Frage von haro236, 83

Kann eine Erbengemeinschaft schon früher ein Haus vertraglich an jemanden überschreiben, damit Steuern gespart werden können?

Meine Oma liegt schon eine lange zeit wegen einem Schlaganfall im Altersheim. Nun habe ich eine Frage, wie man bezüglich eines Hauses etwas Geld sparen kann. Die Erbengemeinschaft besteht aus 3 Personen. Meine Mutter ist eine dieser Personen. Aktuell hat keiner an dem Haus, welches im Todesfall in die Erbengemeinschaft über geht, interesse. Was können wir vor dem Tod meiner Oma tun, um später so wenig wie möglich Steuern zu sparen?

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Erbe, 59

 um später so wenig wie möglich Steuern zu sparen?

Hübscher Tippfehler. Dies Ziel wäre einfach zu erreichen, durch nichtstun.

Bevor ich über Steuern sparen nachdenke, würde ich prüfen, welche anfallen.

Wenn Deine Mutter eine von drei Erben ist (als Tochter der Oma), stellt sich die Frage, sind die beiden anderen Geschwister Deiner Mutter?

Damit man Steuern sparen kann, müsste das Erbe eines jedem dieser Kinder der Oma über 400.000,- Euro liegen, also die Oma 1,2 Mio. euro zu vererben haben, denn Kinder haben einen Freibetrag von 400.000,.- pro Nase.

Antwort
von LittleArrow, 20

Ich fürchte, dass der Sachverhalt so geschildert ist, dass sich Antworten eigentlich verbieten. Wer will schon möglichst wenig Steuern sparen? Und welche?

Wenn man bezüglich des Hauses Geld sparen will, müßte man das Objekt, die momentane Nutzung und die bestehenden Verpflichtungen überhaupt ein mal näher beschreiben. Leider Fehlanzeige.

Eine Erbengemeinschaft in spe kann zwar nachdenken, aber keine rechtswirksamen Handlungen vorwegnehmen. Offen bleibt auch, welche Erbfolge gilt und ob das momentane Desinteresse am Objekt sich im Todesfall nicht in das Gegenteil verändert.

Momentan jedenfalls sollte man nachdenken, welche gesetzliche Betreuung die Oma überhaupt (nötig) hat, um Rechtsgeschäfte durchzuführen. Ein Schlaganfall kann ja so oder so verlaufen.

Antwort
von blackleather, 44

"Meine Oma liegt schon eine lange zeit wegen einem Schlaganfall im
Altersheim. ... Die Erbengemeinschaft besteht aus 3 Personen."


Von was für einer Erbengemeinschaft sprichst du hier eigentlich? Doch hoffentlich nicht von der nach der Oma, denn die liegt ja noch nicht mal im Sterben, sondern nur im Altersheim. Sie hat also noch nichts vererbt, folglich gibt es überhaupt keine Erbengemeinschaft. Und ob es mal eine gibt oder Oma jemanden völlig anderen testamentarisch bedenkt, bleibt auch noch abzuwarten.

Da es aber keine Erbengemeinschaft gibt, kann die auch nichts "überschreiben", denn ihr kann ja auch nichts gehören, sodass sie auch über nichts verfügen kann - erst recht kein Haus.







Kommentar von LittleArrow ,

Gut, Überschreiben geht (noch) nicht. Und keiner hat am Haus "Interesse" (kaum zu glauben).

Die Frage war: "Was können wir vor dem Tod meiner Oma tun,,,,?"

Da könnte man doch schon mal nachdenken oder muss die Erbengemeinschaft in spe warten, bis es heißt "Plötzlich und unerwartet ...." und darf erst dann nachdenken?

Antwort
von Privatier59, 26

Die Geier kreisen schon! Wenn die Oma allerdings länger durchhält als jene glauben, dann könnte sich das Erbe in Luft auflösen weil es für die Pflegekosten drauf geht.

Im übrigen ist die Oma ja offenkundig nicht mehr geschäftsfähig. Wie also stellst Du Dir eine Übertragung des Hauses denn überhaupt vor? Ohne Notar geht das nicht und der Notar wird die Beurkundung von Willenserklärungen geschäftsunfähiger Personen ablehnen.

Man müßte also beim Amtsgericht Betreuung beantragen. Kein Betreuer würde aber Verfügungen über das Haus zulassen ohne den erhaltenen Kaufpreis für die Oma zu sichern.


Antwort
von Gaenseliesel, 49

"......so wenig wie möglich Steuern zu sparen?......" 

das ist ja mal ne Aussage, dem Fiskus wird's freuen ! Die meisten Steuerzahler wollen *so viel wie möglich* an Steuern sparen. Aber warum nicht einmal so !!!!  ;-))

Hallo,

ich würde meinen, dass das Haus solange kein Erbfall eingetreten ist, auch nicht zu veräußern ist.

Ich unterstelle dabei einmal, die Großmutter ist nicht mehr geschäftsfähig. 

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