Höhere Tilgung oder längere Zinsbindung?

2 Antworten

Was ist für mich sicherer?

Beide nicht, da Deine finanzielle Zukunft möglicherweise genau dadurch (auch noch zusätzlich) gefährdet wird.

Ich fürchte, dass Du Dich um das Anschlussfinanzierungsproblem des (nur?) für 10 Jahre günstigen KfW-Darlehns zu wenig kümmerst und nur auf die übrige Bankfinanzierung schaust. Was hast Du mit dem Kreditrestbetrag des KfW-Darlehns vor? Kannst Du nach 10 Jahren tilgen oder willst/mußt Du eine Anschlussfinanzierung suchen? Wie sieht hier Dein Plan B und die Simulation einer teuren Anschlussfinanzierung mit möglicherweise ca. 8 % p.a. Zinsen aus?

Und dann willst Du zusätzlich noch beim Bankdarlehn mit einer Sollzinsbindungsdauer von nur 10 oder 15 Jahren spekulieren? Wie wäre denn eine wesentlich längere Zinsbindungszeit von - sagen wir - 25 oder 30 Jahren bei 1 - 1,5 % anfängliche Tilgung, die durch eine Sondertilgungsoption aufgebessert werden kann, wenn z. B. die Kapitalmarktzinssituation die KfW-Anschlussfinanzierung doch nicht so teuer macht. Mit den langen Zinsbindungsdauern gewinnst Du kalkulatorische Sicherheit, auch wenn diese etwas mehr kostet.

Man könnte unter dem Aspekt der Kalkulationssicherheit auch mal vom Ende her denken: Nach wieviel Jahren soll die letzte Kreditrate fließen und wieviel kostet dafür ein Volltilgerdarlehn über € 180.000 mit einer durchgehenden Zinsbindung von - sagen wir - 40 oder 45 Jahre und wie hoch wäre die monatliche finanzielle Belastung (die Annuität)? Es gibt genügend Banken und Versicherungen, die Dir diese Zinsbindungsdauern anbieten. Möglicherweise solltest Du einen Verzicht aufs KfW-Darlehn in Betracht ziehen, wenn Dir Kalkulationssicherheit wichtig ist!

Ich kann Dir diesen Test von Stiftung Warentest empfehlen, der Dir auch Baufinanzierer mit langen Zinsbindungsdauern benennt: https://www.test.de/Immobilienkredit-Zu-Traumkonditionen-ins-Traumhaus-4515375-0/

Die Sollzinsbindung entscheidet über die Zinshöhe, d.h. vergleiche die Angebote für 10 und 15 Jahre.

Wähle dann die Tilgung so, daß die resultierenden Raten gut in Deine finanzielle Planung passen, jedoch auch nicht unter 1,0-1,5% liegt, so daß tatsächlich eine sinnvolle Regeltilgung erfolgt.

Weiterhin solltest Du eine jährliche Option für eine Sondertilgung in Höhe von z.B. 10% der Darlehenssumme vereinbaren.

Ich würde daher die höhere Tilgungsrate mit einer Sondertilgungsoption nehmen. Erfahrungsgemäß sind nach den ersten 5-7 Jahren wieder ein paar Mittel frei, die man hier reinstecken kann. Das hilft unter dem Strich mehr als eine längere Zinsbindung.

Das kommt jedoch auch auf Eure Einkommenssituation an. Wir stabil ist diese? Ist das planbar? Sind Sondereinkünfte möglich? Viele Dinge zu überlegen... keine Pauschallösung.

Was möchtest Du wissen?