Frage von schoeneRamona, 65

Hartz IV lehnt neue benötigte Wohnung ab, obwohl die Notwendigkeit bewiesen ist. Ist das rechtens, dass es wegen einer etwas zu teuren Miete nicht sein darf?

Ich bin ganz neu Schwerbehindert und sitze seit wenigen Wochen im Rollstuhl. Ich kann dadurch meine Wohnung nicht mehr alleine betreten bzw verlasen, da ich stufen überwinden muss um in die Wohnung zu kommen. Nun habe ich eine wunderschöne ebenerdige Wohnung gefunden, die leider ca 55-100€ zu teuer ist. Und doch noch günstiger als ich eine normale Behinderten Wohnung. Denn die fangen bei 650€ kalt an und meine wunsch Wohnung kostet 515€ warm.Was kann ich tun? Gibt es ne Möglichkeit die Wohnung trotzdem anmieten zu können ohne abstriche beim Harz IV zu machen? Denn 55€ monatlich alleine bezahlen und den Umzug aus eigener Tasche bezahlen ist fast unmöglich. Es wäre klasse, wenn mir jemand schnell eine Juristischen Rat geben kann. Denn die Wohnung wird ab morgen wieder im Internet zur Vermietung angeboten. Muss ich wirklich vom Leben abschied nehmen und nur noch alleine in meiner Wohnung sitzen? Kein Müll raus bringen kein einkaufen, keine frische Luft schnappen usw ICH BRAUCHE WIRKLICH HILFE

Antwort
von Brigi123, 47

Ich kann Dir leider keinen Rat zu dieser Wunschwohnung geben, aber Du wirst Dein Problem sicher noch lösen können.

Ich habe jetzt beim googeln etwas von  Anspruch auf 15 zusätzliche Quadratmeter oder 10% höhere Mietkosten gelesen.

Ich würde an Deiner Stelle in den VdK eintreten. Mich an das Gesundheitsamt wenden. Behindertenverbände kontaktieren.

Solange Du nicht aus der Wohnung rauskommst, mußt Du eben abgeholt werden. Evtl. Persönliches Budget beantragen. Umbauten innerhalb einer Wohnung werden von der KV bezuschußt.

Es gibt soviele Möglichkeiten.

Kommentar von schoeneRamona ,

eine Zusazahlung für eine Pflege steht mnir nicht zu, da bin ich nicht krank genug, ich sitze nur im Rollstuhl laut Jobcenter. Und somit habe ich niemanden, der mich nach draußen bringt oder auch wieder in meine Wohnung schleppt. Bekannte und Familie alle in ca 100km entfernung und es kann sich niemand leisten täglich mehrmals oder in der Woche mehrmals zu mir zu fahren um mich mal an die Luft zu bekommen. 

Kommentar von Brigi123 ,

Nein, vom jobcenter steht Dir keine “Zuzahlung für Pflege“ zu.

Aber Dir steht evtl. das sog. “Persönliche Budget“ zu, das kann man hier bei uns beim Landkreis beantragen. Da wird aufgrund Deiner Behinderung Dein Bedarf an Hilfen festgestellt, und dazu gehört auch Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Hast Du schon einen Schwerbehindertenausweis beantragt? Mit dem Merkzeichen “G“ oder “aG“ hättest Du beim Sozialamt einen Anspruch auf Mehrbedarf ( beim jobcenter nicht, aber da gehörst Du nicht hin!).

Deshalb und überhaupt: Laß Dich persönlich beraten vom Gesundheitsamt, vom Pflegestützpunkt, vom VdK (kostet Mitgliedbeitrag), vom örtlichen Behindertenverband. 

Kommentar von Brigi123 ,

Ich hab es nochmal nachgesehen. Bei Merkzeichen G erhältst Du vom Sozialamt einen Mehrbedarf von 17% des Regelbedarfs. Das sind ca. 70,-€ monatlich. Auch wenn das gar nicht Deine Frage war.

Aber damit könntest Du ggf. die Mehrkosten der Wohnung auffangen.

Und das Sozialamt ist für Dich zuständig! Das ist merkwürdig, was Du zur Zuständigkeit geschrieben hast.

Antwort
von Juergen010, 41

Zwei Fragen zur Einordnung.

Wenn du schwerbehindert bist und im Rolstuhl sitzt - stehst Du der Arbeitsvermittlung zur Verfügung? Wenn nicht, ist das Jobcenter der falsche Ansprechpartner - das Sozialamt wäre dann zuständig.

In welchem Landkreis, respektive Wohnort wohnst Du? Mittlerweile hat fast jede Stadt eigene Durchführungsverordnungen für die Kostenübernahme bei Leistungsempfängern.

