Haus Schenkung und Pflichtteil der Schwester?

3 Antworten

Erb- und Pflichtteilsverzicht bedürfen der notariellen Beurkundung.

Wenn diese Form gewahrt wird sind spätere Ansprüche ausgeschlossen.

Wenn man am Notar sparen will, muß man damit rechnen, dass später Ansprüche gestellt werden.

Jetzt frag ich mich allerdings,was passiert,wenn beide verstorben sind,kann meine Schwester auf ihren Pflichteil bestehen und fließt der Wert der Hauses damit hinein.

Natürlich berechtigen lebzeitige Schenkungen zu Pflichtteilsergänzungsansprüchen.

Sofern der Wert des Erbes deiner Schwester ohne das lebzeitig verschenkte Haus weniger wäre als der fiktive Nachlasswert zur Pflichtteilsquote mit Hauswert in exakt dieser Differenz in Geld auszubezahlen.

Je nachdem, ob sich die Eltern ein Nießbrauchrecht vorbehalten oder nicht wäre eine Zehnjahrefrist und Abschmelzung n. § 2325 BGB zu beachten.

Wird der Pflichtteil zu Thema? Ist dein Teil also wenigstens drei mal so viel wert wie die Abfindung deiner Schwester?

Dann könnte der Pflichtteil deiner Schwester zehn Jahre lang (jedes Jahr 1/10tel weniger) ein Thema sein.

Allerdings ist man ja schon mal beim Notar. Es ist üblich, derartige Aktionen mit einem Pflichtteilsverzicht zu verbinden um genau das Problem, das du hast, zu vermeiden.

Der Betrag,der an sie ausgezahlt wird,erscheint ihr zu wenig.Wenn sie aber mit der Teilung einverstanden sein sollte,sprich,sie bekommt bei meiner Hausschenkung,Betrag X überwiesen.Notariell!Kommt das einen Pflichtteilsverzicht nahe oder kann sie nach dem Tod der Eltern immernoch auf ihren Pflichtteil bestehen? Gruß

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@Rai66

Nein, das ist kein Pflichtteilsverzicht.

Nur können die Eltern ja den Ausgleich der Schwester vom Pflichtteilsverzicht abhängig machen. Das Ganze ist scheinbar so gedacht, dass es später keinen Streit geben soll. Wenn deine Schwester dem nicht zustimmt, bekommt sie erst einmal nichts.

Thema ist allein, ob die Eltern das und - wenn nicht das - was sie wollen.

Der Gesetzgeber und ein Großteil der Bevölkerung geht von einer gleichmäßigen Aufteilung aus. Dass sich deine Schwester nicht gut fühlt und sich vielleicht auch deine Eltern nicht gut fühlen, wenn mehr als 3/4 an einen gehen, solltest du also verstehen.

Ich habe das auch erleben dürfen. Beim Vererben leer auszugehen fühlt sich alles andere als gut an und wenn es in deinen Möglichkeiten steht, würde ich deiner Schwester mehr zugestehen. Wenn nicht, versuche dich, mit ihr zu verständigen und ihr die Gründe aufzuzeigen, warum ihr Anteil angemessen ist.

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@Rai66

Das muss natürlich wasserdicht im Erbvertrag festgelegt werden, dazu wird der Notar auch beraten.

Beim Gerechtigkeitsempfinden sollte man in die Berechnung allerdings auch mit einfliessen lassen, dass Deine Schwester jetzt Geld erhält, über das sie sofort verfügen kann, während Du vermutlich ein Haus mit Wohnrecht der Eltern erhältst, wovon Du erst in x Jahren profitieren wirst.

Da kann man zum einen den Kapitalwert des Wohnrechts vom Verkehrswert abziehen, dann ist der Wert der Schenkung schon mal viel geringer. Und ich meine schon einmal gelesen zu haben, dass man auch einen Zinsvorteil für die Schwester berechnen kann für die zeitliche Differenz der Verfügbarkeit.

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@Andri123

Wirklich? Es gibt für "gerecht" eine Formel?

Vielleicht gibt es die auch für "zufrieden" oder wenigstens "passt".

Ich denke aber, dass es das objektivere "gerecht" vor allem dann gibt, wenn nicht nur das lebenslange Wohnrecht der Eltern sondern auch berücksichtigt ist, dass man genau so gut die Rollen (in dem Fall von Bruder uns Schwester) tauschen könnte. Wenn der Frager dann einverstanden wäre, sollte es auch die Schwester jetzt sein.

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@Rat2010

Es ist keine Rede davon,dass meine Schwester leer ausgehen soll.Sie wurde gefragt,ob sie Interesse an dem Haus hat,das hat sie verneint,sie hat selbst ein Haus und wohnt in einer anderen Stadt.Somit war ich bereit das Haus zu übernehmen.Sie bekommt Geld.Die Eltern wohnen weiterhin alleine in ihrem Haus,allerdings haben sie auch schon ein stattliches Alter erreicht....sicherlich würde bei einem Verkauf deutlich mehr aus dem Haus rauszuholen sein,als der derzeitige Schätzwert (Grundstückspreise aus dem Internet)den die Eltern errechnet haben.

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@Rat2010

Ja, letzteres dachte ich auch. Einfach in die Rolle des anderen versetzen.

Trotzdem wollte ich auf die "Berechnungen" mal hinweisen. Da steht vielleicht eine Schwester und findet es völlig ungerecht, dass sie "nur" 100.000,- Euro sofort bekommt, während der Bruder "das ganze Haus" bekommt.

Tja, sie kann mit den 100.000 ihr Leben gestalten, und der Bruder erhält real vielleicht erst in 20 Jahren ein Haus, nachdem er die Ausbildungen seiner Kinder und seinen eigenes Haus selbst finanziert hat, zudem dann noch Sanierungsstau am Haus hat, erst mal das Dach eindecken lassen kann usw.. Das muss man sich halt alles mal vor Augen führen. Man kann jedenfalls nicht die Abfindung an die Schwester direkt mit dem Verkehrswert des Hauses vergleichen.

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