Hat irgendwer Gründe gegen ein Tempolimit auf Autobahnen?

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6 Antworten

Ich fahre zwar auch gerne mal schneller als 120, aber grundsätzlich fände ich es schon richtig, ein Tempolimit einzuführen (dann wär's halt so und ich würde mich damit arrangieren).
Erstens wegen solcher Idioten wie den von Dir erwähnten Audifahrer, zweitens würde das mehr Sprit sparen als alle anderen Maßnahmen, die man sich noch so ausdenken könnte. Damit das Erdöl noch ein bißchen länger reicht...

Es spricht eigentlich alles für ein Tempolimit.

NasiGoreng 07.09.2017, 02:18

Es spricht eigentlich alles für ein Tempolimit.

Alles ist immer eine Frage der Dosis und der Situation. Selbst Tempo 120 kann man sehr oft nicht mehr fahren und bei Tempo 100 auf einer fast leeren Autobahn schläft man ein.

Wichtiger als ein allgemeines Tempolimit wäre eine verpflichtende Nutzung der rechten Fahrspur und ein Überholverbot für alle LKW.

Wer Sprit sparen will, fährt einen Diesel oder einen Kleinwagen.  

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Rat2010 07.09.2017, 08:25
@NasiGoreng

Wenn wir dann der einzige mit generellem Tempolimit auf Autobahnen wären, könnte man so (also einschlafen) argumentieren.

Wir sind die einzige Ausnahme! Wir sind der Feldversuch und ich denke, alle anderen Länder wissen, warum sie ein Tempolimit haben und es nicht wieder abschaffen.

Du wirst eher wenige Leute kennen, die das fahren auf Deutschen Autobahnen angenehm finden und es nicht auch dann noch angenehm fänden, wenn maximal 130 km/h erlaubt sind.

Das mit dem Überholverbot für LKW muss aus einer sehr flachen Gegend mit sehr wenigen LKW kommen. Ein kleiner Anstieg führt in Verbindung mit einem generellen LKW-Überholverbot dazu, dass untermotorisierte LKW kaum oder mit 10 km/h hochkommen und danach kaum wieder Fahrt aufnehmen. Eine Autobahn mit vielen LKW und Überholverbot dazu, dass man mit seinem Auto nicht nach rechts kommt, wenn man ausfahren will.

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NasiGoreng 07.09.2017, 22:33
@Rat2010

Wenn ein LKW mit einem Mopedmotor (in Relation zum höchstzulässigen Gesamtgewicht) daherkommt, sollte er auf der Autobahn auch die selben Rechte haben wie ein Moped.

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Du meinst sicherlich ein generelles Tempolimit. Gegen ein abschnittbezogenes Tempolimit (mit nachvollziehbarer, öffentlich dokumentierter Begründung) habe ich nichts.

Ich bin aber gegen ein generelles Tempolimit, weil damit der Verkehrsfluss noch stärker in Staugefahr gerät als bisher. Das Tempolimit "ermächtigt" manche Autofahrer die linke Fahrspur dauerhaft zu blockieren (auch wenn sie ca. 10 Km/h unter dem Limit fahren). Ich bin vielmehr für intensivere Kontrollen gegen Links- und Mittenfahrer sowie für schnelle Rechtsüberholer (über 20 km/h des linksfahrenden Verkehrs).

Leider wirkt das generelle Tempolimit auch dann, wenn gar kein verkehrstechnischer Bedarf an einem Limit besteht, z. B. in einer verkehrsarmen Zeit. Dann ist es besonders störend und überflüssig

Allerdings ist ein generelles Tempolimit (im Gegensatz zu den erwähnten Linksfahrer und Rechtsüberholern) sehr personalschonend für das Überwachungspersonal, man kann es sehr schön automatisieren.

Rat2010 06.09.2017, 15:31

Ab einer gewissen Geschwindigkeit ist das mit dem verkehrstechnichen Bedarf so eine Sache. Ich kann mit keinem Auto schneller als ... fahren, ohne dass die Erlaubnis, das zu machen im Widerspruch zur StVO steht.

Da steht z. B. in § 3 Absatz 1 "Es darf nur so schnell gefahren werden, dass innerhalb der übersehbaren Strecke gehalten werden kann."

Passt nicht zu keinem Tempolimit, was aber viele als Freibrief nehmen. Nicht tagsüber aber ganz sicher nicht bei Nacht. 

Das mit der Staugefahr ist Unsinn. Ich bin sicher in mehr als dreißig Ländern mit Tempolimit Auto gefahren. Allein das Tempolimit sorgt für entspanntes und stressfreies fahren. Gegen die Rechtsfahrer hilft am besten eine Abschaffung des Rechtsfahrgebots auf Autobahnen wie in den USA, das wir auf innerstädtischen Straßen eh schon haben. Entweder eine Regelung macht Sinn, dann muss ich sie auch überwachen. Oder sie macht keinen Sinn. Dann kann man sie wie das Rechtsfahrgebot auf Autobahenn auch abschaffen.

