Hat jemand sein Haus/Wohnung an Kinder verschenkt zu Lebzeiten und dabei den NIEßBRAUCH des Hauses behalten, und damit NEGATIVE Überraschungen erlebt?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die alte Dame sollte sich von einem Anwalt beraten lassen.

Verschiedene Punkte sind zu beachten:

  1. Wenn ein Nießbrauch bestellt wird und sie kommt ins Heim, wird die Wohnungsmiete für die Kosten beansprucht werden.
  2. Mit einen Wohnrecht, oder einem Nießbrauch im Grundbuch kann man nicht verkaufen.

Aber Es gibt vieles zu beachten und die Grundidee ist gut.

Daher zum Steuerberater, oder Anwalt.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Sie hat sich schon von einer Anwältin beraten lassen vor Monaten, aber sie hat davon nicht viel verstanden bzw. behalten, außer "nichts verschenken und nichts zu Lebzeiten unternehmen in dieser Angelegenheit".

Langsam meine ich aber, das "Behalten und NICHT verschenken" ihr bestätigen und begründen zu können.
Nämlich:
Verschenkt sie und läßt sich nur das Wohnrecht lebenslang einräumen, dann hätten die möglicherweise "finanziell interessierten" Schwiegerkinder einen Vorteil, wenn sie möglichst schnell ins Pflegeheim umziehen würde, da ja dann sofort Mieteinnahmen möglich wären?!!

Verschenkt sie und läßt sich den weitergehenden Nießbrauch lebenslang einräumen, dann kann und muß sie aus dem Trio "Rente + PV+ Mieteinnahmen" die Pflegekosten sowieso "ungefähr voll" bezahlen.

Vielleicht sind solche Strategien auch Überbleibsel aus der Zeit, wo es noch keine Zwangs-Pflegeversicherung gab ?!!! Letztlich wäre sie auch mit der Abwicklung einer Schenkung total auf fremde Hilfe und Berater angewiesen, und würde sich selbst nur auf Gefühle, Bauchgefühle und Gerüchte verlassen.

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@Relotius2

Vollkommen richtig, es gibt für fast alles bremsen. Daher mein Rat sich an einen kompetenten Berufskollegen von mir zu wenden.

Man kann z. B. ein Rückfallklausel einfügen, die aber sehr gut formuliert werden muss.

Davon abgesehen ist man im Leben häufig von Beratern abhängig.

Ich z. B. habe absolut keine Ahnung von Medizin, da. muss ich mich auf Ärzte verlassen. Aber umgekehrt sind die Ärzte auf die Hilfe von Steuerberatern und Anwälten angewiesen und die Ärzte, die auf Nachbarn und Biertischberater hören, büßen es oft mir Verlusten.

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Das mit dem "Sparen" der Pflegekosten wird nicht funktionieren wenn die Dame innerhalb der nächsten 10 Jahre Mittel der Sozialhilfe in Anspruch nehmen muss.

So lange können Schenkungen bei Verarmung zurück gefordert werden und dieser Rückforderungsanspruch geht auf das Sozialamt über.

Im übrigen kann man Veräußerungsverbote zu Lebzeiten des Schenkers vereinbaren. Ob das sinnvoll ist steht auf einem anderen Blatt.

Ach ja: Die möglichen negativen Folgen. Man stelle sich vor, die Dame wird 100 Jahre alt, ist aber davon schon 25 Jahre schwer dement und geschäftsunfähig. Sie selber kann den Nießbrauch und das Veräußerungsverbot nicht mehr aufheben. Der Pfleger darf das nicht ohne gerichtliche Genehmigung und die bekommt er im Zweifel nicht. Schlimmstenfalls rottet das Haus dann vor sich hin. Die Kinder haben von dem Erbe faktisch überhaupt nichts.

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Man kann neben dem Nießbrauchrecht noch eine bedingte Rückauflassungsvormerkung im Grundbuch eintragen lassen.

Man sollte bei dieser Konstellation aber im Hinterkopf haben, dass dann ggf. bestimmte erbschaftsrechtliche (z. B. Aushebelung des Pflichtteilsergänzungsanspruch über die 10-Jahres-Regel) oder steuerrechtliche Tricksereien (Thema Erbschaftssteuer, 10-Jahre-Regel) nicht funktionieren. Nur, falls man so etwas vor hat.

Wegen den erbschaftsrechtlichen Fragen sollte sich deine Bekannte umfassend von einem geeigneten Anwalt beraten lassen, hinsichtlich etwaiger steuerrechtlicher Gesichtspunkte von einem Steuerberater.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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