Handwerker beschädigt WIndmesser im Garten

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Fangen wir mal mit den Kosten an: Es gibt Prozeßkostenrechner im Internet, die bei der Ermittlung der Kosten helfen. Es ist nämlich zu unterscheiden zwischen außergerichtlichen Kosten und gerichtlichen Kosten. Wenn Ihr selber außergerichtlich tätig werdet, dann kostet das -von der Portogebühr für das Einschreiben abgesehen- nichts, ein Rechtsanwalt wird auch dafür Gebühren nehmen. Geht es zu Gericht, entstehen Gebühren für den Rechtsanwalt und für das Gericht. Ich habe das mal soeben berechnen lassen: Bei beiderseitiger Anwaltsvertretung liegt das Kostenrisiko im Unterliegensfall bei € 234,00, wozu Auslagen für Zeugen und Sachverständige noch hinzukommen.

Mein Rat: Wenn Ihr nicht gerade eine Rechtsschutzversicherung habt, dann macht die Sache selber geltend. Fragt Euren Nachbarn nach Name und Anschrift des Handwerkers und schickt ihm per Einschreiben eine nochmalige Zahlungsaufforderung verbunden mit Klageandrohung. Wenn der nicht zahlt, dann beantragt Mahnbescheid.

Einen Hinweis darf ich aber nicht vergessen: Geschuldet wird der ZEITWERT der zerstörten Sache. Wenn Ihr etwa glaubt, für einen 10 Jahre Windmesser noch den Neupreis ersetzt verlangen zu können, dann seid Ihr auf dem Holzweg. Für ein so altes Stück würde ich vielleicht € 5 bis € 10,-- ansetzen, um nur ein Beispiel zu nennen.

Der WIndmesser ist ca. 3 Jahre alt und kann nicht einzeln ersetzt werden, da er Teil eines Thermometers ist (Außenfühler + Windmesser). Wird in dem Fall auch nur der "Zeitwert" ersetzt? Und wie wird dieser dann berechnet, da das Thermometer ja noch erhalten ist, aber es eben keine Erstzteile mehr gibt?

Den Mahnbescheid beantrage ich beim Amtsgericht, oder?

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@schubidu2012

Liebe Leute, ich bin Jurist und kein Sachverständiger für Windmesser. Welche Wertminderung ein Windmesser durch dreijährigen Betrieb erfährt, kann ich nur erahnen. Zieht einfach 10 bis 20% vom Neupreis ab und behauptet, das sei ein angemessener Zeitwertabzug.

Den Mahnbescheid beantragt man beim Amtsgericht. Gebt aber acht: Es gibt zentrale Mahngerichte, also vorher unbedingt im Internet danach erkundigen, welches Mahngericht zuständig ist und nicht voreilig an das nächstgelegene schicken! Man muß den Mahnantrag auf bestimmten Formularen beantragen. Hier in NRW gibt es dazu 2 Möglichkeiten -ich nehme an, in den anderen Bundesländern ist das ähnlich: Entweder man kauft im Papierwarenhandel ein Antragsformular für den Mahnbescheid und füllt es an der Schreibmaschine aus. Oder aber, man füllt das Formular im Internet aus, läßt es ausdrucken und übersendet es dann unterschrieben per Post. Keine Angst im übrigen: Da kann man munter experimentieren, denn Privatpersonen können keine Online-Anträge stellen.Es kann also nichts aus Versehen abgesandt werden. Wenn was nicht stimmt, dann fängt man eben von vorne an, solange, bis alles stimmt.

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@Privatier59

Typische Antwort eines RA, der im ureigenen Kosteninteresse einem streitwilligen Mandanten den Klageweg aufzeigt :-O

Kein Wort über das Prozesskostenrisiko bei durchaus erwartberem Vergleich, kein Wort über die nicht beizutreibenden Aufwendungen seines Mandanten in der Sache :-O

Wenn der nur wüßte, was der RA an außergerichtlicher Tätigkeit, Terminsgebühr und sogar noch an einem für seinen Mandanten kostenschädlichen Vergleich wirklich verdient, würde er es sich vielleicht überlegen, bevor sein ehemals 70-EUR-Verlust auf sage und schreibe 280,57 EUR hochschnellt :-O

G imager761

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@imager761

@ imager761: Typische Antwort eines Jurastudenten im Anfangssemester, der sich wesentliche Kenntnisse über seine Ausbildung erst noch aneignen muß.

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Die Kosten für eine klage werden den wert des Windmessers übersteigen. Ich würde den Handwerker nochmals bitten, dass er für den Schaden aufkommt. Oft reagieren die Betroffenen auch, wenn man androht, sich an die Öffentlichkeit zu wenden. Wenn er hört evtl. seinen guten Ruf zu verlieren wird er evtl. reagieren. Aber glaub mir, der Ärger wird es nicht wert sein!

Ich weiß ja nicht, was du so in der Stunde verdienst.

Aber wenn du für den geforderten Zeitwertersatz von 70 EUR Stunden für Schriftsätze nebst Auslagen und Mahnbescheid aufwendest, Kosten und Anwaltshonorar zinslos vorlegen kannst und bei streitiger Verhandlung Stunden auf dem Weg und im Gericht verbringen kannst, definitiv zu wenig.

Denn im Ergebis zahlst du immer drauf.

Von solchen Milchmädchenrechnern, Prinzipienreitern und uneinsichtigen Mandanten leben nur Anwälte ganz gut :-)

Was sie dir nicht sagen: Verlangen kann man viel, aber ein Forderungsanspruch setzt ein schuldhaftes Verhalten des Handwerkers voraus - und wie er sich zu der Sache einlässt und im Ergebnis ein lahmer Vergleich herauskommt, weißt du nicht.

Da würde ich mir doch eher ein Gebrauchtgerät bei ebay & Co zulegen, den Handwerker mit vorgelgtem Kaufvertrag mal persönlich fragen, ob er für diesen Betrag ernsthaft potentielle Kunden deines großen Bekanntenkreises zu verprellen bereit ist.

G imager761

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