War selbstständig bis Mitte Januar, der Auftrag ist beendet. Bin derzeit krank und muss Hartz 4 beantragen. Hat jemand Erfahrung in dieser Thematik?

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1 Antwort

Wenn Du bedürftig bist, werden übernommen die Kosten der Unterkunft (KdU), Krankenkasse, und Du bekommst den Regelsatz von derzeit 409 €, von dem Du alles selbst bezahlen musst wie z.B. Stromkosten, Bankgebühren, falls Du hast Versicherungen ...

Von den Rundfunkgebühren kannst Du Dich befreien lassen, Unterlagen dazu bekommst Du vom Jobcenter. - Erkundige Dich auch, ob es bei Dir eine Ermäßigung für die öffrentlichen Verkehrsmittel gibt. Auch dazu bekommst Du eine Bescheinigung vom Jobcenter.

.

Du gehst zum Jobcenter mit Personalausweis, Mietvertrag und nimm auch die Kontoauszüge der letzten drei Monate mit. - Hier eine ausführliche Info zu Hartz IV / ALG 2 /

Arbeitslosengeld II:
https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitslosengeld_II

Und hier ein Arbeitslosengeld 2 Rechner
http://www.geldsparen.de/arbeitslosengeld-2/

.

Gemäß Hartz IV-Vorschriften werden die Unterkunftskosten für "angemessenen" Wohnraum übernommen. Wohnst Du per Miete, findest Du hier eine Auflistung:

Harald Thomé - Örtliche Richtlinien
http://www.harald-thome.de/oertliche-richtlinien.html

Hast Du Wohneigentum, schau hier rein:

ALG II: Vermögensanrechnung des Eigenheims
http://www.verband-wohneigentum.de/kv-dortmund/on13057

.

Vorsorglich diese Hinweise von mir :

Umgang mit Sozialbehörden

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen).
Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge
persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf
einem mitgebrachten Doppel mit Stempel, Datum und Unterschrift
bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht
das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel mit Datum
und Unterschrift“
).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben
aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird (sind es
mehrere Anlagen, diese mit Nummern versehen aufzählen). - Wiederum
dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und
Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein
Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt
wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht
behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und
wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original
unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten)
. - Nicht (oder angeblich nicht)
abgegebene Unterlagen kann als Verstoß gegen die Mitwirkungspflicht
gedeutet werden, was zu Sanktionen führen kann = Kürzung von Geld. -
Und: Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß
allgemein die Sache zügiger bearbeitet.

Falls Du meinst, ich würde übertreiben, google mit
jobcenter unterlagen verloren
und lies auch dies:
Hartz IV: Verschwundene Unterlagen mit System?
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-verschwundene-unterlagen-mit-system.php

.

Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein.
Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos im
Vertrauen
landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“
(wie es vollmundig bei Sozialbehörden heißt) verwendet werden.

.

Oft ist es ratsam, zum Amt einen Beistand als Begleitung mitzunehmen.
Dieser muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher
macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Der Beistand kann aber
auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google
mit 13 sgb 10):

     (4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit
           einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene
           gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht
           unverzüglich widerspricht.

Für einen ehrenamtlichen Behördenbegleiter = Beistand google jeweils mit
Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

     Ämterlotsen
     Behördenlotsen
     Behördenbegleiter
     Hartz IV Mitläufer
     Hartz IV Gegenwind e.V.
     Wir gehen mit org

Diese Ämterbegleiter sind wertvolle Hilfen und notfalls auch Zeugen, und
(die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine
Ausbildung genossen und kennen sich bestenfalls mit den Gesetzen aus.
(Sag beim Amt niemals, Du hättest einen Zeugen dabei! Zeugen dürfen
des Raumes verwiesen werden - Beistände dagegen nicht, auf die hast
Du ein Recht.)

Lebst Du in einer Bedarfsgemeinschaft (oder Haushaltsgemeinschaft):
Andere Mitglieder solch einer Gemeinschaft können für Dich kein Beistand
sein, denn sie sind nicht neutral, sondern automatisch selbst Betroffene.

