bekommt man doch Sperre von der Arb-Agentur. Bei der 2. Variante bekommt man dann später nach 12 Monaten ja ALG1 ohne Sperre. Das ALG1 wird dann nach dem Gehalt der Transferges. berechnet.

Die erste Variante nimmt man nur wenn man sofort wo anders eine neue Stelle hat.

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