Die KdU (Kosten der Unterkunft) und deren Übernahme sind nicht in Beton gegossen. Abweichungen nach oben sind im Ermessen des Leistungsträgers durchaus möglich - und sogar gesetzlich erwünscht.

Gerade gehandicapten Leistungsempfängern stehen nicht nur Mehrbedarfe sondern auch besondere Hilfen zu.

Leider brennt nun die Zeit unter den Nägeln.

Idealerweise den Vermieter um ein paar Tage Zeit bitten und asap mit Caritas oder Diakonie Kontakt aufnehmen. Die verfügen i.d.R. über bestens geölte Drähte zu den entsprechenden Behörden und können vermitteln.

Kommentar von schoeneRamona ,

Juergen010 danke. Also ich stehe dem Arbeitsmarkt nichtn mehr zur Verfügung, aber das Sozialamt lehnt mich ab, da das Jobcenter sagt ok dann bekomme ich dort mein Geld her. Deshalb Ansprechpartner Jobcenter. Ich Lebe zur zeit noch in Brandenburg an der Havel und würde gerne Nach Zossen ziehen, ca 100km weit weg. Nur mein Soziales Umfeld ist dort auch genauso wie meine Ärzte in der Nähe. Genau Ermessen des Jobcenters und die sagen die haben mich schon so bewerten wie ein 2 Person Haushalt, mehr können Sie nicht tun, trotzdem wäre die Wohnung um 55€ zu teuer. da ich ja nur 390€ haben darf. Aber es muss doch irgendwelche mittel geben das man das nicht so akzeptieren muss. Schlimm genug das man sich anfreunden muss behindert nun zu sein und noch schlimmer gegen solche Windmühlen zu rennen.

Kommentar von Juergen010 ,

Danke für die Klarstellung.

Wenn Du dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehst, ist definitiv das Sozialamt zuständig - da gibt es kein "Wahlrecht" der Behördenzuständigkeiten.

Hier mal ein Artikel, der zwar mit Caritas NRW überschrieben ist, jedoch auch für alle anderen Bundesländer gilt: http://www.caritas-nrw.de/rechtinformationsdienst/sgb-ii-und-sgb-xii-angemessene...

Erschwerend kommt hinzu, dass durch den Umzug die Zuständigkeiten wechseln. Neuer Ansprechpartner für die Leistungsgewährung und Übernahme der KdU wäre dann das zuständige Sozialamt für Zossen im Landkreis Teltow-Fläming.

Wende dich also hierhin: http://www.teltow-flaeming.de/de/legacy/verwaltungsstruktur.php?iddez=2&numa...

Hier die entsprechenden Verwaltungsvorschriften für den dortigen Landkreis: http://harald-thome.de/fa/harald-thome/files/kdu,-ae,-but-rilis/KdU-Teltow-Fl-mi...

Schaue insbesonderts auf Seite 5 unten: Dort ist detailliert beschrieben, welche Sonderfälle mit Ermessensspielraum bei der Gewährung von Leistungen zu berücksichtigen sind.

Lese auch genaustens ab Seite 16 "Umzug". 

Du brauchst demnach eine Positiverklärung des jetzigen Leistungserbringers für den Umzug. (das sollte nicht schwer zu erreichen sein - schließlich willst du aus dem "Zahlungsbereich" der bisherigen Behörde wegziehen).

Abschließend kann ich mich dem Rat von Brigi123 nur anschließen.

Nicht aufgeben. Den KdV einschalten. Im Zweifel einen Sozialrechtsanwalt hinzuziehen. Bescheide der Behörde, sofern nicht in deinem Sinne, fristgerecht anfechten.

Kommentar von Brigi123 ,

Die Fragestellerin schreibt, dass das jobcenter bereits die KdU für einen Zwei-Personen-Haushalt berücksichtigen würde.

Das entspricht den zusätzlichen 15 qm bzw. 10% , die ich vorhin so gegoogelt hatte (also ohne Fachkenntnisse), worauf sie wohl Anspruch hätte.

Ich würde daher die jetzige Wunschwohnung schweren Herzens abschreiben und nach einer Wohnung in diesem Rahmen (KdU für 2 Personen) suchen. Da würde ich auch nicht anwaltlich vorgehen, sondern diesen bereits erhöhten Maximalbetrag akzeptieren..

Weiterhin würde ich mich um die Zuständigkeiten arge/Sozialamt kümmern. Beim Sozialamt würde sie ja noch den Mehrbedarf wegen Gehbehinderung bekommen.

VdK wäre natürlich nicht schlecht, kostet aber xa. 17.50 pro Vierteljahr.

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