Haushaltsnahe Dienstleistung Datum

3 Antworten

meiner Meinung nach zählt das Datum der Zahlung / Überweisung. Die Darlehenszinsen dürften ebenfalls jährlich angesetzt werden. Für mich logisch ! K.

Die Darlehenszinsen dürften ebenfalls jährlich angesetzt werden. Für mich logisch ! K.

Für mich wäre das unlogisch. Im § 35a EStG wird ausdrücklich von Arbeitskosten gesprochen. Aber manche Leute lassen ja auch ihr Geld arbeiten und kassieren dafür Zinsen. In dem erläuternden BMF-Schreiben wird die Dienstleisterrechnung allenfalls nach Arbeits- und Materialkosten auseinandergenommen. Zinsen oder Kapitalkosten kommen darin nicht vor.

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Informiere Dich direkt an der Quelle:

www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html

Zur ersten Frage: Erst wenn gezahlt worden ist, ist der förderungsfähige Vorgang abgeschlossen. Auf die Überweisung kommt es also an.

Zur zweiten Frage: Keinesfalls können Darlehenskosten geltend gemacht werden. Das ergibt sich indirekt aus § 35a V 2 EStG

Auf die Überweisung kommt es also an.

Das wird immer wieder behauptet, ist aber zu ungenau!

Lies nochmal genau Absatz 5 Satz 3: "...Zahlung auf das Konto des Erbringers der Leistung...".

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@LittleArrow

Zahlung auf das Konto

Das heißt doch aber nur, dass das Geld beim Zahlenden abgeflossen sein muss.

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Wieso indirekt? Steht doch ganz deutlich da "gilt nur für Arbeitskosten."

Zur ersten Frage: Erst wenn gezahlt worden ist, ist der förderungsfähige Vorgang abgeschlossen. Auf die Überweisung kommt es also an.

Das verstehe ich nicht. Die Überweisung kann doch auch vor Fertigstellung erfolgen. In § 35a finde ich jedenfalls nichts dazu, dass die Arbeit fertig sein muss. Im Gegenteil, es heißt wieder und wieder "ermäßigt sich die tarifliche Einkommensteuer....... der Aufwendungen des Steuerpflichtigen."

Außerdem würde ich hier auch § 11 (2) sinngemäß anwenden, finde dazu aber im Moment keine Grundlage.

Nachtrag:

Danke, § 35a (5) Satz 3 "...Zahlung auf das Konto des Erbringers der Leistung..." ist hier korrekt.

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@EnnoBecker

Gerade komme ich vom Mittagessen und stelle fest, dass hier an meinem Schwanz herumgeschnuppert worden ist. Da ich gleich noch Nachtisch einwerfen will, nur ganz kurz:

Die Rechnung erfolgt nach Leistung und dann ist die Zahlung. Was steht da zuletzt? Na also.

Und: Es steht da Arbeitskosten. Steht da auch Darlehen für Arbeitskosten. Es soll Fälle geben, wo sich der Gesetzgeber was dabei gedacht hat, wenn er was nicht schreibt.

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@Privatier59

Deshalb hab ich auch den Nachtrag geschrieben, OHNE die vorherigen Gedanken zu streichen.

Es geht ja darum, dass Kollektivwissen nützlich wirkt.

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Die Anerkennung setzt den Zahlungsvorgang voraus (siehe § 35a Abs. 5 Satz 3 EStG). Es darf auch überwiesen oder direkt auf das Konto des Dienstleisters/Handwerkers eingezahlt werden.

Wenn Du einen Kredit aufnehmen würdest und mit den Kreditmittel die Bezahlung der Rechnung vornimmst, dann ist die Seite der haushaltsnahen Dienst- und Handwerkerleistung abgeschlossen. Für den Ansatz von Kreditzinsen, die ja offensichtlich nicht vom Handwerker bzw. Dienstleister, sondern vom Kreditgeber berechnet werden, ist da (beim § 35a) überhaupt kein Platz. Ich behandle hiernach aus Vereinfachungsgründen (u.a. wegen Minijobs) nur noch Handwerkerleistungen.

