Hatte 2 Autounfälle -altersbedingt selbst schuld- möcht bei Kfz-Versicherung nun Rabattretter, mögl?

4 Antworten

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Fangen wir mal so an:

Du meinst vermutlich nicht den Rabattretter, sondern den Rabattschutz. Den Rabattretter gab es in der Vergangenheit immer ab der Klasse SF 25, und wurde von den Versicherern, die einen Rabattschutz eingeführt haben, abgeschafft.

Der Versicherer wird sich vermutlich gegen einen Einschluss eines Rabattschutzes nicht wehren, es sie denn, er hat in seinen AKB eine Regelung, die einen Einschluss bei Schäden im laufenden Jahr nicht zulassen. Das ist mir allerdings nicht bekannt. Trotzdem kann er das natürlich ablehnen, macht aber wenig Sinn, sofern alle anderen Voraussetzungen stimmen.

Der Hintergrund ist einfach: Da der Zusatzbeitrag nicht pauschal erhoben wird, sondern sich durch einen Zuschlag, heute um die 25%, ermittelt, erhält er eben den Beitrag, den er schadenbedarfsmäßig benötigt. Durch Deine beiden Schäden wird ja auch, nach der Rückstufung, der Beitrag für den Rabattschutz entsprechend teuer.

Dass Dir der Rabattschutz nicht eingeräumt wird, kann allerdings auch passieren. Fast alle Versicherer haben als Voraussetzung, dass sich der Vertrag mindestens in der Klasse SF 4 befindet. Wenn Du also durch diese beiden Schäden in diese oder eine schlechtere Klasse rutscht oder Dich bereits befindest, wirst Du den Rabattschutz nicht erhalten.

Was Du allerdings wissen solltest ist, dass der Versicherer bei einem nächsten Schaden kündigen könnte. Dann hat sich der Rabattschutz nicht gelohnt, da er den "geretteten SFR" einem anderen Versicherer nicht bestätigen darf. Allerdings wird seitens der Versicherer bei einem durch einen Rabattschutz geretteten SFR nicht so schnell gekündigt, da "der Kunde hat gezahlt und nun nichts davon" eine rechtlich ungeklärte Situation ist.

Und in einer Sache hast Du Recht. Nach den beiden Schäden ist bei Dir die Schadenwahrscheinlichkeit erheblich angestiegen. Einfach aus dem Kopf kriegen!

werde wohl langsam altersbedingt schusslig.

Dieser Satz gibt mir zu denken!

Ich kann Dir nur ans Herz legen, so langsam aber sicher den Führerschein abzugeben und auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.

Noch sind es "nur" Blechschäden die Du verursachst. Nicht auszudenken, wenn Personenschäden dazukommen und Du aus Reaktionsmangel mit Deinem Wagen zum Beispiel ein Kind anfährst.

Wenn Du schon selbst merkst, dass das Fahren für Dich nicht mehr so einfach ist, meine ich, dass nun die Zeit gekommen ist, sich freiwillig vom Führerschein zu trennen, bevor es die Polizei machen muss.

Ein Rabattretter hilft Dir nicht, die Unfälle zu vermeiden. Und die Versicherung wird angesichts von aktuell vorliegenden Vorfällen natürlich auch vorsichtig sein, Dir einen Rabattretter anzubieten bzw. diesen sehr hoch dotieren.

Bedenke immer: Versicherungen versichern im Grunde unwahrscheinliche Ereignisse und vergesellschaften diese über einen Personenpool. Ereignisse, die mit hohen Wahrscheinlichkeiten eintreten, werden nicht versichert bzw. erfordern dann horrende Beiträge, so daß sich das wieder für den Kunden nicht lohnt.

Das ist nun wirklich nicht richtig.

Erstens, einen Rabattretter gibt es nicht mehr. Zweitens wird ein Versicherer keinen Rabattschutz höher dotieren, als im Tarif hinterlegt. Die Höherquotierung ergibt sich automatisch aus dem schlechteren SFR + Zuschlag!

Drittens weiß jeder Versicherer, zumindest in der Kfz-Versicherung, welche Schadenwahrscheinlichkeit auf einer bestimmten Vertragskonstellation liegt. Die Schadenwahrscheinlichkeit wird ja durch die SF-Klasse abgebildet. Ergo ist bei einer kleinen SF-Klasse, z. B. ½ die Schadenwahrscheinlichkeit ca. 5 x höher als in der Klasse SF 25. Trotzdem hat kein Versicherer ein Problem damit, eine SF-Klasse ½ zu versichern. Er erhält ja den Beitrag, den er benötigt, weil der Beitrag in dieser Klasse 5 x höher ist als in der niedrigen.

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KFZ-Schadensregulierung Gutachten

Hallo,

benötige bzgl. einer Schadensabwicklung mit einer KFZ-Versicherung kurze Rückinfo/Bestätigung dass ich mit meiner Überlegung richtig bin.

Sachverhalt:

Jemand ist mir hinten an mein Auto gefahren - Unfallgegner hat Schuld, erkennt dies auch an - Schaden der gegnerischen Versicherung gemeldet - Gutachten erstellen lassen mit folgenden Zahlen:

  • Widerbeschaffungswert brutto: 11.400
  • Wiederbeschaffungswert netto: 9.580
  • verbindl. Restwertangebot der Versicherung: 7.800
  • Schaden lt. Gutachten: 5266 / 6267 mit MwSt.

Versicherung hat nun einmal Wiederbeschaffungswert netto abzgl. verbindl. Restwertangebot überwiesen (=ca. 1.800 EUR) mit dem Hinweis bei Reparatur Rechnung einzureichen, dann würde Rest bezahlt werden. Ich habe um Auszahlung lt. Gutachten (=5266 EUR) gebeten

Nun zu meiner eigentlichen Frage: es gibt vom BGH das Urteil VI ZR 192/05. https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20192/05

Interpretiere ich dieses Urteil richtig, dass wenn ich das Auto nun unrepariert (was möglich ist) noch 6 Monate weiterfahre und somit glaubhaft mache, das Auto weiterhin behalten zu möchten, ich die Differenz aus Gutachten Netto und bereits gezahltem Betrag der Versicherung noch fordern kann, egal wie teuer mich die eigentliche Reparatur letztendlich kommt. (5266€ - 1800€). (Denn reparieren könnte es mir ja vielleicht ein Bekannter o.ä)

Wenn ja, muss ich der Versicherung dies in schriftlicher Form zukommen lassen oder etwas besonderes beachten? Oder reicht es, den Vorgang vorerst ruhen zu lassen und die Versicherung in 6 Monaten schriftlich unter Bezugnahme auf o.g. Urteil aufzufordern, den Rest zu überweisen.

Vielen Dank für die Rückmeldung

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