Heizkosten ist das so zulässig?

 - (Mietrecht, Mieter)

2 Antworten

Schau mal in § 2 der Heizkostenverordnung:

http://www.heizkostenverordnung.de/par2.php

Für Zweifamilienhäuser mit einer vom Eigentümer selbst genutzten Wohnung ist keine verbrauchsabhängige Heizkostenabrechnung vorgeschrieben. Es gibt demnach kein Kürzungsrecht.

Zu dem übrigen: Ist eine alte Bruchbude, die allerdings auch zu einem recht niedrigen Preis vermietet wurde.

Da zieht der Mieter also wieder den kürzeren, und der Vermieter erfreut sich dran 1 Jahr lang umsonst geheizt und Warmwasser gehabt zu haben. Naja.

Für die Gegend hier sind 500€ für Alter und Zustand des Hauses viel!

Wenn man bedenkt das jetzt noch 3200 Liter Heizöl an Kosten dazu kommen.

0
@MAME95

Bedeutet doch nicht, dass überhaupt keine Heiz- und Nebenkostenabrechnung erstellt werden muss, nur eben nicht nach Verbrauch. Wie der Vermieter das gesetzeskonform hinkriegen will wird eine echte Denksportaufgabe für ihn werden.

1

Persönliche Einschätzung: Wer in einer Universitätsstadt 500 EUR Bruttokaltmiete für eine 80-qm-Wohnung incl. Garage mietet weiß, was er hat.
Und derartige Mängel kann man nur mit verbunden Augen übersehen wie die Bestimmung, dass Heizkosten nach Verbrauch mit exakt 5.500 L Heizöl zum Tagespreis zu tragen sind.
Und wer verlangt, dass der Vermieter die Mehrkosten durch Heizen, Kochen, Waschen, Duschen usw. seiner Besucher tragen soll muss akzeptieren, dass das bei den sporadischen Besuchen des Vermieters in seinem selbstgenutzten Zweifamilienhaus dann auch umgekehrt gilt: Wenn eure Gäste oder Besucher auf Kosten des VM Wasser durch Toilettenspülung, Waschen, Duschen usw. verbrauchen, darf der VM dass auf eure auch :-)

Rechtliche Einschätzung: "Außer bei Gebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen eine der Vermieter selbst bewohnt, gehen die Vorschriften dieser Verordnung rechtsgeschäftlichen Bestimmungen vor", § 2 HeizostenV. Meint im Umkehrschluss, die Vereinbarung über Heizöl ist wirksam getroffen.

Ergebnis: Füße stillhalten. Euer VM schuldet weder Erfassung noch Verteilung oder verbrauchsabhängige Berechnung der Kosten i. S. d. § 7 HeizkostenV und darf etwaige 15% Heizkostenkürzung als Mietrückstand einklagen.
'Demnächst ausziehen' dürft ihr jederzeit. Allmonatlich 500,00 € Miete zahlen bis zur Beendigung des Mietvertrages durch frühstmögliche Kündigung aber ebenso wie ihr rechtzeitg den Heizöltank auffüllen und die Wände streichen müsst, wenn dies duch Abnutzung fällig oder durch andersfarbige Dekoration als Mangel zu beseitigen wäre.
Abschließend: Wer keine nachweislich zugegangene, schriftliche Mängelbeseitigungsaufforderung stellt darf sich nicht wundern, wenn 'Balkon/Terrassen Tür (...) beschädigt (..) Ungeziefer in der wohnung (...) sich durch den Unterbau in der Küche gefressen haben und durch die Fehlenden Fugen freie Bahn haben.' Er darf hier ausdrücklich keine Beseitigung noch Schadensersatz geltend machen, gar fristlos kündigen, § 536c II 2 BGB.

Was möchtest Du wissen?