Es wäre also noch der Fall zu untersuchen, wie ein sog. Lieferantenkredit des Handwerkers im Hinblick auf § 35a EStG zu behandeln wäre. Bei zinsloser Stundung des Rechnungsbetrages kann stets nur der gezahlte Rechnungsteilbetrag steuerlich angesetzt werden (siehe § 11 Abs. 2 EStG: "Ausgaben sind für das Kalenderjahr abzusetzen, in dem sie geleistet worden sind.*). Wenn schon Vorauszahlungen ansetzbar sind, dann möglicherweise auch "Nach- oder Ratenzahlungen".

Die Rechnung dahingehend "auseinanderzunehmen", ob es sich um Arbeits- oder Materialkosten handelt (siehe § 35a Abs. 5 Satz 2). Nur Arbeitskosten sind absetzbar, wozu aber auch einige spezielle Nebenkosten gehören, wenn diese im Rahmen einer Gesamtleistung erbracht werden. Ausgewiesene Zinsen gehören offenkundig nicht zu den Arbeitskosten.

In diesem Zusammenhang das lesenswürdige BMF-Schreiben vom 15.02.2010 als Link: http://kuerzer.de/BMFhndl

Hierin sind folgende Textziffern besonders lesenswert:

"35 Begünstigt sind generell nur die Arbeitskosten. Das sind die Aufwendungen für die Inanspruchnahme der haushaltsnahen Tätigkeit selbst, für Pflege- und Betreuungsleistungen bzw. für Handwerkerleistungen einschließlich der in Rechnung gestellten Maschinen- und Fahrtkosten. Materialkosten oder sonstige im Zusammenhang mit der Dienstleistung, den Pflege- und Betreuungsleistungen bzw. den Handwerkerleistungen gelieferte Waren bleiben mit Ausnahme von Verbrauchsmitteln außer Ansatz."

und 40, 45f.

(siehe § 11 Abs. 2 EStG...

Hach, wenn das da nicht stehen würde, wäre es eine excellente Antwort.

Denn § 11 ist eine Vorschrift im Zusammenhang mit Einkommen (Teil II des EStG). Haushaltsnahe Dienstleistungen aber stehen ganz woanders. Da kann man nicht einfach irgendwo eine andere Norm heranziehen, nur weil die Worte passen.

Aber ich räume ein, dass ich mich ehrfurchtsvoll verbeugen werde, wenn du einen Bogen von § 11 zu § 35a schlagen kannst. Dann habe ich nämlich wieder etwas gelernt.

Die Geschichte mit den Zinsen hatten wir aber schon geklärt, oder?

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@EnnoBecker

Guck mal in Textziffer 40 des BMF-Schreibens, die ich hier leider nicht reinkopieren kann. Das BMF verweist hier in Satz 1 genau auf § 11 Abs. 2 EStG..... Danke.

Als ich meinen Text schrieb und abschickte, konnte ich Eure Diskussion über "Zinsen ansetzbar oder nicht" noch gar nicht kennen.

Und zu den Abschlagszahlungen (oder Anzahlungen) steht in Textziffer 36 am Schluss: "Abschlagszahlungen können nur dann berücksichtigt werden, wenn hierfür eine Rechnung vorliegt, welche die Voraussetzungen des § 35a EStG erfüllt. Ein gesonderter Ausweis der auf die Arbeitskosten entfallenden Mehrwertsteuer ist nicht erforderlich.". Jetzt könnte man noch über Gestaltungsmissbrauch nachdenken, wenn bei (z. B. zeitlich und wertmäßig gleich verteilten) Arbeiten im Dezember 2012 bis Februar 2013 bereits im Dezember 2012 eine Abschlagszahlung über 90 % des Kostenvoranschlages geleistet wird, um damit das steuerliche Handwerkerbudget von max. € 6.000 im Jahr 2013 zu entlasten.

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