Hilft eine Schlichtungsstelle wenn man durch Falschberatung der Bank Geld verloren hat?

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4 Antworten

Eine Schlichtungsstelle benötigt eine konkrete Vorlage mit Anträgen der beteiligten Parteien, über die die Schlichtung auszuführen ist. Die Hauptarbeit besteht jedoch beim Nachweis einer Falschberatung und damit verbundenen Ansprüchen. Viele Fälle, in denen eine "Falschberatung" genannt wird, sind eigentlich nicht formal nachzuweisen bzw. sind überhaupt keine Falschberatung, sondern eher ein Fall der Blauäugigkeit der Anleger.

Schwerpunkt einer Vorgehensweise gegen eine Bank ist daher die wasserdichte Ausarbeitung der Argumentation und Nachweise zur Falschberatung. Dabei wird die Schlichtungsstelle nicht helfen.

Ich finde den Ombudsmann als erste Anlaufstelle nicht schlecht. Vielleicht kann er was bewirken und hat genug Einfluss auf die Banken, dass dies allein schon etwas bringt. Wenn nicht, kann man anschließend immer noch klagen.

Vorsicht: Viele Rechtsschutzversicherungen leisten nicht bei Rechtsstreitigkeiten mit Banken oder nur bis zu einem kleinen Beitrag.

Der klare Vorteil von Schlichtungsstellen ist, dass sie in den meisten Fällen kostenlos sind. Somit sind sie immer eine gute Option als erste Anlaufstelle um sich über seine rechte zu informieren. Bei komplizierteren und ernsteren Fällen kommt man evtl. aber um eine richtige Anwaltsberatung nicht herum.

Der Ombutsmann der Banken ist keineswegs nur auf Bankenkurs. Insofern bestehen also keine Bedenken. Es hat den Vorteil eines kostenlosen Verfahrens und schränkt die Klagemöglichkeiten nicht ein.

So weit, so gut. Allerdings ist der Ombutsmann nicht dazu da, Rechtsberatung zu betreiben. Wer sich vorher informieren will, ob das eigene Begehren überhaupt Erfolg haben kann, muß doch den Anwalt nehmen. Eine Kostenerstattung sieht das Ombutsverfahren im übrigen nicht vor. Den Anwalt müßte man da selber zahlen. Im Prozeß aber zahlt den der Gegner, wenn er unterliegt. Überdies ist es nicht immer klug, ohne rechtskundige Hilfe einen Sachvortrag zu machen. Was ist, wenn man sich selber ein Bein stellt? Das sollte man immer bedenken und vielleicht doch besser den Klageweg wählen.

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