Google mit

legitimation eines beistands pdf (die Wörter genau so)

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die
gesetzliche Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht
darauf hat, sich bei Behördengängen von einem Beistand begleiten zu
lassen.

In der Info erfährst Du unter anderem, dass wenn Dein Beistand für Dich
etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es
gesagt.

.

Ganz wichtig: Um Kontrolle über Deine Ausgaben zu haben, führe ein
Kassenbuch / Haushaltsbuch. Im Internet werden verschiedene kostenlos
angeboten, die Du Dir runterladen kannst. - Ich finde dieses sehr gut:

korAccount
http://www.chip.de/downloads/korAccount_46834043.html

Trage zu Beginn des Monats in Dein Konto "Bankkonto" alles ein, was
im Laufe des Monats zu zahlen ist / abgebucht wird wie Miete, Strom,
Kreditraten ... Praktisch ist dabei, als Datum den 30. des Monats zu setzen,
und immer dann, wenn der Betrag auf dem Bankbeleg ist, das Datum in das
richtige zu ändern.

So weißt Du schon am Anfang des Monats, wieviel Du überhaupt zur
Verfügung hast.

Zum Verbuchen richte Dir Konten ein wie

     • Bankkonto
     • Bargeld
     • Ernährung
     • Freude (hier kommt auch rein die Tafel Schokolade,
        das Bierchen, Espresso, Kino, der Teddy für Dich ...)

     • Haushalt
     • Geschenke
     • Sonstiges
     • X

     Es ist empfehlenswert, dass Du Dir einen Ordner einrichtest
     auf einer Partition, Festplatte oder zum Beispiel USB-Stick,
     auf der nicht Dein Betriebssystem (meistens C) eingerichtet
     ist, so wie Du es auch mit Deinen anderen persönlichen Dateien
     machst. So hast Du Dein Kassenbuch auch dann aktuell, falls Du
     Dein Betriebssystem mal zurücksetzen oder neu aufsetzen musst.

     Mit diesem Kassenbuch kannst Du Ein- und Ausgabe-Buchungen
     oder Umbuchungen vornehmen. Miete und Strom zum Beispiel ist
     eine Ausgabe-Buchung, Gehalt eine Einnahme-Buchung.

Wenn Du etwas bar bezahlst, gibst Du das als Umbuchung rein hin zu Ernährung,
Freude, Haushalt, Geschenke oder Sonstiges.

Am letzten Tag des Monats mach eine Zeile "Abrechnung" in den Kategorien

     • Ernährung
     • Freude
     • Haushalt
     • Geschenke
     • Sonstiges

und verbuche die aufgelaufene Summe, als wäre es dort ein Ausgang. Dann
steht dort als Summe wieder 0,00. - Auf diese Weise hast Du im Laufe des
Monats immer den Überblick, was Du im aktuellen Monat in den Kategorien
schon ausgegeben hast.

So theoretisch erklärt scheint das vielleicht verwirrend, hast Du aber erstmal
das Haushaltsbuch eingerichtet, ist alles super deutlich. - Du siehst dann
auch, wenn Du dort „Optionen“ anklickst, was Du da löschen oder hinzufügen
willst (ich hab das meiste da rausgeschmissen, weil ich das nicht brauche …
naja, siehst Du dann ja).

Eine Schwachstelle habe ich bemerkt:
Löschst Du eine Umbuchung (z.B. von Bargeld hin zu Essen), musst Du
im Gegenkonto prüfen, ob auch dort die Buchung entfernt worden ist.

Ich hoffe, das hab ich gut nachvollziehbar erklärt.

.

Ich mache gute Erfahrung mit der Version 3.4.0.0

http://www.chip.de/downloads/korAccount_46834043.html

Es gibt inzwischen eine neue Version 4.0.0.0, mit der ich nicht zurechtkomme (soll aber angeblich besser sein). - Möglicherweise ist da der eine Fehler beseitigt (naja, ich kenne den ja und kann entsprechend handeln).

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