Dein Problem ist aber wahrscheinlich auch der § 7 Abs. 3c StVO, der das Mittefahren teilweise legalisiert und dreispurige Straßen zu zweispurigen macht.

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Je schneller die Autos fahren, je mehr Kraftstoff wird verbraucht. Der Kraftstoff ist mit Steuern belegt. Niedrigeres Tempo würde zu geringeren Steuereinnahmen führen.

Rat2010 06.09.2017, 16:26

Ein Argument. Auch der Reifenverbrauch würde deutlich sinken und Autos würden tendenziell länger laufen. Auch würden die Außenhandelsüberschüsse nochmals steigen, wenn weniger Öl verbraucht wird.

Andererseits sinkt natürlich wesentlich stärker als der Kraftstofferbrauch die CO²-, die NOx- und die Feinstaubbelastung, und bisher unbewohnbare Regionen (z. B. am Münchner Autobahnring oder an der A8) könnten die dort angespannten Mietmärkte entlasten.

Fraglich finde ich aber vor allem, ob die Steuermindereinnahmen nicht durch Mehreinnahmen bei der Bahn (die wird attraktiver) und deutlich geringere Kosten bei der Instandhaltung der Autobahnen (auch weniger Staus) ausgeglichen würden. Wenn das nicht reicht, kann man ja - mit Hinweis auf die ja insgesamt deutlich stärker gesunkenen Kosten - den Nachteil ja durch Mineralölsteuererhöhnungen, vor allem beim Diesel, ausgleichen.

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NasiGoreng 07.09.2017, 02:29

Schnelles Fahren, erhöht die Belastung mit Stickoxiden und Feinstaub. Das verkürzt die Lebenserwartung und entlastet die Rentenkassen.

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Es kommen allerdings noch völlig andere Dinge bei einem generellen Tempolimit positiv zum tragen.

Viele werden sich schon einmal gefragt haben, warum sind in D die Baustellenabsperrungen so lang und in Italien und anderen Ländern mit Tempolimit so kurz?

Klar es liegt am hohen Tempo das gefahren werden kann. Baustellenabsperrungen sind hier in D für Tempo 300 ausgelegt. Schließlich kommen reiche Leute aus arabischen Staaten zu uns um hier mit 300 und mehr nachts über die Autobahn zu brettern. Für dieses Tempo müssen auch die Baustellenabsperrungen ausgelegt sein. Deshalb sind die Baustellen so lang und meist nur 2spurig. Damit es sich staut und keine schweren Unfälle mit Rennfahrern passieren. Es passieren dann meist nur Unfälle mit eingeschlafenen Truckern und meist auch nur untereinander.

Auf den deutschen Autobahnen sind sowieso schon viele Streckenabschnitte mit Tempolimits belegt, dann muß der deutsche Michel nicht auch noch die paar freien Strecken mit Limit belegen. Hätten wir auf unseren Autobahnen nicht so eine "Oberlehrermentalität" und würde das Rechtsfahrgebot strickter befolgt, dann wäre der Verkehr oftmals viel flüssiger.

Zudem wundert mich, dass auf ebenen oder leicht steigenden oder abfallenden Strecken LKW immer noch andere LKW überholen müssen, obwohl diese eh schon ~85 km/h fahren. Solche Elefantenrennen sind überflüssig und blokieren zweispurige Autobahnen unnötig.

Rat2010 06.09.2017, 21:55

Also auch kein Argument dagegen.

Wenn man es mit anderen Ländern vergleicht, könnte das nicht vorhandene Limit der Grund auch für die Oberlehrermentalität und den Stress auf dne Autobahnen ist. Jedenfalls sind in Österreich oder Italien die Deutschen ordentliche Autofahrer.

LKW überholen zum einen aus den selben Gründen, aus dem Autos zu schnell fahren. Es ist erlaubt und man will schneller ankommen. Dazu kommt bei  LKW allerdings noch, dass am Berg keiner hinter einem überladenen untermotorisierten Kollegen landen will, der ihm eine gefühlte Stunde kostet und an dem man dann mit dann 30 km/h sicher nicht vorbei kommt.

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Wenn Du nach der Sinnhaftigkeit der unsäglichen Maut gefragt hättest, hätte man das noch als Finanzfrage deuten können.

Du hättest im Sinne dieses Forums auch nach Gründen für ein Tempolimit fragen können. Die maximierte Erhebung gebührenpflichtiger Verwarnungen und Geldbußen wegen zu hoher Geschwindigkeit wären auch ein Finanzthema.

Aber so??? 

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